Vorbereitung auf das Assessment-Center: Wissen worauf es ankommt!

Junge Leute schauen sich im Assessment-Center ein Dokument an

Credo für die Assessment-Center-Vorbereitung: Aus der Masse herausstechen

Bei Unternehmen beliebt, von Bewerbern gefürchtet: das Assessment-Center. Wer zum Showdown der Personalauslese eingeladen wird, sollte sich gut vorbereiten. Denn bei Selbstpräsentation, Gruppendiskussion oder Postkorbübung lauern einige Stolperfallen.

Im Assessment Center gilt nicht allein Ihnen - wie etwa im persönlichen Vorstellungsgespräch - die volle Aufmerksamkeit. Vielmehr sind Sie einer von mehreren kompetenten Bewerbern. Das ist Ihre erste Hürde. Um Ihrem Traumjob einen Schritt näher zu kommen, dürfen Sie nicht in der Masse untergehen, sondern sollten zwischen Ihren Mitstreitern positiv auffallen.

Arten von Assessment-Centern

Alle Assessment-Center haben ein Ziel: den idealen neuen Mitarbeiter finden. Diese Varianten gibt es:

  • Online-Assessment-Center: Insbesondere große Unternehmen setzen auf dieses Verfahren. Als Ergänzung zu Ihrer Online-Bewerbung müssen Sie Wissens- und Persönlichkeitstests meistern.
  • Einzel-Assessment-Center: Kommen eher bei der Auswahl von Führungskräften zum Einsatz.
  • Gruppen-Assessment-Center: die klassische Variante. Diese Form der Bewerberauswahl dauert ein bis drei Tage.

Mit guter Vorbereitung das Assessment-Center meistern

Assessment-Center sind für viele Bewerber Anspannung pur. Wer in Prüfungssituationen zum Stressschwitzen neigt, sollte ein zweites Hemd oder eine Bluse einpacken. Mit der richtigen Vorbereitung ist aber alles möglich. Apropos Hemd, beim Assessment-Center gilt der gleiche Dresscode wie beim Bewerbungsgespräch.

Im Assessment-Center stehen Sie unter permanenter Kontrolle durch sogenannte Assessoren. Je nach Teilnehmeranzahl sind drei bis fünf dieser Beobachter vor Ort – und beurteilen Sie anhand Ihrer beruflichen Kompetenzen, Leistungsmotivation sowie Persönlichkeit. Auch wenn Assessoren vermeintlich objektiv sind: Sympathien spielen im Assessment-Center eine wichtige Rolle. Seien Sie authentisch, niemand kann sich unter Dauerbeobachtung glaubhaft verstellen.

Einzelkämpfer oder Teamplayer: Assessment-Center Übungen

Gewöhnlich erwarten Sie im Assessment-Center Übungen, in denen Sie als Teamplayer überzeugen oder sich selbst präsentieren müssen. Je nach Länge des Assessment-Centers durchlaufen Sie drei bis acht Tests.

  • Einzelübungen: Beliebt unter den Assessment-Center-Übungen ist die Selbstpräsentation. In rund 15 Minuten gilt es einen zehnminütigen Vortrag über sich und den beruflichen Werdegang vorzubereiten. Platzieren Sie darin eigene Stärken wie Belastbarkeit und Durchsetzungsvermögen.

    Falsch wäre es, wenn Sie jetzt einfach Ihren Lebenslauf aus der Bewerbung referieren. Sie müssen sich vorher überlegen, welche Erfahrungen und Kompetenzen Sie ganz persönlich ausmachen und zum favorisierten Bewerber machen.

    Zur Vorbereitung auf das Assessment Center sollten Sie prüfen, welche Highlights aus Ihrem Lebenslauf relevant für die angestrebte Stelle sind. Sie haben bereits zu Schulzeiten durch ein freiwilliges Forschungsprojekt Erfahrungen in einem speziellen Gebiet gesammelt? Ein Praktikum oder das Thema Ihrer Masterarbeit hat Ihnen besonders deutlich gemacht, warum der angestrebte Arbeitgeber Sie so interessiert? Am besten fügen Sie diese Highlights zu einer zusammenhängenden Geschichte zusammen, die zeigt, wie das eine zum anderen geführt hat. So stellen Sie Ihre Zielstrebigkeit unter Beweis.
     

