Vorgehensweise bei Gehaltsverhandlungen

Sobald Sie die Antwort des Kandidaten auf Ihr Angebot erhalten, müssen Sie bereit sein zu verhandeln. Jobsuchende haben heute durch Bücher oder das Internet Zugang zu zahlreichen Tipps über Gehaltsverhandlungen, also werden die meisten gut informiert in das Gespräch gehen. Um zu einer fairen Lösung zu kommen, müssen Sie genauso gut vorbereitet sein.

Im ersten Schritt einer Gehaltsverhandlung nähern sich beide Parteien langsam an: Wenn der Kandidat eine höhere Summe vorschlägt als die, die Sie angeboten haben, können Sie Ihr Angebot erhöhen. Dann warten Sie auf die Antwort Ihres Gegenübers und einigen sich idealerweise auf ein Gehalt, das innerhalb der Spanne liegt, die Sie für die Position festgelegt hatten. Hilfestellungen können Ihnen hier auch die Gehaltsstudien von Robert Half geben, die jährlich aktualisierte Gehälter für verschiedenste Berufe aufzeigen.

Wenn der Bewerber weiter auf ein höheres Gehalt besteht, hängt es meist von zwei Faktoren ab, ob Sie die vorher festgesetzte Gehaltsspanne überschreiten wollen: Wie dringend brauchen Sie diesen Bewerber? Und welche Gepflogenheiten und Präzedenzfälle gibt es in Ihrer Firma? Zu den Fragen, die Sie sich stellen sollten, gehören folgende:

  1. Sind andere, genauso qualifizierte Bewerber verfügbar, wenn der Bewerber nein sagt? Falls ja, liegt es in Ihrer Hand, zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen.
     
  2. War die Stelle besonders schwer zu besetzen, oder ist es schwierig, auf dem Markt passende Kandidaten zu finden? Falls ja, liegt die Entscheidung beim Kandidaten.
     
  3. Weicht ein höheres Angebot stark von der vorhandenen Gehaltsstruktur für vergleichbare Positionen in Ihrer Firma ab?

 

Sie sollten bedenken, dass große, unfair erscheinende Unterschiede in der Bezahlung die Atmosphäre beeinträchtigen und Teamwork erschweren können. Mit der Entscheidung, den Finanzrahmen Ihrer Firma zu sprengen, um einen herausragenden Kandidaten einzustellen, gehen Sie ein Risiko ein: Sollten Ihre bisherigen Angestellten erfahren, dass der neue Mitarbeiter für eine ähnliche Position mehr Geld bekommt, kann das zu einer Verschlechterung der Arbeitsmoral führen. Bedenken Sie dabei, dass selbst gut gehütete Geheimnisse – wie Gehälter –oft ans Licht kommen. Wenn Sie den Gehaltsforderungen des Kandidaten nicht entsprechen können, überlegen Sie, andere Bestandteile des Vergütungspakets zu erhöhen. Bewerber sind oft bereit, einen Kompromiss beim Gehalt einzugehen, wenn Sie ihnen an anderer Stelle entgegenkommen.

Gleitzeit ist eine Möglichkeit, die Sie wenig oder gar nichts kostet. Auch die Flexibilität, partiell vom Home-Office aus zu arbeiten, könnte einen Kandidaten anstelle eines höheren Gehalts überzeugen.

Ein Antrittsgeld ist eine Summe, die dem Kandidaten als Extra-Anreiz angeboten wird, wenn er bei einer Firma anfängt. Das Antrittsgeld ist genau das, wonach es sich anhört: eine Summe, die der Angestellte zu Beginn seines Arbeitsverhältnisses erhält, unabhängig vom Gehalt. Das Antrittsgeld kann Ihnen helfen, den Wunschkandidaten an Bord zu holen, ohne die Gehaltsstruktur Ihrer Firma durcheinander zu bringen. Wenn Sie sich allerdings für ein Antrittsgeld entscheiden, achten Sie darauf, es an eine bestimmte Frist zu knüpfen. Beispielsweise gewähren Sie einem neuen Manager ein Antrittsgeld von 7.500 €, sofern er mindestens ein Jahr in Ihrer Firma bleibt.

Verlieren Sie in den Gehaltsverhandlungen nicht die Bedürfnisse Ihres Unternehmens aus den Augen. Manchmal muss man sich für einen Rückzieher entscheiden. Wenn Ihre Versuche, einen Kandidaten zu gewinnen, erfolglos sind, ist es oft am besten, den Schaden zu begrenzen und sich anderweitig umzusehen. Das Ziel sollte dann darin bestehen, den Prozess so zu beenden, dass der Kandidat das Gefühl hat, respektvoll und fair behandelt worden zu sein. Wenn Ihre Gehaltsverhandlungen aber effektiv verlaufen, besteht eine gute Chance auf einen erfolgreichen Abschluss.