Zweiter Monat im neuen Job: Das ist jetzt wichtig

Von Alenka Mladina 9. Mai 2019

Geschafft! Die ersten Wochen im neuen Job haben Sie erfolgreich gemeistert: Sie waren aufmerksam und angemessen zurückhaltend. Jetzt gehen Sie den zweiten Monat genauso vorbildlich an. In den nächsten vier Wochen steht Folgendes auf Ihrer Agenda: Mit Leistung überzeugen, Selbstmarketing betreiben, die neuen Kollegen kennenlernen und netzwerken. Wie das funktioniert, zeigt der zweite Teil unserer Serie „Die ersten 90 Tage im neuen Job”.

Hier lesen Sie:

Neu fokussieren im zweiten Monat

Im vergangenen Monat haben Sie vor allem Informationen gesammelt, sich eingewöhnt und hoffentlich alle Fettnäpfchen, die ein neuer Job mit sich bringt, umschifft. Ihr neuer Arbeitsplatz ist Ihnen bereits vertraut und Sie wissen über die Strukturen, Arbeitsabläufe und Hierarchien des Unternehmens schon gut Bescheid. Herzlichen Glückwunsch!

Doch das ist natürlich nur der der Grundstein für Ihre erfolgreich Karriere beim neuen Arbeitgeber. Jetzt, in Monat zwei, stehen neue Herausforderungen an. Es ist an der Zeit, ein wenig aktiver zu werden. Das steht in den nächsten vier Wochen auf Ihrer To-do-Liste:

  • Sie sollten Ihre neuen Kollegen kennenlernen, und zwar noch besser, als bisher. In diesem Zusammenhang geht es auch um ein geschicktes Networking.
  • Außerdem wird es langsam Zeit für angemessenes Selbstmarketing.

Nähe suchen, Abstand halten

Keine Frage: Der Anfang in einem neuen Job ist anstrengend. Das gilt nicht nur für die Basics der ersten 30 Tage. So ist der zweite Monat der richtige Zeitpunkt, um ein funktionierendes Netzwerk im Unternehmen aufzubauen. Sie sollten neue Kontakte knüpfen und den Umgang im Unternehmen innerhalb und außerhalb Ihres Teams pflegen.

Das ist allerdings gar nicht so einfach, wie es zunächst klingen mag. Zwar konnten Sie in den letzten Wochen bereits einige neuen Kollegen kennenlernen. Doch dürfte das Verhältnis bislang meist noch etwas oberflächlich sein.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Es geht um Kollegen, nicht um Kumpel. Ein gewisser professioneller Abstand sollte daher gewahrt bleiben, vor allem in dieser noch frühen Phase. Trotzdem können Sie sich etwas annähern. Sie brauchen schließlich Informationen, um an einer weiterführenden Strategie Ihrer Karriere zu arbeiten. Das setzt ein gewisses Maß an Kontakt und Austausch voraus.

Das Problem: Beide Herausforderungen – die neuen Kollegen kennenlernen und Selbstmarketing – müssen Sie parallel angehen. Dabei könnten Sie sich auf dünnes Eis begeben. Schließlich sind Ihr Arbeitsplatz und das Geflecht, in das er eingebunden ist, noch weitgehend unbekanntes Terrain für Sie.

Eventuell könnten Sie mit arglos geäußerten Kommentaren jemandem unangenehm auffallen. Hat der einen guten Draht zum Chef, ist das für Ihr Fortkommen vielleicht ein Problem. Gehen Sie also mit Bedacht vor und studieren Sie, wer mit wem verbandelt ist und wie das Verhalten unter Kollegen allgemein läuft.

Netzwerken im neuen Job: 5 Networking-Tipps

Als Neuer stehen Sie anfangs allein auf weiter Flur. Das ist ganz normal, sollten Sie aber langsam ändern. Was Sie dazu brauchen, ist ein Netzwerk. Das müssen Sie sich aufbauen, Schritt für Schritt. Das heißt natürlich, dass sie neue Kollegen kennenlernen. Aber gehen Sie dabei nicht vorschnell und wahllos vor. Stattdessen orientieren Sie sich an den folgenden fünf Ratschlägen.

Networking-Tipp Nr. 1: Ergreifen Sie Eigeninitiative

Die interessantesten Kontakte im neuen Job klopfen in den seltensten Fällen von selbst an Ihre Tür. Ergreifen Sie Eigeninitiative, zum Beispiel durch einen kleinen Einstand. Gehen Sie offen und freundlich auf möglichst viele Kollegen zu. Bieten Sie Ihre Hilfe an und suchen Sie Gemeinsamkeiten – ob beruflich oder privat ist im ersten Schritt egal. Damit haben Sie für spätere Gespräche bereits Anknüpfungspunkte.

Um diese Kontakte zu vertiefen oder neue zu knüpfen, bietet sich im ersten Schritt eine ungezwungene Verabredung zum Mittagessen an. Auf After-Work-Events sollten Sie selbstverständlich gerade in der Anfangszeit nicht fehlen. Aber bitte fallen Sie nicht aus der Rolle, falls es dabei mal etwas lockerer zugeht.

