Der zweite Monat im neuen Job: Überzeugen und Networken

Von Alenka Mladina 5. Juni 2015

Wenn Sie in den ersten 30 Tagen im neuen Job aufmerksam und lernbereit waren, haben Sie einen wichtigen Grundstein gelegt. In den nächsten 30 Tagen sollten Sie mit Leistung überzeugen und Selbsmarketing betreiben. Wie das funktioniert und warum Networking jetzt wichtig ist, zeigt der zweite Teil unserer Serie "Die ersten 60 Tage im neuen Job".

Sie haben alle typischen Fettnäpfchen der ersten 30 Tage im neuen Job sicher umschifft und somit die erste Hürde im „Onboarding“ geschafft. Sie haben sich an Ihren neuen Arbeitsplatz gewöhnt, kennen Ihre Kollegen und wissen über die Strukturen, Arbeitsabläufe und Hierarchien des Unternehmens schon gut Bescheid. Die nächsten 30 Tagen sollten Sie nun nutzen, um mit den ersten Projekterfolgen Ihre fachlichen Skills unter Beweis zu stellen und sich im Arbeitsumfeld ein persönliches Netzwerk aufzubauen.

Das richtige Selbstmarketing: Know-how auf dem Prüfstand

Erste Leistungserfolge und gutes Selbstmarketing sind im zweiten Monat in Ihrer neuen Stelle gefragt. Sie sollten zeigen, dass Sie sich gut eingearbeitet haben – und beweisen, dass Ihre Fähigkeiten eine Bereicherung für das Unternehmen darstellen.

Im ersten Mitarbeitergespräch haben Sie von Ihrem neuen Chef idealerweise bereits die ersten Projekte bekommen und messbare Ziele vereinbart. Weil man Ihnen damit erstmals Verantwortung übertragen hat, stehen jetzt Ihre fachlichen Skills auf dem Prüfstand. Sorgen Sie daher dafür, dass Sie die einzelnen Schritte und Teilerfolge Ihres Projekts gut dokumentieren. So können Sie in Ihrem nächsten Feedbackgespräch die Ergebnisse fundiert nachweisen und von sich überzeugen.

Das zweite Feedbackgespräch im neuen Job

Am Ende des zweiten Monats im neuen Job ist es Zeit, das nächste Feedbackgespräch zu vereinbaren. Fragen Sie proaktiv nach einem Termin, falls Ihr Vorgesetzter diesen nicht ohnehin schon angesetzt hat. Gehen Sie darin Ihre Projekte durch und stellen Sie vor allem Ihre ersten Erfolge und Ergebnisse vor. Damit beweisen Sie nicht nur, dass Sie etwas geleistet haben und auch weiterhin motiviert sind, sondern können zudem sichergehen, dass Sie alle Arbeitsabläufe richtig verstanden haben.

Wer sich im Unternehmen gut etablieren will, muss neben einem guten Selbstmarketing im zweiten Monat der Einarbeitungsphase effizientes Networking betreiben.

5 Regeln fürs Networking im neuen Job

Networking-Regel Nr. 1: Ergreifen Sie Eigeninitiative

Die interessantesten Kontakte im neuen Job klopfen in den seltensten Fällen von selbst an Ihre Tür. Ergreifen Sie Eigeninitiative, zum Beispiel durch einen kleinen Einstand. Gehen Sie offen und freundlich auf möglichst viele Kollegen zu und suchen Sie Gemeinsamkeiten – ob beruflich oder privat ist im ersten Schritt egal. Damit haben Sie für spätere Gespräche bereits Anknüpfungspunkte. Um diese Kontakte zu vertiefen oder neue zu knüpfen, bietet sich im ersten Schritt auch immer eine ungezwungene Verabredung zum Mittagessen an. Auf After-Work-Events sollten Sie selbstverständlich gerade in der Anfangszeit nicht fehlen.

Networking-Regel Nr. 2: Knüpfen Sie die richtigen Kontakte

Zwar ist im neuen Job grundsätzlich jeder Kontakt wertvoll, aber Sie haben kaum die Zeit, den ganzen Tag mit Small Talk in der Kaffeeküche oder beim Business Lunch zu verbringen. Deshalb sollten Sie sich überlegen, welche Kontakte Sie im neuen Job wirklich weiterbringen: Wer weiß über relevante Themen Bescheid? Wer verfügt selbst über ein großes Netzwerk? Solche Kontakte sind essenziell für erfolgreiches Networking.

Networking-Regel Nr. 3: Sie sollten nicht nur nehmen, sondern auch geben

Auch im neuen Job ist das Netzwerken keine einseitige Sache. Beim Networking sollten Sie hilfreiche Informationen austauschen oder Hilfe anbieten. Vielleicht haben Sie sich in bisherigen Projekten mit Themen befasst, die dem Kollegen bei einem aktuellen Projekt weiterhelfen? Oder Sie könnten interessante Kontakte aus Ihrem letzten Job vermitteln?

Networking-Regel Nr. 4: Setzen Sie auf Klasse statt Masse

In einem großen Netzwerk wird das Verhältnis schnell oberflächlich. Konzentrieren Sie sich im neuen Job deshalb lieber auf wenige, besonders nützliche Kontakte und pflegen Sie diese intensiv. Das sind in erster Linie Ihr Vorgesetzter und Kollegen, mit denen Sie täglich zu tun haben. Halten Sie aber auch den Kontakt mit Kollegen, die wichtige Informationen über das Unternehmen oder Prozesse im Generellen haben, längerfristig aufrecht – dieses Wissen könnte Ihnen zu einem späteren Zeitpunkt sehr nützlich sein.

Networking-Regel Nr. 5: Nutzen Sie alle Gelegenheiten

Business Lunch, After-Work-Event und Soziale Netzwerke gehören zu den klassischen Gelegenheiten zum Networking. Gerade für den Erstkontakt im neuen Job ist es wichtig, auch Gelegenheiten wahrzunehmen, die über den Plausch an der Kaffeemaschine oder am Kopiergerät hinausgehen. Wenn Sie einen Kollegen in der U-Bahn oder im Aufzug treffen, kann das Ihre Chance für einen wegweisenden Small Talk sein.

Wer überzeugt, der erntet Vertrauen

Im zweiten Monat im neuen Job haben Sie Kollegen und Vorgesetzte nun durch Networking und Selbstmarketing sowohl von Ihrer Person als auch von Ihrem Fachwissen überzeugt. Wenn Sie sich dabei geschickt angestellt haben, wird man Sie nun als kompetent einordnen, Ihnen Vertrauen entgegenbringen und Ihre Vorschläge ernst nehmen. Im dritten Teil unserer Serie erfahren Sie, wie Sie dieses Vertrauen nutzen, um eigene Ideen einzubringen und umzusetzen.

Welche Erfahrungen haben Sie in den ersten 60 Tagen im neuen Job gemacht und haben Sie weitere Selbstmarketing- und Networking-Tipps? Wir freuen uns über Ihre Tipps im Kommentarfeld unten.

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