So machen Sie sich als Chef garantiert unbeliebt

Von Alenka Mladina 19. Januar 2016

Wortbruch, kryptische Anweisungen, Gefühlsausbrüche – es gibt viele Möglichkeiten, mit denen Chefs es sich mit ihren Mitarbeitern verscherzen. Hier sind die Top 13 der Angewohnheiten, die Vorgesetzte ab sofort lieber abstellen sollten.

Führungskräfte haben allerhand zu tun: Sie müssen Strategien entwickeln, Aufgaben delegieren, Ergebnisse kontrollieren und immer die Unternehmensziele im Hinterkopf haben.

Eine weitere Aufgabe, die der einen oder anderen Führungskraft nicht wirklich gelingt ist es, Mitarbeiter langfristig zu binden. Eine branchenübergreifende Befragung von 200 HR-Managern durch Robert Half belegt allerdings, dass 38 % der befragten Unternehmen ihre Führungskultur genau aus diesem Grund derzeit ändern.

Doch nicht nur die offensichtlichen Mittel der Mitarbeiterführung – etwa das bereits erwähnte Delegieren und die Ergebniskontrolle – sind dabei entscheidend.

Es zählen auch viele Kleinigkeiten, die einer Führungskraft vielleicht gar nicht auffallen. Deshalb haben wir 13 Eigenschaften gesammelt, die Sie als Chef vermeiden sollten, wenn Sie Ihre Mitarbeiter erfolgreich führen und binden möchten:

1. Sie halten nicht Wort

Vorgesetzte wollen sich auf ihre Mitarbeiter verlassen können. Umgekehrt erwarten auch Mitarbeiter, dass Chefs ihre Versprechen einhalten. Wortbrüche erzeugen Unsicherheit, kosten Vertrauen und schaden letztendlich der Motivation.

Egal, ob es dabei um das versprochene Feedback zu einem Bericht geht, die angekündigte Gehaltserhöhung oder Unterstützung bei der Karriereplanung. Bevor Sie daher etwas versprechen, sollten Sie sicher sein, dass Sie dieses Versprechen auch einhalten können.

2. Sie kommunizieren undeutlich

Mitarbeiter wollen ihre Aufgaben bestmöglich erledigen. Das können Sie aber nur, wenn der Vorgesetzte ihnen unmissverständlich erklärt, worauf es dabei ankommt.

Wenn Anforderungen, Ziele und Standards hingegen unklar kommuniziert werden, verursacht das nicht nur doppelte Arbeit, sondern auch Frust auf beiden Seiten.

3. Sie lassen Ihren Gefühlen freien Lauf

Die Stimmung des Chefs überträgt sich oft genug auf das gesamte Büro. Er sollte sich deshalb gut unter Kontrolle haben und einen professionellen Auftritt wahren.

Gefühlsausbrüche – welcher Art auch immer – können nicht nur das Büroklima prägen und damit die Leistungen beeinflussen, sondern auch die Kollegen verunsichern.

4. Sie haben keine klare Vision

Unternehmen kommen nur voran, wenn ihre Mitarbeiter am selben Strang ziehen. Der Vorgesetzte ist dafür da, ihnen zu sagen, welcher Strang der richtige ist und in welche Richtung sie ziehen müssen.

Wenn der Chef keine klaren Anweisungen gibt, arbeiten alle vor sich hin – im schlimmsten Fall mit widersprüchlichen Zielen.

5. Sie sind ein Mikromanager

Niemand mag es, wenn man ihm ständig über die Schulter sieht. Permanente Kontrolle hält den Chef nicht nur von seinen anderen Aufgaben ab, sie schürt beim Mitarbeiter außerdem Unsicherheit.

Wohingegen Vertrauen den Kollegen das nötige Selbstbewusstsein gibt, um auch schwierige Herausforderungen anzunehmen.