  • Gruppenübungen: Mitläufer oder Initiator? Im Assessment-Center sind Übungen zu meistern, die genau diese Frage beantworten. Oft müssen Sie in der Gruppe ein branchentypisches Problem lösen. Achtung: Erst analysieren, dann Argumentation zurechtlegen und vorbringen.

    Die Kunst liegt vor allem darin, in der Gruppe positiv aufzufallen. Das fällt gerade introvertierten Menschen eher schwer. Bei diesen Diskussionen geht es meist darum, einen Standpunkt zu einem vorgegebenen Thema zu vertreten, um die anderen von der eigenen Meinung zu überzeugen oder zu einer konstruktiven Lösung zu kommen.

    Auf inhaltlicher Ebene ist es dabei besonders sinnvoll, sich ein argumentatives Grundgerüst zu überlegen. Beispielsweise können Sie nach und nach relevante Kriterien für Ihren Standpunkt einbringen und jeweils mit Beispielen untermauern. Punkten können Sie auch durch gutes Zuhören. Gehen Sie möglichst oft auf die Argumente anderer Bewerber ein, um sie mit eigenen Argumenten zu bestärken oder abzuschwächen. Damit beweisen Sie nicht nur Respekt und Kooperationsbereitschaft. Ihre Argumente werden zudem überzeugender, wenn Sie zeigen, dass Sie sich auch mit anderen Standpunkten auseinander gesetzt haben.

    Im Rollenspiel stellen die Bewerber zum Beispiel ein Mitarbeitergespräch, ein Kollegengespräch oder eine Verhandlung nach und müssen dabei in die Rolle des Vorgesetzten oder des Verhandlungspartners schlüpfen. Dadurch sollen Einfühlungsvermögen und Durchsetzungsfähigkeit getestet werden. Hier sollten Sie vor allem auf die hierarchische Position Ihrer Rolle und eine klare und faire Gesprächsstrategie achten.

    Laden Sie Freunde ein oder bitten Sie Familienmitgliedern, gemeinsam mit Ihnen diese Aufgabentypen für das anstehende Assessment Center zu üben.

Der Klassiker: die Postkorbübung

Die Postkorbübung im Assessment-Center testet Ihre Stressresistenz, Ihr analytisches Denken und Ihre Fähigkeit, Entscheidungen unter Zeitdruck wohlüberlegt zu treffen. Bei der Postkorbübung müssen Sie innerhalb eines engen Zeitfensters eine große Anzahl an Dokumenten (der symbolische Postkorb) sichten, die darin beschriebenen Probleme lösen und Termine koordinieren, die teilweise gleichzeitig stattfinden. Hinzu kommen ein dauerklingelndes Telefon und private Probleme – fertig ist der Stressbelastungstest.

Tipp: Verschaffen Sie sich zunächst einen Überblick und bewahren Sie Ruhe. Machen Sie sich klar, welche Aufgaben Sie selbst übernehmen und welche Sie an Mitarbeiter delegieren können. Einen idealen Weg gibt es selten. Legen Sie sich gute Argumente für Ihre Entscheidungen zurecht.

Authentisch bleiben

Sich im besten Licht zu präsentieren assoziieren leider recht viele Menschen damit, sich zu verstellen, also die Rolle der Person zu spielen, die der Arbeitgeber wohl am ehesten einstellen würde. Das funktioniert vielleicht noch in einem kurzen Vorstellungsgespräch – in einem ganztägigen oder sogar mehrtägigen Assessment Center gelingt das nur Wenigen. Vergeuden Sie Ihre Zeit in der Vorbereitung daher nicht darauf, eine Rolle einzustudieren. Überzeugen werden Sie nur, wenn Sie authentisch bleiben.

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