Ablenkung? Keine Chance! 7 Tipps, wie Sie im Home-Office produktiv arbeiten

Von Christina Holl 25. März 2020

Von zu Hause aus konzentriert zu arbeiten, fällt nicht jedem leicht. Denn Ablenkungen lauern in den heimischen vier Wänden hinter jeder Ecke. Aber es gibt ein paar einfache Tricks, mit denen Sie im Home-Office mindestens so produktiv sind wie im Büro. Wie das gelingen kann, erfahren Sie hier:

Home-Office: Fluch oder Segen?

Klar, das Arbeiten aus dem Home-Office bietet diverse Vorteile und steht nicht ohne Grund oft sehr weit oben auf der Wunschliste für den idealen Job.

Diese Begeisterung teilen aber längst nicht alle Arbeitnehmer: Die Arbeit vom heimischen Schreibtisch aus zu erledigen ist für sie reine Notwendigkeit, keine Befreiung. Etwa, weil sich Beruf und Familie nur auf diese Weise vereinbaren lassen oder der Arbeitsweg kaum zumutbar ist.

Doch ganz gleich, ob bewusste Entscheidung oder zum Home-Office “verdammt”: Wichtig ist, dass Sie wissen, wie Sie zu Hause gut und produktiv arbeiten und Lösungen für typische Hemmnisse haben. Davon profitieren Sie zum einen unmittelbar bei Ihrer Arbeit. Zum anderen überzeugen Sie einen zögernden Arbeitgeber leichter, Ihnen das Arbeiten aus dem Home-Office zu gewähren, wenn Sie einen Plan haben, wie Sie das anstellen werden.

Wir haben sieben Tipps für Sie, mit denen Sie auch von zu Hause produktiv und effizient arbeiten – ohne Ihre Freizeit zu opfern!

Tipp 1: To-Do-Liste erstellen

Vor Ort im Büro geben feste Abläufe, bestimmte Routinen und Prozesse dem Tag oft eine gewisse Struktur. Wenn Sie von zu Hause aus arbeiten, sind Sie selbst in der Pflicht, Ihren Arbeitstag zu strukturieren.

Das fängt schon mit dem Arbeitsbeginn an: Widerstehen Sie der Versuchung, sich gemütlich noch einen zweiten oder dritten Kaffee zu genehmigen und durch die Zeitung zu blättern. 

Setzen Sie sich zum geplanten Arbeitsbeginn an den Rechner und starten Sie durch. Erstellen Sie eine Liste für den Tag:

Welche Ziele gilt es heute zu erreichen und was hat welche Priorität?
 

Damit ist der erste Schritt getan. Noch viel wichtiger ist allerdings der zweite Schritt: Halten Sie sich an diese To-Do-Liste! Einfache Regel: Ihr Plan, Ihre Verantwortung! Sie allein sind dafür verantwortlich, die selbst gesetzten Deadlines einzuhalten.

Tipp 2: Arbeitstag planen, Pausen auch

Wer arbeitet, braucht auch Pausen! Das sollten Sie unbedingt beachten, wenn Sie Ihren Tagesplan erstellen. Wenn Sie Ihr Gehirn ununterbrochen auf Hochtouren laufen lassen, schaden Sie damit Ihrer Produktivität.

Studien haben gezeigt, dass das menschliche Gehirn unterschiedliche Leistungsphasen durchläuft. Nach 90 bis 120 Minuten lässt die Aufmerksamkeit demnach nach. Geben Sie Ihrem Kopf Zeit, kurz zu verschnaufen.

Im Büro passiert das oft ganz von selbst: Sie gehen in die Teeküche, halten einen kurzen Plausch an der Kaffeemaschine und arbeiten danach mit neuem Schwung weiter. Um im Home-Office produktiv zu arbeiten, sollten Sie solche Pausen bewusst einplanen. Und sie auch machen – und zwar abseits des Schreibtisches!

Ob Sie kurz vor die Tür gehen und frische Luft schnappen, Entspannungsübungen machen oder sich einen Snack gönnen, bleibt Ihnen überlassen. Hauptsache, Sie verbannen die Arbeit kurz aus Ihrem Kopf.

Nach der Pause ist ein guter Zeitpunkt, um sich die To-Do-Liste für den Tag noch einmal vorzuknöpfen:

Liegen Sie im Plan?
Sind gegebenenfalls Anpassungen nötig?

Flexiblere Arbeitszeiten gelten zwar als einer der größten Vorteile beim Arbeiten aus dem Home-Office. Dennoch kann es helfen, wenn Sie für sich feste Arbeitszeiten definieren. So minimieren Sie die Gefahr, dass überlange Arbeitstage Ihre Freizeit auffressen.

Tipp 3: Klare und regelmäßige Kommunikation

Ein Nachteil, den das Arbeiten von zu Hause mit sich bringt: Sie werden weniger gesehen und gehört und müssen wirksam dafür sorgen, auf dem Radar zu bleiben. Der berühmte kurze Dienstweg fällt weg: Absprachen auf Zuruf und informelle Updates an der Kaffeemaschine gibt es hier nicht. 

Deshalb ist es wichtig, dass Sie regelmäßig mit Ihrem Vorgesetzten und auch Ihren Kollegen kommunizieren. Vereinbaren Sie verbindliche telefonische Jour fixes, bei denen Sie Ihren Chef auf den aktuellen Stand bringen und Ihre Fragen an ihn loswerden können.

Sinnvoll sind auch regelmäßige virtuelle Teammeetings, womöglich sogar per Videokonferenz, damit Sie mit den Kollegen in Verbindung bleiben.