Networking-Tipp Nr. 2: Neue Kontakte knüpfen – aber die richtigen

Zwar ist im neuen Job grundsätzlich jeder Kontakt wertvoll.  Aber Sie haben vermutlich kaum die Zeit, den ganzen Tag mit Small Talk in der Kaffeeküche oder beim Business Lunch zu verbringen. Deshalb sollten Sie sich überlegen, welche Kontakte Sie im neuen Job wirklich weiterbringen:

Wer weiß über relevante Themen Bescheid?
Wer verfügt selbst über ein großes Netzwerk?

Solche Kontakte sind essentiell für erfolgreiches Networking.

Networking-Tipp Nr. 3: Nehmen und Geben

Auch im neuen Job ist das Netzwerken keine einseitige Sache. Beim Umgang mit Kollegen sollten Sie hilfreiche Informationen austauschen und, wo möglich, Hilfe anbieten. Vielleicht haben Sie sich in bisherigen Projekten mit Themen befasst, die einem Teammitglied bei einem aktuellen Projekt weiterhelfen? Oder können Sie interessante Kontakte aus Ihrem letzten Job vermitteln?

Networking-Tipp Nr. 4: Setzen Sie auf Klasse statt Masse

In einem großen Netzwerk wird das Verhältnis schnell oberflächlich. Konzentrieren Sie sich im neuen Job deshalb lieber auf wenige, besonders nützliche Kontakte und pflegen Sie diese intensiv. Das sind in erster Linie Ihr Vorgesetzter und Kollegen, mit denen Sie täglich zu tun haben.

Halten Sie aber auch den Kontakt mit Kollegen, die wichtige Informationen über das Unternehmen oder Prozesse im Generellen haben, längerfristig aufrecht – dieses Wissen könnte Ihnen zu einem späteren Zeitpunkt sehr nützlich sein.

Networking-Tipp Nr. 5: Nutzen Sie alle Gelegenheiten

Business Lunch, After-Work-Event und soziale Netzwerke gehören zu den klassischen Gelegenheiten zum Networking. Gerade für den Erstkontakt im neuen Job ist es wichtig, auch Chancen wahrzunehmen, die über den Plausch an der Kaffeemaschine oder am Kopiergerät hinausgehen.

Wenn Sie einen Kollegen in der U-Bahn oder im Aufzug treffen, kann das Ihre Chance für einen wegweisenden Small Talk sein.

Selbstmarketing: Beweisen Sie Ihr Können

Wie gesagt, sollten Sie in dieser Phase eines neuen Jobs zweigleisig fahren. Parallel zum Aufbau Ihres Netzwerks geht es um Ihre ersten Leistungserfolge und gutes Selbstmarketing. Sie sollten zeigen, dass Sie sich richtig eingearbeitet haben – und beweisen, dass Ihre Fähigkeiten eine Bereicherung für das Unternehmen sind.

Kurzer Rückblick: Im ersten Mitarbeitergespräch haben Sie von Ihrem neuen Chef idealerweise bereits die ersten Projekte bekommen und messbare Ziele vereinbart. Weil man Ihnen damit erstmals Verantwortung übertragen hat, stehen jetzt Ihre fachlichen Skills auf dem Prüfstand.

Sorgen Sie daher dafür, dass Sie die einzelnen Schritte und Teilerfolge Ihres Projekts gut dokumentieren. So können Sie in Ihrem nächsten Feedbackgespräch die Ergebnisse fundiert nachweisen und von sich überzeugen.

Zweiter Monat, zweites Feedbackgespräch

Am Ende des zweiten Monats im neuen Job ist es Zeit, das nächste Feedbackgespräch zu vereinbaren. Fragen Sie nach einem Termin, falls Ihr Vorgesetzter diesen nicht ohnehin schon angesetzt hat. Gehen Sie darin Ihre Projekte durch und stellen Sie vor allem Ihre ersten Erfolge und Ergebnisse vor.

Damit beweisen Sie nicht nur, dass Sie etwas geleistet haben und auch weiterhin motiviert sind, sondern können zudem sichergehen, dass Sie alle Arbeitsabläufe richtig verstanden haben.

Der Dialog mit Ihrem Vorgesetzten löst bei Ihnen ein mulmiges Gefühl aus? Das kennen viele andere Beschäftigte auch. Keine Sorge, gut vorbereitet sind Sie nie mehr sprachlos im Mitarbeitergespräch.

Kompetenz vermitteln, Vertrauen verdienen

Im zweiten Monat im neuen Job haben Sie Kollegen und Vorgesetzte nun dank Networking-Tipps und Selbstmarketing sowohl von Ihrer Person als auch von Ihrem Fachwissen überzeugt. Wenn Sie sich dabei geschickt angestellt haben, wird man Sie nun als kompetent einordnen, Ihnen Vertrauen entgegenbringen und Ihre Vorschläge ernst nehmen.

 

Im dritten Teil unserer Serie erfahren Sie, wie Sie dieses Vertrauen nutzen, um eigene Ideen einzubringen und umzusetzen.

Welche Erfahrungen haben Sie in den ersten 60 Tagen im neuen Job gemacht und haben Sie weitere Selbstmarketing- und Networking-Tipps? Wir freuen uns über Ihre Tipps im Kommentarfeld unten.

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Bildquelle © benwhitephotography - Unsplash.com

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