6. Sie drohen mit Jobverlust

Niemand will jeden Tag beweisen müssen, dass er seinen Job verdient hat. Chefs, die ihren Mitarbeitern direkt oder durch vage Äußerungen zu verstehen geben, dass sie nicht fest im Sattel sitzen, werden sie nicht zu Höchstleistungen anspornen. Stattdessen herrscht in solchen Büros Nervosität und Anspannung – die Feinde guter Ergebnisse.

7. Sie schieben anderen die Schuld zu

Führungskräfte tragen die Verantwortung für ihr Team – und damit nicht nur für ihre eigenen Taten, sondern auch die Leistung ihrer Mitarbeiter. Das gilt nicht auch für Misserfolge.

Ein Chef, der in guten Zeiten die Lorbeeren einheimst und in schlechten den Schuldigen bei den eigenen Mitarbeitern sucht, erntet dabei keinen Respekt.

8. Sie lassen keine anderen Meinungen zu

Mitarbeiter wollten nicht nur für ihre Arbeitsleistung anerkannt werden, sondern auch die Möglichkeit haben, neue Ideen einzubringen.

Ein Chef, der nur die eigene Sichtweise zulässt, verschenkt viel Potenzial: Laut Arbeitsmarktstudie von Robert Half gehört es für 37 % der befragten HR-Manager zu den Top-3-Faktoren einer erfolgreichen Führungskultur, Innovationen zu unterstützen und Ideenvorschläge zu fördern.

9. Sie lästern

Mitarbeiter wollen sich nicht nur darauf verlassen, dass private Informationen privat bleiben. Sie sollten auch darauf vertrauen können, dass beispielsweise Mitarbeitergespräche vertraulich behandelt werden.

Auch Chefs, die Fehler mit anderen Kollegen diskutieren, anstatt den Betroffenen, die Chance zur Rechtfertigung – und damit auch zur Verbesserung – zu geben, machen sich keine Freunde im eigenen Team.

10. Sie stellen den eigenen Erfolg über alles

Der Erfolg einer Abteilung ist selten das Werk eines einzelnen. Kein Wunder, dass sich die Mitarbeiter um ihre Anerkennung betrogen fühlen, wenn der Chef jeden Erfolg als seine eigene Leistung begreift und auch so kommuniziert.

11. Sie sind nachtragend

Kein Mitarbeiter kommt gern zur Arbeit, wenn er das Gefühl hat, auf einer schwarzen Liste zu stehen. Gute Führungskräfte sind nicht nachtragend. Sie lösen Konflikte so, dass alle Beteiligten anschließend weiter gut zusammenarbeiten können.

12. Sie geben schlechtes oder gar kein Feedback

Es ist extrem schwierig, die eigene Leistung zu verbessern, wenn man kein Feedback erhält. Daraus folgen Unentschlossenheit und nur langsame Fortschritte.

Darunter leiden die Ergebnisse der gesamten Abteilung – und der Ruf des Chefs. Regelmäßige Mitarbeitergespräche sind deshalb ein absolutes Muss.

13. Sie stehen der Karriere ihrer Mitarbeiter im Weg

Die größte Frustration erleben Mitarbeiter, wenn sie merken, dass der Chef ihre Karriere bewusst bremst. Das ist nicht nur extrem demotivierend, sondern auch kurzsichtig: Wenn die Führungskraft selbst aufsteigen will, ist dann kein geeigneter Nachfolger da.

Wenn Sie nach dieser Liste immer noch unsicher sind, ob Sie ein guter Chef sind, haben wir eine Liste mit wünschenswerten Eigenschaften hier zusammengestellt – und einen hilfreichen Tipp: Bitten Sie die Personalabteilung, Exit-Gespräche mit scheidenden Mitarbeitern zu führen.

Sie werden sehen, wie aufschlussreich diese Gespräche sein können und dass Sie oft so mehr über Ihre eigene Führungsqualitäten erfahren als Sie je geahnt hätten.

Was glauben Sie, macht Chefs bei Mitarbeitern besonders unbeliebt? Schreiben Sie uns, wir freuen uns auf Ihre Kommentare gleich hier unten oder direkt an [email protected].

 

Bildquelle: © Sergey Nivens - Fotolia.com

 

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