Fragetechniken im Interview

Die Fragen in einem Bewerbungsgespräch lassen sich in der Regel in vier Kategorien einteilen, je nachdem, welche Art von Antworten Sie bekommen möchten.

Geschlossene Fragen

Definition: Fragen, die man mit einer einfachen Information, oft mit Ja oder Nein, beantworten kann. 

Beispiele:

  • „Wie lange haben Sie für den Zirkus gearbeitet?”
  • „Hat es Ihnen Spaß gemacht?”
  • „In welchen Städten waren Sie auf Tournee?”

Bei der Fragetechnik mit geschlossenen Fragen möchten Sie eine bestimmte Information erhalten oder komplexere Fragen vorbereiten.

Häufiger Fehler bei dieser Fragetechnik: Wenn Sie zu viele dieser Fragen in schneller Abfolge stellen und diese dann nicht mehr mit den Einstellungsvoraussetzungen in Verbindung bringen, hat der Bewerber das Gefühl, in einem Verhör zu sitzen.

Offene Fragen

Definition: Fragen, die eine überlegte Antwort erfordern und den Kandidaten dazu bringen sollen, seine Haltung oder Meinung offenzulegen.

Beispiele:

  • „Beschreiben Sie, wie Sie mit Stress im Job umgehen.”
  • „Können Sie mir ein Beispiel dafür geben, wie Sie in Ihrem vorigen Job die Produktivität verbessert haben?”

Die meiste Zeit werden offene Fragen gestellt, oft aber abwechselnd mit geschlossenen Fragen. Offene Fragen über die zurückliegende Berufserfahrung des Kandidaten zu stellen, nennt man auch „verhaltensbezogene Fragetechnik”. Bei dieser Fragetechnik muss der Bewerber beschreiben, wie er mit Herausforderungen und Problemen umgegangen ist. Dies kann sehr aufschlussreich sein und auf Charaktereigenschaften des Bewerbers hinweisen.

Häufiger Fehler bei dieser Fragetechnik: Die Fragen werden nicht genau genug formuliert und der Kandidat weicht vom Thema ab.

Hypothetische Fragen

Definition: Fragen, bei denen der Kandidat beschreiben soll, wie er eine erfundene Situation oder eine mögliche Herausforderung meistern würde.

Beispiele:

  • „Wenn Sie Einkaufsleiter wären, würden Sie ein automatisiertes Bestellsystem einführen?"
  • „Wenn Sie diese Abteilung leiteten, was würden Sie als Erstes zur Steigerung der Produktivität unternehmen?”

Hypothetische Fragen sind nützlich, wenn sie in den Kontext von potenziellen Situationen im Job eingebunden sind.

Diese Fragetechnik birgt das Risiko, dass den hypothetischen Antworten des Kandidaten zu viel Bedeutung beigemessen wird. Es ist meist ratsamer, Fragen zu stellen, auf die der Bewerber mit der Beschreibung einer tatsächlichen Erfahrung antworten muss.

Führende Fragen

Definition: Fragen, bei denen ganz klar ersichtlich ist, welche Antwort Sie erwarten.

Beispiele:

  • „Sie hatten nicht viele Konflikte mit Ihrem vorigen Chef, oder?”
  • „Sie kennen sich gut mit Team-Building aus, oder?”
  • „Sie würden nicht im Traum daran denken, Ihre Spesenabrechnungen zu fälschen, oder?”

Diese Fragetechnik wird sehr selten angewandt. Sie werden wahrscheinlich keine ehrliche Antwort bekommen – nur die Antwort, die Sie hören wollen. Und Sie riskieren, dabei unprofessionell zu wirken.