Gehalt verhandeln: Das sollten Berufseinsteiger wissen

Von Alenka Mladina 4. Oktober 2018

Das Gehalt verhandeln und das als Berufseinsteiger? Ein Thema, das viele Bewerber nervös macht. Aber: Die Frage nach dem Gehalt wird im Vorstellungsgespräch kommen. Umso wichtiger ist eine gute Vorbereitung darauf. Die Personalberater helfen Ihnen dabei und verraten, was beim Vorstellungsgespräch in Sachen Gehalt zählt.

In diesem Artikel lesen Sie:

Vorstellungsgespräch und Gehalt: Viele Faktoren sind wichtig 

Welches Gehalt haben Sie sich denn vorgestellt?“ – diese Frage bereitet vielen Berufsanfängern Bauchschmerzen. Bei der Antwort gibt es schließlich viele Faktoren zu beachten: Der eigene Abschluss, die Branche, die Region und die Größe des Unternehmens beeinflussen die Höhe des künftigen Einkommens.

Doch was vielen Jobanfängern Bange macht, ist tatsächlich halb so wild: Mit einer guten Vorbereitung meistern Sie diese Aufgabe perfekt und hinterlassen einen guten Eindruck. Denn mit realistischen Forderungen zeigen Sie dem Unternehmen, dass Sie die Branche und Ihren eigenen Marktwert kennen – und erhöhen Ihre Chancen auf den Job. 

Gehalt verhandeln als Berufseinsteiger – finden Sie den richtigen Rahmen 

Eine wichtige Grundregel: Die eine, richtige Summe gibt es nicht. Stattdessen sollten Sie die branchenübliche Vergütungsstruktur kennen. Dazu benötigen Sie Informationen über Angestellte in ähnlichen Positionen.

Bekannte und Studienkollegen zu befragen, mag der erste Impuls sein, hilfreich ist das nicht immer. Denn einzelne Gehaltsangaben sagen wenig über den Markt aus. Vielmehr sind es die eigenen Kompetenzen und Erfahrungen sowie Faktoren wie Unternehmensgröße, Standort und die Nachfragesituation am Markt, die Sie für Ihren Gehaltsvergleich heranziehen sollten.

Gehalt im Vorstellungsgespräch: Legen Sie Ihre persönliche Preisspanne fest 

Innerhalb des marktüblichen Rahmens sollten Sie für sich einen Spielraum festlegen, der als Startgehalt infrage kommt. Selbstverständlich kommt es dabei auch auf Ihre persönlichen Bedürfnisse an: Machen Sie eine Aufstellung Ihrer laufenden Kosten und berücksichtigen Sie, wie Sie in ein paar Jahren leben möchten. Denn die Einstiegssumme ist die Grundlage für die weitere Gehaltsentwicklung.

Beachten Sie auch, dass das Unternehmen in vielen Fällen Ihre Gehaltsvorstellung nochmal verhandeln wird. Überlegen Sie deshalb, wie weit Sie von Ihrer Ausgangsforderung abweichen können.
Dabei lohnt es sich, immer im Hinterkopf zu behalten, dass es neben dem Gehalt noch weitere Vergütungsmöglichkeiten gibt. Wenn Sie bei Ihrer Wunschvorstellung Abstriche machen, kann Ihnen das Unternehmen im Gegenzug mehr Urlaubstage anbieten, Zuschüsse zu den Fahrtkosten oder einen Firmenwagen.

Eine Übersicht der häufigsten Zusatzleistungen haben wir nachfolgend zusammengestellt:

Top 5 Zusatzleistungen
Quelle: Arbeitsmarktstudie 2018 von Robert Half, Befragte: 500 Personalverantwortliche

Persönliche Argumente beim Thema Gehalt im Vorstellungsgespräch

Sie wissen jetzt, welche Summe Sie fordern werden und auf welche Kompromisse Sie sich einlassen können. Doch das allein reicht noch nicht. Sie müssen Ihre Forderungen auch schlüssig darlegen. Das einzige Argument, dass in diesem Fall für den (zukünftigen) Arbeitgeber zählt, ist Ihr Wert für die Firma.

Wenn Sie Ihr Gehalt verhandeln als Berufseinsteiger: Argumentieren Sie nicht mit hohen Lebenshaltungskosten. Stattdessen sollten Sie sich darauf konzentrieren, was Sie von anderen Bewerbern abhebt. Haben Sie wertvolle Zusatzqualifikationen? Sind Sie besonders flexibel? Am leichtesten wird es Ihnen fallen, wenn Sie die Argumentation vorab schon einmal mit einem Freund üben. Weitere Tipps zur Argumentation finden Sie hier.

Gehalt richtig verhandeln bei der Einstellung

Wenn Sie die vorstehenden Empfehlungen umgesetzt haben, können Sie entspannt ins Vorstellungsgespräch gehen. Sie kennen die branchenübliche Vergütung, haben eigene Anforderungen definiert und auch einen Plan B in der Tasche.

Wichtig ist jetzt, dass Sie den Gedanken an Ihren Wunschverdienst zur Seite schieben und sich auf das Gespräch konzentrieren. Schließlich gibt es wichtigere Faktoren dafür, ob Job und Unternehmen die Richtigen für Sie sind.

Verläuft das Jobinterview gut, können Sie das Thema übrigens proaktiv angehen und im Vorstellungsgespräch das Gehalt selbst ansprechen. Idealerweise warten Sie damit aber bis zum zweiten Gespräch. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn man Sie nicht sofort nach Ihren Gehaltswünschen fragt. Das heißt nicht, dass Sie aus dem Rennen sind. Wichtig ist nur, dass Sie Ihre Gehaltsvorstellung an die Anforderungen des Jobs und Ihre Qualifikation anpassen. Prüfen Sie anhand unserer Gehaltsübersicht für Finanz-, IT- und kaufmännische Berufe gleich, ob Ihr Gehaltswunsch realistisch ist:

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