Arbeitszeugnisse und Referenzen

Tipps für das Einholen und Überprüfen von Mitarbeitereinschätzungen und Zeugnissen

Referenzen und Einschätzungen durch Dritte sind nützliche und notwendige Bestandteile bei der Mitarbeitersuche. Aber ein ehrliches Zeugnis von einem Arbeitgeber zu bekommen, wird immer schwieriger. Da Arbeitgeber wissen, dass zu viele oder zu wenige Informationen rechtliche Folgen haben können, geben sie immer weniger spezifische Auskünfte über ehemalige Angestellte und deren Berufslaufbahn. Es wurden bereits Firmen verklagt, die nicht genug Informationen über frühere Angestellte herausgegeben haben. Andere haben wiederum hohe Vergleichssummen bezahlt, weil sie negative Referenzen gegeben haben – egal, ob diese zutreffend waren oder nicht.

Derartige Schwierigkeiten führen dazu, dass Unternehmen zunehmend Referenzen und Arbeitszeugnisse nur oberflächlich überprüfen oder sie gar nicht erst anfordern – besonders, wenn eine schnelle Entscheidung gefragt ist und die Gefahr besteht, Kandidaten an andere Firmen zu verlieren. Trotzdem ist das Einholen verlässlicher Informationen von ehemaligen Vorgesetzten ein wichtiger Schritt, der nicht übergangen werden sollte, wenn ein neuer Mitarbeiter an Bord geholt wird.

Hier sind ein paar Tipps, wie Personalverantwortliche beim Einholen und Überprüfen von Referenzen und Zeugnissen vorgehen sollten:

  • Lassen Sie den Kandidaten wissen, dass Sie seine Zeugnisse und Arbeitszeugnisse überprüfen. Machen Sie den Bewerbern klar, dass Ihr Unternehmen alle Referenzen verifizieren wird. Das ist völlig legal, solange diese Informationen etwas mit der beruflichen Laufbahn zu tun haben und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) nicht verletzt wird. Indem Sie die Bewerber über die Überprüfung ihrer Zeugnisse informieren, tragen Sie dazu bei, dass diese im Bewerbungsgespräch ehrliche Antworten geben. Stellen Sie daher zu Beginn des Gesprächs klar: „Wenn wir an Ihnen interessiert sind und Sie auch an uns Interesse haben, werden wir Ihre Referenzen überprüfen."
     
  • Delegieren Sie nicht. Wenn der potenzielle Mitarbeiter Ihnen direkt unterstellt ist, sollten Sie die Referenzen selbst überprüfen. Egal, wie gründlich Ihre Angestellten oder Ihr Stellvertreter sein mögen – Sie selbst werden Fragen stellen, die anderen nicht einfallen. Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie mit jemandem auf gleicher Augenhöhe sprechen und dadurch vielleicht ausführlichere und ehrlichere Antworten erhalten. Außerdem ist das Überprüfen von Arbeitszeugnissen eine gute Methode, um von den ehemaligen Vorgesetzten des Mitarbeiters zu erfahren, wie man am besten mit ihm umgeht.
     
  • Bedienen Sie sich der Antworten aus dem Bewerbungsgespräch. Fragen Sie Kandidaten während des Vorstellungsgesprächs, was ihre früheren Arbeitgeber über sie sagen würden. Diese Aussagen können Sie als Einstieg in ein offenes Gespräch mit einem ehemaligen Arbeitgeber nutzen: „Herr Müller sagte mir, dass Sie ihn für einen großartigen Angestellten halten." Lassen Sie nach dieser Gesprächseröffnung dann den Arbeitgeber reden. Vielleicht bekommen Sie keine vollkommen ehrliche Antwort, aber Sie können mit vielsagenden Bemerkungen und Einblicken rechnen. Setzen Sie Ihre Kandidaten davon in Kenntnis, dass Sie deren Antworten überprüfen.