Arbeiten in Hamburg: Hanseatische Tradition und internationales Business

Von Alenka Mladina 3. Dezember 2018

Keine Frage: Die Hansestadt im Norden hat ein ganz besonderes Flair. Und das macht auch das Arbeiten in Hamburg attraktiv. Der Hafen fasziniert nicht nur Touristen aus aller Welt, sondern sorgt auch für jede Menge Jobs – vor allem in den Branchen Logistik und Handel. Was der Hamburger Arbeitsmarkt sonst noch zu bieten hat, verrät unser Kollege Christopher Große-Beilage im Interview – und räumt auch gleich mit verbreiteten Vorurteilen auf. 

Hanseatische Kaufmannstradition, solider Mittelstand, internationale Konzerne und innovative Start-ups: Der Arbeitsmarkt in Hamburg ist so vielfältig wie die Stadt selbst. Einer, der sich bestens damit auskennt, ist Christopher Große-Beilage, Associate Director der Hamburger Robert Half Niederlassung. Im Interview erzählt er uns, für wen die Stadt besonders gute Karrierechancen bietet – und was er am Arbeiten und Leben in Hamburg schätzt.

Stichwort Arbeiten in Hamburg: Welche Branchen sind hier besonders vertreten?

Christopher Große-Beilage: „Hamburg hat den größten Seehafen in der Bundesrepublik und den zweitgrößten in Europa. Das bestimmt auch den Arbeitsmarkt: Von besonderer Bedeutung sind hier die Branchen Handel und Logistik. Wer dort einen Job sucht, hat in Hamburg beste Chancen – deutlich bessere als in anderen deutschen Städten. Außerdem ist Hamburg einer der führenden Medienstandorte in Deutschland. Dafür sorgen neben alteingesessenen Verlagshäusern auch die rund 2.000 Multimediaunternehmen und innovative Start-ups.“

In der Elbmetropole ist auch der Mittelstand sehr stark vertreten. Diese sogenannten „Hidden Champions“ bieten vor allem Berufseinsteigern gute Möglichkeiten, mit ihrer Karriere schnell durchzustarten. Aufgrund der Vielfalt an Unternehmensformen und Branchen stehen die Chancen gut, in Hamburg den Arbeitgeber zu finden, der optimal zu den eigenen Vorstellungen passt.

Gibt es auf dem Arbeitsmarkt in Hamburg irgendwelche Besonderheiten?

Christopher Große-Beilage: „Die gibt es tatsächlich! Anders als zum Beispiel in Berlin, das nur zwei Zugstunden entfernt liegt, ist der Arbeitsmarkt in Hamburg sehr stabil. Es herrscht eine solide und konsequente Nachfrage an Arbeitskräften. Der Markt ist wenig konjunktur- und jahreszeitenabhängig. Es gibt keine großen Schwankungen, was Projektnachfragen angeht.“

In der ewigen Rivalität der beiden größten deutschen Städte geht dieser Punkt ganz klar an Hamburg. Grundsätzlich bietet der Hamburger Arbeitsmarkt gute Chancen für Arbeitnehmer. Die Arbeitslosigkeit in der Elbmetropole ist konstant rückläufig. Im Oktober 2018 konnte der Hamburger Arbeitsmarkt eine Rekordbeschäftigung verzeichnen. 

Was muss man mitbringen, um in Hamburg Karriere zu machen?

Christopher Große-Beilage: „Hamburger gelten als bodenständig und zuverlässig. Kandidaten, die diese Eigenschaften mitbringen, haben hier auch im Beruf Erfolg. Anders als in anderen deutschen Metropolen kommt es in der Hansestadt nicht so sehr darauf an, möglichst hip, individuell und kommunikativ zu sein oder interkulturelle Erfahrung mitzubringen. So ticken auch die Kunden der Unternehmen hier nicht. Kandidaten, die mit Expertenwissen glänzen und sich an die klassische Büro-Etikette halten, haben in Hamburg gute Chancen. Wer überzeugen möchte, sollte wissen, was er kann – und mit diesen Eigenschaften punkten. “

Natürlich kommt es immer auch auf die Branche an. Generell schadet hanseatisches Understatement bei der Jobsuche in der Elbmetropole nicht. Zwar geht es zum Beispiel in der Medien- und Musikwirtschaft, die in Hamburg beide stark vertreten sind, lockerer zu als bei traditionsreichen Handelsunternehmen. Doch auch hier gilt: Anpacken statt schnacken.

Warum lohnt es sich, in Hamburg nach einem neuen Job zu suchen?

Christopher Große-Beilage: „Mir als Personalexperte fällt da natürlich als erstes die erfreuliche Arbeitsmarktsituation ein. Der Arbeitnehmermarkt mit seiner hohen Nachfrage an Fachkräften sorgt für gute Chancen, einen Job zu finden. Dazu ist der Branchenmix hier sehr reizvoll.“

Als bedeutende Hafenstadt ist Hamburg natürlich eine Handelsmetropole mit vielen Jobs in diesem Bereich und in der Logistik. Doch auch internationale Großkonzerne aus anderen Branchen haben sich an der Elbe niedergelassen, darunter zum Beispiel Google und Airbus. Hinzu kommt ein breiter Mittelstand, der gute Karrierechancen bietet und eine lebendige Start-up-Szene.

