Überqualifiziert oder Quereinsteiger? So klappt’s mit dem Traumjob!

Von Christina Holl 16. Juni 2017

Fast zwei Drittel aller deutschen Unternehmen spielen mit dem Gedanken, Quereinsteiger oder überqualifizierte Kandidaten im Finance-Bereich einzustellen. Denken Sie auch daran, sich im Job zu verändern? Dann ist das Ihre Chance, Ihren Traumjob in der Finanzbranche zu ergattern. Erfahren Sie, warum sich ein Berufswechsel für Sie lohnt – und wie Sie diesen erfolgreich meistern.

Quereinsteiger: mit Leidenschaft zum Ziel

In Ihrem Beruf sehen Sie keine Perspektive mehr? Statt dies einfach hinzunehmen, wagen Sie lieber den Sprung in eine bisher unbekannte Berufswelt. Finden Sie als Quereinsteiger Ihren Traumjob, der Ihnen genau die Möglichkeiten und Chancen bietet, die Sie an Ihrer alten Arbeitsstelle vermisst haben. Übrigens: Wie Sie als überqualifizierter Kandidat punkten, lesen Sie weiter unten in diesem Text.

Natürlich brauchen Sie als Quereinsteiger Mut und die Motivation, durch einen Berufswechsel neu zu starten. Sehen Sie die Veränderungen als Weg zu Ihrem Traumjob. Es ist ein wichtiger Schritt, um glücklich zu arbeiten. Denn besonders Finanzprofis sind zufriedene Mitarbeiter und gehen gerne ihrem Job nach, wie unsere Studie zeigt.

Vielleicht schreckt es Sie ab, dass Sie keinerlei Erfahrungen im Finanzbereich vorweisen können und Ihnen das nötige Fachwissen für Ihren Traumjob fehlt. Lassen Sie sich davon nicht entmutigen: Bringen Sie eine Affinität für Zahlen mit, arbeiten strukturiert und kennen die Trends auf den aktuellen Finanzmärkten, haben Sie auch als Quereinsteiger beste Chancen. Und das nicht nur auf den Job, sondern auch darauf, sich im Unternehmen weiterzuentwickeln.

Viele Unternehmen stellen Ihnen interne Mentoren zur Seite, die Ihnen die Abläufe zeigen, den Kontakt zu anderen Mitarbeitern und Kollegen herstellen und Sie so bei Ihrer Arbeit unterstützen. Dabei begrüßen die meisten Chefs, dass Sie durch Ihre fachfremden Kompetenzen aus Ihren bisherigen Jobs frischen Wind mitbringen und so neue Sichtweisen eröffnen. Während langjährige Fachkräfte in manchen Fällen Scheuklappen tragen oder in starren Strukturen festhängen, ermöglichen Sie ihnen einen Perspektivwechsel. Zudem wissen Arbeitgeber Ihren Mut als Quereinsteiger zu schätzen: Mitarbeiter, die ihrer Leidenschaft folgen, sind zufrieden und leistungsstark in ihrem Job.

Denken Sie daran: Nur mit starkem Willen und ganz ohne Vorkenntnisse überzeugen Sie nicht. Sammeln Sie Fachwissen für die Finanzbranche durch ehrenamtliches Engagement oder andere Tätigkeiten. Sie sind zum Beispiel in einer gemeinnützigen Organisation für das Controlling verantwortlich? Führen Sie das unbedingt in Ihrem Lebenslauf mit auf.

Recherchieren Sie außerdem im Internet, welche Kriterien mit Ihrem Traumjob verbunden sind und rufen Sie bei dem Unternehmen an, bei dem Sie arbeiten möchten. Die meisten Personaler geben Ihnen gerne weitere Informationen zur ausgeschriebenen Stelle. Dadurch können Sie sich optimal vorbereiten und wissen, was von Ihnen erwartet wird. So steigern Sie Ihre Erfolgschancen als Quereinsteiger.

Wo Sie Ihr Berufswechsel auch hinführt, verkaufen Sie sich auf keinen Fall unter Wert. Machen Sie sich bewusst, dass es eine Win-Win-Situation für beide Seiten ist: Sie bekommen Ihren Traumjob. Das Unternehmen spart Zeit und Kosten, wenn es Sie als Quereinsteiger einstellt. Zudem bringen Sie im Vergleich zu vielen Fachkräften branchenfremdes Know-how mit und sind offen für Neues – davon profitiert Ihr künftiger Arbeitgeber. Personalvermittler wie Robert Half helfen Ihnen dabei, den passenden Job für Ihre Qualifikation zu finden.

Überqualifiziert ist längst kein Manko

Neben Quereinsteigern lohnt es sich auch für Sie als Kandidat mit mehr Erfahrung, sich auf einen Job im Finanzsektor zu bewerben. Vielleicht wollen Sie nicht mehr so viel Verantwortung tragen oder möchten mehr Freiheiten als in Ihrem bisherigen Beruf genießen. Das klappt mit einer Stelle, die unter Ihrer bisherigen Qualifikation liegt. Doch beachten Sie: Einige Personaler und Vorgesetzte befürchten, dass Sie sich als überqualifizierter Kandidat unterfordert fühlen oder gar langweilen. Oder dass Sie den Job nur als Zwischenlösung sehen – und ganz schnell wechseln, wenn Sie ein besseres Angebot bekommen. Lassen Sie sich davon nicht abhalten und schicken Sie Ihre Bewerbung ab, sobald Ihnen ein Jobangebot zusagt.

Nehmen Sie Ihrem potenziellen Arbeitgeber die Angst, Sie als neuen Mitarbeiter einzustellen. Überzeugen Sie durch Ihre Ehrlichkeit. Dazu gehört, bereits in Ihrem Anschreiben klar zu formulieren, warum Sie den Job wechseln wollen und sich für die betreffende Stelle in der Finanzbranche bewerben – auch wenn Sie dafür überqualifiziert sind. Spätestens im Vorstellungsgespräch wird Ihnen der Personaler auf den Zahn fühlen und nach Ihrer Motivation für Ihren Berufswechsel fragen.

Sie wissen, was Sie können und dass Sie für den Job eigentlich überqualifiziert sind. Aber Sie haben sich bewusst dafür entschieden, im Job kürzerzutreten. Von dieser Entscheidung profitiert auch Ihr zukünftiger Arbeitgeber. Mit Ihnen gewinnt er einen Mitarbeiter, der mit fachlichem Wissen punktet und im Gegensatz zu anderen Kandidaten hohe Entwicklungsmöglichkeiten mitbringt. Erkennt ein Personaler diese Vorteile nicht, sprechen Sie diese Punkte im persönlichen Gespräch an. Argumentieren Sie zum Beispiel, dass Ihr Arbeitgeber weniger Zeit und Geld in Fortbildungen investieren muss, wenn er Sie als überqualifizierten Bewerber anstellt.

Zudem wissen auch Arbeitgeber: Kandidaten, die sich gezielt für einen Job unter ihrer Qualifikation entscheiden, gelten in den meisten Fällen als glückliche Mitarbeiter – schließlich arbeiten Sie ganz bewusst und mit viel Freude in genau dem Job, den sie wollen.

Sie planen einen Berufswechsel und sind als Quereinsteiger oder überqualifizierter Kandidat auf der Suche nach einem Job in der Finanzbranche? Dann laden Sie jetzt Ihren Lebenslauf hoch!

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