Tipp 4: Erwartungen und Ziele abstecken

Für Ihren Arbeitgeber sind im Home-Office tätige Mitarbeiter noch Neuland? Womöglich mussten Sie sogar Überzeugungsarbeit leisten, um von zu Hause aus arbeiten zu dürfen. Gerade dann ist es wichtig, dass Sie wissen, was Ihr Vorgesetzter von Ihnen erwartet, wenn Sie aus seinem Sichtbereich verschwinden.

Treffen Sie im Vorfeld genaue Absprachen. Auch darüber, innerhalb welcher Zeitspanne er mit einer Rückmeldung von Ihnen rechnen kann oder ob Sie auch im Home-Office Präsenzzeiten haben, zu denen Sie immer ansprechbar sind.

Halten Sie Ihren Chef permanent auf dem Laufenden. Gerade in den ersten Wochen in dieser neuen Arbeitssituation gilt: Besser überinformiert als uninformiert. Geben Sie regelmäßige Wasserstandsmeldungen ab:

Was haben Sie bereits erreicht?
Woran werden Sie in den kommenden Tagen arbeiten?
Welche Prioritäten haben Sie gesetzt?

Tipp 5: Verlässliche technische Voraussetzungen schaffen

Klingt banal, führt in der Praxis aber immer wieder zu Problemen: Stellen Sie sicher, dass Ihnen im Home-Office alle benötigten Arbeitsmittel zur Verfügung stehen. Und dass diese nicht zum Sicherheitsrisiko für das Unternehmen werden. Ein veralteter, unzureichend geschützter Rechner kann durchaus zum Einfallstor für Hacker werden. 

Sprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten oder gegebenenfalls der IT-Abteilung darüber, was Sie benötigen, um sicher von zu Hause aus zu arbeiten.

Haben Sie alle erforderlichen Zugänge und Tools? Zum Beispiel zu gemeinsamen Kalendern und Projektlisten?
Laufen alle benötigten Programme auf Ihrem Home-Office-Rechner?
Ist die Kommunikation per Slack, Google Hangouts, Microsoft Teams etc. sichergestellt?

Tipp 6: Ablenkungen aussperren

Keine Kollegen, die einen von der Arbeit ablenken; keine Großraumbüro-Geräuschkulisse im Hintergrund – das Home-Office bietet perfekte Bedingungen, um konzentriert zu arbeiten. Eigentlich!

In der Realität sieht es oft ganz anders aus: An jeder Ecke lauern Ablenkungen! Die Schmutzwäsche müsste dringend gemacht werden; die bequeme Couch samt Fernseher ist nur ein paar Schritte entfernt. Und wer Kinder hat, bekommt das Ablenkungsprogramm ohnehin frei Haus.

Damit Sie sich im Home-Office wirklich voll und ganz auf Ihre Arbeit konzentrieren können, ist es sinnvoll sich einen separaten Bereich dafür einzurichten. Das muss nicht gleich ein eigenes Arbeitszimmer sein, auch wenn das natürlich die Ideallösung ist. Wichtig ist, dass Ihr persönlicher, kleiner Home-Office-Bereich einzig und allein Ihrer Arbeit vorbehalten ist.

Alles, was nichts damit zu tun hat, sollten Sie hier aussperren. Ihr privates Smartphone lassen Sie einfach woanders liegen und auch Ihre Post, die Sie gerade aus dem Briefkasten geholt haben, hat hier nichts verloren. Wenn Sie es konsequent handhaben, werden selbst Kinder schnell verstehen, dass Sie nicht zur Bespaßung zur Verfügung stehen, sobald Sie in Ihrer Arbeitsecke sitzen. 

Falls Sie zu den Menschen gehören, die sich nur allzu bereitwillig von Hausarbeit ablenken lassen: Setzen Sie Wäsche, Abwasch und Co. auf Ihre To-do-Liste für den Tag – in eigenen Timeslots außerhalb Ihrer Arbeitszeit! Oder als Pausenaktivität.

Tipp 7: Privatleben nicht vergessen

Neben der besseren Konzentration bringt ein klar abgegrenzter Arbeitsbereich noch einen weiteren Vorteil mit sich: Sie können ihn verlassen, wenn Ihr Arbeitstag um ist. Zu Hause zu arbeiten birgt nämlich die Gefahr, dass sich Arbeit und Privatleben vermischen. Im schlimmsten Fall kommen Ihr Leben und Ihre Familie zu kurz.

Deshalb ist es wichtig, klare Grenzen zu ziehen: Arbeit ist Arbeit und Freizeit ist Freizeit. Machen Sie allen Beteiligten klar, wann Sie für wen verfügbar sind. Das gilt nicht nur für Ihre Kollegen und Vorgesetzten, sondern auch für Ihre Familie.

Es ist okay, ausnahmsweise einmal eine dringende Anfrage außerhalb Ihrer eigentlichen Arbeitszeit zu beantworten. Aber eben nur in Ausnahmefällen. Genauso müssen während Ihrer persönlichen Bürozeiten mal zehn Minuten drin sein, um ein aufgeschlagenes Knie mit einem Kinderpflaster zu verarzten. 

Fazit: Mehr Freiheiten, mehr Disziplin

Von zu Hause aus zu arbeiten, kann Ihr Leben erheblich erleichtern – wenn Sie es richtig angehen. Manch einer wird feststellen, dass er viel mehr Zeit spart als nur den Arbeitsweg. Damit das funktioniert, ist allerdings jede Menge Disziplin erforderlich.

Eine ruhige Kugel können Sie im Home-Office nicht schieben: Was Arbeitsqualität und Output betrifft, sollte es keinen Unterschied zu Ihren Leistungen im Büro geben. Was nicht heißt, dass Sie sich in jeder freien Minute für den Job aufreiben. Die Herausforderung ist es, die richtige Balance zu finden.

 

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Bildquelle: © craftedbygc - Unsplash.com