„Und auch abseits des Arbeitsmarkts ist Hamburg vielfältig und bietet einen hohen Freizeitwert. Ich bin begeistert davon, dass hier modern auf alt trifft. In der Hafencity finden Sie die Elbphilharmonie mit ihrer expressiven Architektur direkt neben historischen Gebäuden, um nur ein Beispiel zu nennen.

Gleichzeitig ist Hamburg sehr gepflegt, sauber und aufgeräumt. Es gibt eine direkte Anbindung ans Wasser und überall viel Grün. Das sind ideale Voraussetzungen, um in einer schönen Stadt seinen Lebensunterhalt zu verdienen.“

Wie sieht es mit den Gehältern in der Hansestadt aus?

Christopher Große-Beilage: „Hamburg bietet gute Verdienstmöglichkeiten – und das bleibt auch so. Seit 2008 sind wir mit Robert Half in der Hansestadt vertreten und haben noch kein Jahr erlebt, in dem die Gehälter nicht gestiegen sind. Aktuell entspricht das Gehaltsniveau in Hamburg mit 99 Prozent in etwa dem deutschen Durchschnitt. Zum Vergleich: In Berlin liegt es nur bei 92 Prozent.“

Wie die Gehälter in den Bereichen IT und Technologie, im Finanz- und Rechnungswesen und im Assistenz- und kaufmännischen Bereich ausfallen, können Sie mit unserem Gehaltsrechner recherchieren. Darin finden Sie exakte Zahlen – detailliert aufgeschlüsselt nach Position und jeweiligem Fachbereich.

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Was ist das Beste am Arbeiten in Hamburg?

Christopher Große-Beilage: „Ganz einfach: Sie arbeiten in einer Stadt mit einem ganz besonderen Flair. Nicht ohne Grund zieht Hamburg jedes Jahr Millionen von Touristen an und ist international bekannt und beliebt. Mit einer guten Ausbildung finden Bewerber hier attraktive Jobangebote und tolle Karrieremöglichkeiten. Gleichzeitig stimmt in Hamburg auch die Work-Life-Balance. Das Freizeitangebot ist riesig, an allen Ecken und Enden der Stadt gibt es Wasser und sehr viel Grün. Und wenn Sie keine Lust auf Großstadt haben, sind Sie schnell im ländlichen Speckgürtel oder am Meer.“

Dazu kommen die höflichen und verlässlichen Menschen mit ihrem professionellen Niveau. Hamburg steht für Nachhaltigkeit, Beständigkeit und gewachsene Perspektiven. Diese Werte sind quasi in der DNA der Menschen in dieser Stadt verankert. Damit bietet Hamburg die optimale Basis für langfristige Geschäftsbeziehungen

Und was ist mit den Klischees und Vorurteilen über Hamburg und seine Bewohner?

Christopher Große-Beilage: „Klar, man kann die zurückhaltende, verlässliche Art der Hamburger auch als steif und verschlossen auslegen. Aber das Klischee des kühlen Norddeutschen, wie es oft heißt, stimmt einfach nicht. Die Hamburger sind sehr herzlich und aufgeschlossen, auch wenn sie ihr Herz nicht unbedingt auf der Zunge tragen.

Machen Sie nicht den Fehler und verwechseln Sie die hanseatische Korrektheit mit Verschlossenheit. Ich schätze diese Zuverlässigkeit sehr: In Hamburg gilt das Kaufmannsehrenwort, bei dem Geschäfte mit Handschlag besiegelt werden – und sich alle darauf verlassen können. Denn, was gesagt wurde, das gilt auch.

Nur was das Wetter angeht, sind die gängigen Vorurteile leider nicht ganz von der Hand zu weisen. Bringen Sie deshalb unbedingt eine Regenjacke mit und am besten auch Gummistiefel.“ (lacht). Wer einen Schirm benutzt, outet sich hier übrigens als Tourist. Denn bei einer ordentlich steifen Brise bringt der überhaupt nichts.“

Jenseits des Hamburger Arbeitsmarkts: Was machst Du privat am liebsten?

Christopher Große-Beilage: „Das Büro von Robert Half in Hamburg ist nur einen Katzensprung von der Alster weg. In der Mittagspause bietet es sich optimal an, einen kleinen Spaziergang um die Binnenalster zu machen. Läufer finden hier auch eine schöne Sieben-Kilometer-Runde rund um die Alster. 

In wenigen Minuten kommen Sie zudem in die Mönckebergstraße – die Haupteinkaufsstraße von Hamburg. Hier gibt es viele Passagen und Sie können fantastisch shoppen. Exquisiter wird es am Jungfernstieg und Neuen Wall, wo sich exklusive Luxusboutiquen niedergelassen haben.

Nach Feierabend sind es nur ein paar Schritte zu der ein oder anderen netten Cocktailbar – ideal, um bei einem After-Work-Drink den Tag mit den Kollegen ausklingen zu lassen oder nette Leute kennenzulernen, wenn man neu in der Stadt ist. Das geht in Hamburg wirklich einfach – von wegen verschlossene Hamburger. Und die Auswahl an tollen Bars und Restaurants ist hier wirklich fantastisch.“

 

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Bildquelle: © jonastebbe / Unsplash.com

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