Feedback an Mitarbeiter

Wie Sie umsichtig Kritik üben

Egal, wie hervorragend die Leistungen eines Mitarbeiters sind, irgendwann kommt der Punkt, an dem Sie auch weniger gutes Feedback geben müssen. Wenn Sie Kritik üben müssen, achten Sie darauf, das ausschließlich professionell zu tun. 

Die meisten Menschen wissen, wann Sie einen Fehler gemacht haben, und Sie sollten ihr Selbstbewusstsein nicht noch stärker beschädigen. Außerdem sind persönliche Angriffe (beispielsweise: „Sie sind total unfähig!”) unhöflich, unprofessionell und nicht zielführend. Beginnen Sie mit etwas Positivem und beziehen Sie sich beim Feedback nur auf die Leistungen des Mitarbeiters.

Die Körpersprache verrät Ihnen, wie eine Person Ihre Kritik oder das Feedback aufnimmt. Herabgezogene Mundwinkel, verschränkte Arme und eine gebückte Körperhaltung können schlechte Zeichen sein. Wir haben Ihnen acht Tipps zusammengestellt, wie Sie konstruktiv Kritik üben:

  • Vorher wissen, was Sie sagen wollen. Vielleicht schreiben Sie sich sogar ein paar Stichpunkte auf, damit Sie nichts vergessen und sich nicht ablenken lassen. Je deutlicher Sie sich über Ihr Feedback im Klaren sind, desto leichter wird es Ihnen fallen, die Kritik auch auszusprechen.
     
  • Konzentrieren Sie sich auf die Fakten, und lassen Sie Gefühle aus dem Spiel. Sagen Sie nicht: „Sie sind immer zu spät, und das habe ich satt.” Stattdessen sagen Sie lieber: „Ich mache mir Sorgen um Ihre Verspätungen in letzter Zeit. Am 8., 11. und 17. August waren Sie morgens eine Stunde zu spät bei der Arbeit.”
     
  • Seien Sie konkret. Sagen Sie nicht: „Sie müssen Ihre Leistungen verbessern.” Stattdessen sagen Sie: „Ab morgen möchte ich Ihre wöchentlichen Statusberichte pünktlich erhalten.”
     
  • Geben Sie rechtzeitig Feedback. Sie sollten ruhig sein, wenn Sie Kritik üben, aber warten Sie nicht so lange, bis der Mitarbeiter den Vorfall vergessen hat. Sprechen Sie über die Situation, sobald sich Ihre Gefühle beruhigt haben.
     
  • Seien Sie direkt in der Kritik, aber taktvoll. Achten Sie darauf, dass Sie wirklich Ihre Meinung sagen und die Worte nicht so stark abschwächen, dass Ihre Aussage verwässert wird. Sagen Sie beispielsweise nicht: „Ihre Mittagspausen sind ein bisschen lang”, wenn Sie eigentlich sagen wollen: „Ich habe bemerkt, dass Sie jeden Mittag drei Stunden weg sind.” Sie müssen deutlich Ihre Meinung sagen – wenn Sie sie zu sehr beschönigen, macht das die Sache nur schlimmer. Aber Sie können sich trotzdem höflich ausdrücken. Sagen Sie: „Ich möchte mit Ihnen über einen Fehler im aktuellen Projekt sprechen” anstatt „Sie haben das gesamte Projekt ruiniert”.  
     
  • Kritisieren Sie unter vier Augen. Sie dürfen einen Mitarbeiter nicht vor anderen blamieren. Nehmen Sie ihn zur Seite, und sprechen Sie vertraulich mit ihm.
     
  • Überlegen Sie, ob eine Fortbildung sinnvoll ist. Vielleicht hat ein Mitarbeiter seine Deadline nicht aus Faulheit überschritten, sondern weil ihm die Kompetenzen fehlen, das Projekt effektiv zu Ende zu führen. Beziehen Sie immer die Fähigkeiten einer Person in Ihre Überlegungen mit ein. Wenn sie unzureichend sind, bieten Sie eine Weiterbildung oder ein Mentorenprogramm an.
     
  • Hören Sie sich die Meinung Ihrer Mitarbeiter an. Nachdem Sie Ihre Meinung geäußert haben, lassen Sie die andere Seite zu Wort kommen. Vielleicht sind Ihnen nicht alle Umstände bekannt. Seien Sie offen, hören Sie zu, und achten Sie auf regelmäßige Rücksprache mit den Mitarbeitern.