Stolpersteine im Lebenslauf: Darauf sollten Sie verzichten

Von Alenka Mladina 5. Juni 2018

Grundschule, Hobbys, Praktika: Gehören diese Inhalte in den Lebenslauf? Personaler schauen bei Bewerbungen besonders sorgfältig auf den CV – und sortieren gnadenlos aus. Dabei lassen sich typische Stolpersteine mit wenig Aufwand vermeiden. Wir verraten Ihnen, welche.

Hier lesen Sie:

  • Angaben zur Grundschule? Bitte nicht!
  • Belanglose Details: Von Nebenjobs und Hobbys
  • Liste von Positionen langweilt Personaler
  • Vage Zeitangaben wirken schlampig
  • Unnötige Zusätze
  • Farben verwirren

Sie feilen an Ihrer Bewerbung und fragen sich, welche Inhalte Sie im Lebenslauf angeben – und worauf Sie besser verzichten? Der Curriculum Vitae (CV) ist das Kernstück jeder Bewerbung und einflussreicher als jedes Social Media Profil.

Personaler sehen hier besonders genau hin: Sie sortieren jeden dritten Lebenslauf vorab aus, weil er nicht ihren Erwartungen entspricht (Quelle: Studie von Robert Half). Damit Sie und Ihr Lebenslauf im Rennen bleiben, sollten Sie folgenden Stolpersteine umgehen:

Angaben zur Grundschule? Bitte nicht!

Je mehr Berufserfahrung Sie haben, umso unbedeutender wird die Schulbildung für Ihre Qualifikation. Die Grundschule hat allerdings nicht einmal im Lebenslauf von Berufsanfängern etwas zu suchen.

Wie weit zurück sollte Ihr Lebenslauf datieren? Wenn Sie sich nach dem Studium oder einer Ausbildung bewerben, reicht es, den höchsten Schulabschluss anzugeben. Das gilt natürlich erst recht für alle Bewerber mit mehr Berufserfahrung.

Belanglose Details: Von Nebenjobs und Hobbys

Wie ausführlich sollte der Lebenslauf sein? Versuchen Sie niemals, den Inhalt mit möglichst detaillierten Darstellungen aufzublähen. Vor allem junge Bewerber tappen in diese Falle, weil Sie aus wenig Berufserfahrung viel herausholen möchten. Beschränken Sie sich lieber auf wichtige und für die Stelle relevante Aufgaben.

Unwichtige Praktika werden nicht zur Superqualifikation, indem Sie jede noch so kleine Aufgabe beschreiben. Ebenso sollte der Nebenjob im Lebenslauf nur erwähnt werden, wenn er mit Ihrem beruflichen Profil zu tun hat. Dasselbe gilt für die Erwähnung von Projekten oder von Weiterbildung im Lebenslauf.

Kommen Hobbys in den Lebenslauf? Das Aufzählen von Steckenpferden, die Ihre Qualifikation nicht unterstreichen, gehört klar in die Kategorie unnötige Inhalte. So sagt die allgemeine Angabe „Lesen“ als Freizeitbeschäftigung nichts über Ihre Eignung für die Stelle als Buchhalter oder IT-Spezialist aus.

Anders als Hobbys im Lebenslauf zeigen ehrenamtliche Tätigkeiten dem Personaler, dass Sie engagiert sind. Und ein privater Blog zum Thema IT-Sicherheit kann durchaus Bonuspunkte für Computerfachleute bringen.

Jobsuche

Liste von Positionen langweilt Personaler

Was ist wichtig im Lebenslauf? Nach einem kurzen Überfliegen Ihres CV möchte der Personalverantwortliche wissen, ob Sie für die ausgeschriebene Stelle infrage kommen. Denn wenn sich viele Kandidaten beworben haben, bleiben für den Check eines einzelnen Lebenslaufs nur wenige Minuten. Um in den engeren Kandidatenkreis aufgenommen zu werden, muss der Inhalt stimmen.

Was gehört in den Lebenslauf hinein? Ist die Konkurrenz groß, müssen Sie sich von den anderen Bewerbern abheben. Das schaffen Sie nicht, indem Sie nur verschiedene Positionen aneinanderreihen. Eine solche Liste lässt Personaler höchstens gähnen. Die Bezeichnung „Buchhalter bei Firma XYZ“ kann zwar als Überschrift dienen. Doch darunter sollten Sie Ihre wichtigsten Projekte aufzählen und welche Rolle Sie darin übernommen haben.

Wenn Sie das meiste aus Ihren Erfahrungen herausholen möchten, vergessen Sie die Ergebnisse nicht. Zeigen Sie dem Personaler so nachvollziehbar wie möglich, was das Projekt dem Unternehmen gebracht hat. Am überzeugendsten schaffen Sie das mit Zahlen – zum Beispiel der prozentualen Einsparung beim Projekt-Budget oder anderen relevanten Angaben für den neuen Job.

Vage Zeitangaben wirken schlampig

Der Inhalt Ihres Lebenslaufs soll dem Personaler möglichst viele Fragen beantworten – und keine neuen aufwerfen. Besonders diese Frage sollte er sich nicht stellen müssen: „In welchem Zeitraum war der Kandidat bei diesem Unternehmen beschäftigt?“ Manche Bewerber versuchen zu verschleiern, dass Sie einige Zeit ohne Job waren. Doch mit solchen Angaben erregen Sie genau diesen Verdacht:

2013 – 2016 Buchhalter bei Firma XYZ

Geben Sie stattdessen die Dauer Ihrer beruflichen Stationen immer mit Monat und Jahr an:

3/2013 – 8/2016 Buchhalter bei Firma XYZ

Denken Sie daran: Die ein oder andere Lücke im Lebenslauf ist für die meisten Personaler kein K.-o.-Kriterium – solange Sie nachvollziehbar erklärt wird. Sonst erwecken Sie zusätzlich den Eindruck, entweder schlampig zu arbeiten oder etwas verbergen zu wollen. Beides bedeutet das Aus für Ihre Bewerbung.

Unnötige Zusätze im Lebenslauf

Manche Formulierungen haben sich zwar in Lebensläufen etabliert, geben dem Leser aber keinerlei Informationen – und nehmen somit nur Platz weg. Dazu gehört beispielsweise der Satz „Referenzen schicke ich Ihnen gern auf Nachfrage“.

Unser Tipp: Wenn Sie aussagekräftige Referenzen von ehemaligen Vorgesetzten besitzen, schicken Sie diese sofort mit. Davon profitiert jede Bewerbung.

Farben verwirren

Welche Formatierung wählen Sie für Ihren Lebenslauf? Seien Sie im Schriftbild bitte nicht zu originell, außer Sie bewerben sich in einer Kreativ-Branche. Manche Bewerber versuchen, ihren Lebenslauf hervorzuheben, indem Sie ihn sehr bunt gestalten. Das ist meist kontraproduktiv für den Inhalt. Durch Farben verliert ein Lebenslauf an Struktur. Viele Kombinationen wirken zudem eher gewollt als gekonnt.

Nutzen Sie stattdessen für die Formatierung Ihres Lebenslaufs lieber Überschriften, Spalten und sorgfältig ausgewählte Fettungen. Sie verleihen dem Lebenslauf Struktur und heben besonders wichtige Stellen hervor.

Wenn Sie diese Dinge beachten, bei der Wahrheit bleiben und zudem noch formale Fehler im Lebenslauf vermeiden, sind Sie so manchem Mitbewerber einen Schritt voraus.

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Bildquelle: © Tanner Vines - unsplash.com

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