Hinter den Kulissen: Was genau macht eigentlich ein Personalberater?

Von Alenka Mladina 8. Oktober 2014

Eine Garantie für die Vermittlung in den perfekten Job gibt Thomas Hoffmann als Personalberater nie. Aber die Chancen stehen gut, wenn einige Voraussetzungen erfüllt sind. Seit fünf Jahren arbeitet er als Personalberater bei Robert Half und ist dabei für die Niederlassungen in Berlin und Hamburg zuständig. Mit der Robert Half Blog-Redaktion sprach er über das gelungene Zusammenspiel von Personalberater und Bewerber.

Alenka Mladina: Thomas, immer wieder werde ich gefragt: Was macht ein Personalberater eigentlich genau? Du machst diesen Job schon sehr lange. Daher gebe ich diese Frage gern an dich weiter.

Der Job als Personalberater ist wunderbar, weil man mit Menschen arbeitet und ihnen hilft, einen neuen Job oder einen neuen Mitarbeiter zu finden. Das gibt einem das Gefühl, etwas wirklich Sinnvolles zu tun.

Generell hat ein Personalberater bei Robert Half sowohl den Bewerber- als auch den Stellenmarkt im Blick. Dabei ist man immer auf der Suche nach interessanten Positionen und dazu passenden Kandidaten. Deshalb lautet die tägliche Hauptaufgabe auch: Netzwerkpflege.

Als Personalberater spricht man täglich mit mehreren Bewerbern und Kunden persönlich. Nur so erlangt man eine sehr gute Marktkenntnis und kann sowohl die Kunden als auch Kandidaten realistisch über Chancen, marktübliche Gehälter und Trends informieren.

Dieser Service ist übrigens für Bewerber kostenlos. Wenn es zur erfolgreichen Vermittlung kommt, trägt das Unternehmen die vollen Kosten.

Wie kommen Bewerber und Personalberater üblicherweise zusammen?

In den vergangenen zehn Jahren hat sich Robert Half einen sehr guten Namen im Markt erarbeitet. So läuft heute tatsächlich viel über Empfehlungsmarketing. Gute Leute kennen gute Leute. Deshalb ist die Netzwerkarbeit so wichtig.

Hinzu kommen Bewerbungen auf unsere Stellenausschreibungen. Unser Vorteil hier bei Robert Half ist die Spezialisierung auf das Finanz- und Rechnungswesen, die IT-Branche sowie Assistenz- und kaufmännische Berufe. Deshalb kommen Veränderungswillige aus diesen Bereichen gern auf uns zu. Sie wissen, dass wir in deren Berufen immer Jobs haben.

Manche Stellen werden auch gar nicht ausgeschrieben, weil wir in unserem Netzwerk sofort geeignete Kandidaten identifizieren können. Häufig suchen wir auch für Unternehmen, die einer breiten Öffentlichkeit kaum bekannt, aber tolle Arbeitgeber sind. Dadurch entstehen ganz andere Perspektiven. Ich behaupte mal, viele unserer Kunden und Kandidaten würden ohne unseren täglichen Job als Personalberater nie zueinander finden.

Was kann ein Personalberater jemandem bieten, der sich beruflich verändern will?

Ganz einfach: ein Netzwerk, was er selbst nicht hat, und den direkten Kontakt zu Entscheidern aus dem jeweiligen Fachbereich. Der Job als Personalberater schließt auch den Karriereberater mit ein. Kandidaten können benennen, was sie sich für ihre Zukunft wünschen, wo sie hinwollen. Und wir schlagen Stellen vor, die dazu passen, oder geben Tipps, welche Qualifikation womöglich noch fehlt.

Der Prozess ist also nicht auf eine bestimmte Stelle ausgerichtet, sondern auf die Wünsche des Kandidaten. Auch über den eigenen Marktwert erfährt der Bewerber so einiges. Wo stehe ich und was fehlt mir noch für einen bestimmten Karriereschritt? Das ist ganz wichtig. Denn nur, wenn wir den Kandidaten so beraten, dass er bei einem Arbeitgeber langfristig zufrieden ist und bleibt, werden wir auch weiterempfohlen.

