Tipps für das perfekte Anschreiben

Frau liest am Tablet

Das Anschreiben der Bewerbung ist die erste große Herausforderung Ihres (potenziellen) neuen Jobs. Damit es nicht die letzte bleibt, muss einfach alles stimmen: Es darf nicht zu lang und nicht zu kurz sein und trotzdem alle relevanten Informationen über Sie enthalten, damit der Leser einen guten Eindruck von Ihnen gewinnt.

 

Es sollte so formuliert sein, dass der Leser Lust darauf bekommt, mehr von Ihnen zu erfahren, gleichzeitig aber bereits möglichst viel über Sie verraten. Und ganz nebenbei sollte das Anschreiben exakt den schmalen Grat zwischen Selbstbewusstsein und Arroganz treffen, um nicht schon vorzeitig wegen Überheblichkeit oder Unterwürfigkeit aussortiert zu werden.

Keine ganz einfache Aufgabe – aber durchaus machbar.

Tipp 1: Schreiben Sie das Anschreiben nur für ein Unternehmen

Alle oben genannten Forderungen im Anschreiben zu erfüllen, kostet Zeit und Muse. Deshalb nutzen viele Kandidaten die scheinbare Chance, ein gelungenes Anschreiben einfach zu kopieren und für mehrere potenzielle Arbeitgeber zu verwenden. Tun Sie es nicht! Zum einen laufen Sie sehr viel leichter Gefahr, dass sich beim Anpassen von Adressdaten und Ansprechpartnern der Fehlerteufel einschleicht. Und wenn der Straßenname auf dem Anschreiben nicht stimmt oder der Adressat in der Anrede plötzlich den Namen wechselt, sind Sie schon aus dem Rennen, bevor es begonnen hat.

Und zum anderen – und das ist der weit wichtigere Punkt – merken Personaler recht schnell, ob Sie sich tatsächlich auf eine ausgeschriebene Stelle oder ein bestimmtes Unternehmen bewerben, oder ob Sie ein Standardanschreiben an mehrere Empfänger verschickt haben.

Nehmen Sie sich daher die Zeit, das Anschreiben individuell an jedes Unternehmen anzupassen, bei dem Sie sich bewerben.

Nur so können Sie wirklich darlegen, warum Sie die richtige Person für exakt diese Stelle sind. Und mal ehrlich: Gibt es wirklich so viele Unternehmen, bei denen Sie arbeiten möchten?

Tipps 2: Sie sind die richtige Person für diesen Job – zeigen Sie es

Natürlich bewerben Sie sich für einen Job, weil Sie die Stelle haben möchten. Aber welche Argumente liefern Sie dafür? Genau dafür ist das Anschreiben da: Präsentieren Sie sich dort als der perfekte Kandidat. Etwa, in dem Sie genau auf die Ausschreibung eingehen und Punkt für Punkt darlegen, welche Eignung Sie mitbringen und vor allem: wodurch sich das belegen lässt. Zu schreiben „Ich bin teamfähig und belastbar“ ist längst kein Beweis. Führen Sie besser Fakten auf: „Gemeinsam mit vier Kollegen habe ich innerhalb von drei Monaten ein kritisches Projekt abgeschlossen, das in der Folge zu einem deutlich höheren Jahresumsatz geführt hat.“

Gleichzeitig sollten Sie dabei immer selbstbewusst wirken, ohne arrogant zu sein. Bleiben Sie zudem unbedingt bei der Wahrheit! Geschönte Ergebnisse oder falsche Angaben in der Bewerbung können ein Kündigungsgrund sein, wenn Sie den Job bekommen.

Formulieren Sie Ihre Fähigkeiten klar und bringen Sie Ihr Interesse für den Job auf den Punkt.

Tipp 3: Machen Sie deutlich, dass Sie für das Unternehmen arbeiten wollen

Als Buchhalter arbeiten Sie gern mit Zahlen und fügen sich gern in Teams ein. Schön und gut. Aber warum möchten Sie dieser Tätigkeit genau bei dem Unternehmen nachgehen, bei dem Sie sich bewerben? Viele Bewerber schildern wortreich, warum Sie sich für eine Stelle eignen, und lassen dabei außen vor, warum bei dieser Firma. Das sollte aus Ihrem Anschreiben eindeutig hervorgehen. Etwa so: „Als produzierendes Unternehmen mit 400 Mitarbeitern steht Ihr Unternehmen an der Schwelle zum Großunternehmen. Die damit verbundenen Herausforderungen für die Buchhaltung reizen mich besonders und durch meine Zusatzqualifikation als Controller kann ich Ihr Team hervorragend unterstützen.“

Dabei ist es nicht nötig, dass Sie sich als glühender Verehrer der Firma hervortun. Aber es sollte deutlich werden, dass Ihr Anschreiben nicht rein zufällig auf einem Schreibtisch in diesem Unternehmen gelandet ist.

Beherzigen Sie diese drei Tipps, sind Sie dem Ziel des Bewerbungsgesprächs schon ein Stück näher gekommen. Darüber hinaus gibt es jedoch eine Vielzahl an Dingen, die Sie zusätzlich beachten sollten:

  • Formulieren Sie kurze, ausdrucksstarke Sätze und verwenden Sie aktive, starke Verben. Mit Schachtelsätzen und Passiv-Konstruktionen verwirren Sie den Leser unnötig.
  • Wiederholen Sie nicht Ihren Lebenslauf. Wenn der Personaler Ihre Jobhistorie lesen will, schaut er dort nach. Nutzen Sie lieber die Chance, auf einzelne wichtige Ergebnisse einzugehen, die im direkten Zusammenhang mit der Stelle stehen.
  • Sprechen Sie nur über relevantes. Dass Sie vor Jahren als Praktikant in einer Autowerkstatt vom Chef für Ihre Lackierkünste gelobt wurden, ehrt Sie. Ist aber für die Stelle als IT-Fachmann nicht von Bedeutung.
  • Fassen Sie sich kurz. Länger als eine DIN A4-Seite sollte Ihr Anschreiben nicht sein. Und zwar in einer Schriftgröße, die lesbar ist.
  • Korrigieren Sie Fehler. Alle. Und dann lassen Sie jemanden das Anschreiben gegenlesen, dem Sie vertrauen.

 

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