Mal Hand auf’s Herz: Was ist dein persönliches Rezept für eine erfolgreiche Vermittlung?

Da kann ich nur immer wieder sagen: offen und ehrlich kommunizieren. Wir sprechen hier von langfristigen Perspektiven für Unternehmen und Kandidaten. Deshalb ist es wichtig, dass der Kandidat genau weiß, was er möchte und was nicht, welche Entwicklung er verfolgen möchte und was am Monatsende auf seinem Gehaltszettel stehen soll.

Das gleiche gilt für meinem Job als Personalberater. Ich biete aktuelle Möglichkeiten, zeige den Kandidaten, wo sie stehen, und bringe sie mit meiner Marktkenntnis vielleicht auf weitere Karrieremöglichkeiten, die sie so noch gar nicht gesehen haben. Dazu gehört sicherlich auch, dass ich einem Kandidaten sagen muss, dass seine Gehaltsvorstellung nicht dem marktüblichen Niveau entspricht. Oder ich berate die Entscheider eines Unternehmens dahingehend, dass sie nur die besten Kandidaten für sich gewinnen, wenn sie bestimmte Zusatzleistungen anbieten.

Zum Vermittlungsprozess gehört ja immer ein persönliches Vorstellungsgespräch – erst bei uns im Haus und dann auch mit dem Kunden. Was hinterlässt aus deiner Erfahrung neben dem fachlichen Können den stärksten Eindruck bei Entscheidern?

Meine Erfahrung zeigt, dass vor allem Persönlichkeit ankommt. Fähigkeiten hin oder her: Der Kandidat muss ins Team passen. Wenn er sich dafür verbiegt, fällt das auf. Auch an dieser Stelle ist offene und ehrliche Kommunikation entscheidend.

Was ist dein Top-Tipp für Kandidaten, um im Vorstellungsgespräch zu bestehen?

Für mich sind auch hier Authentizität und Ehrlichkeit die Schlüssel. Also nicht so reden, wie es vielleicht gewünscht sein könnte, sondern ehrlich sein. Spätestens nach vier bis acht Wochen bröckelt die Fassade sowieso. Das ist für alle Beteiligten, auch für mich ärgerlich. Ich habe meinen Job als Personalberater nur gut gemacht, wenn der Kunde und der Kandidat langfristig zufrieden waren.

Und wo siehst Du die gefährlichsten Fallstricke in einem Bewerbungsgespräch?

Ich erlebe tatsächlich immer wieder, dass Bewerber nicht auf die Frage „Warum wollen Sie gerade bei uns arbeiten?“ antworten können. Die taucht in fast jedem Vorstellungsgespräch auf und daher sollten sich Bewerber entsprechend darauf vorbereiten. Es geht hierbei nicht um die „richtige“ Antwort. Vielmehr versuchen Personalentscheider damit herauszuhören, wie intensiv sich der Kandidat mit dem Stellenangebot und dem Unternehmen beschäftigt hat. 

Wenn Bewerber darauf nicht vorbereitet sind, fehlt entweder die Ernsthaftigkeit oder es ist schon Überheblichkeit. Beides ist keine gute Basis. Manche verzocken sich beim Gehaltswunsch. Andere ziehen sich falsch an oder verstellen sich. Vor einem Interview spreche ich auch diese Dinge an, um den Kandidaten auf die Situation vorzubereiten.

Vielen Dank, Thomas, für das Gespräch und die interessanten Einblicke!

Wenn Sie das Interview neugierig gemacht hat und Sie auf der Suche nach einer neuen Herausforderung im Finanz- und Rechnungswesen, IT- oder Assistenz- und kaufmännischen Bereich sind, bewerben Sie sich doch einfach online: 

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