Ablauf eines Vorstellungsgesprächs

So meistern Sie alle fünf Phasen

Junge Frau im Vorstellungsgespräch

Obwohl jedes Jobinterview anders verläuft, folgen die meisten einem klassischen Muster: Ein Bewerbungsgespräch dauert etwa zwischen 30 und 60 Minuten. Je nach Unternehmen variieren der Gesprächsort und die Anzahl der Gesprächspartner.

Der typische Ablauf eines Vorstellungsgesprächs unterteilt sich in der Regel in fünf Phasen. Kommen Sie Ihrem Traumjob ein Stück näher und orientieren Sie sich grob an folgendem Schema:

1. Smalltalk-Phase: Der erste Eindruck zählt

Der Ablauf Ihres Vorstellungsgesprächs beginnt mit der Begrüßung durch den Vertreter des einstellenden Unternehmens. Warten Sie, bis er Ihnen die Hand reicht und drücken Sie diese kurz und fest. Schauen Sie Ihrem Gegenüber dabei in die Augen, lächeln Sie freundlich und bedanken Sie sich für die Einladung.

Der Personaler erkundigt sich wahrscheinlich danach, wie es Ihnen geht und ob Sie gut hergefunden haben. Solche Einstiegsfragen lockern die Situation auf und helfen dabei, das Eis zu brechen. Wichtig hierbei: Erst denken, dann reden – so bleiben Sie trotz Aufregung möglichst ruhig und gelassen. Unterstreichen Sie Ihre Wortwahl durch ein selbstbewusstes Auftreten. Nur übertreiben sollten Sie dabei nicht, sonst wirken Sie schnell aufgesetzt und unsympathisch. Denken Sie immer daran: Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance.

2. Kennenlernphase: Selbstpräsentation leicht gemacht

In der zweiten Phase möchte der Personaler Sie und Ihre Motivation für den Job besser kennenlernen. Gleichzeitig prüft er, ob Ihre Angaben in den Bewerbungsunterlagen der Wahrheit entsprechen. Der Klassiker in jedem Bewerbungsgespräch ist deshalb die Aufforderung „Erzählen Sie etwas über sich“.

Nun sind Sie an der Reihe. Schildern Sie Ihren Werdegang und benennen Sie Ihre fachlichen Skills. Achten Sie bei Ihrer Selbstpräsentation darauf, nicht einfach nur die einzelnen Stationen in Ihrem Lebenslauf herunterzuleiern, sondern auf wichtige Details einzugehen: Heben Sie die wirklich wichtigen Erfahrungen hervor, die Sie für den Job qualifizieren. Dazu gehört auch zu erklären, weshalb Sie der Richtige für den Posten sind. So stellen Sie einen Bezug zur Stelle und zum Unternehmen her und zeigen dem Personaler, dass Sie es Ernst meinen.

Mit negativen Aussagen, etwa über den ehemaligen Arbeitgeber, sollten Sie sich dagegen zurückhalten. Niemand möchte gerne einen Bewerber einstellen, der sich seinen Vorgesetzten gegenüber illoyal verhält. Bleiben Sie außerdem stets bei der Wahrheit: Versprechen Sie nichts, was Sie nicht halten können.

3. Präsentationsphase: Aufmerksam zuhören

Im nächsten Schritt stellt Ihnen die Fachabteilung das Unternehmen vor und kommt auf die zu besetzende Stelle zu sprechen. Er erörtert Arbeitsabläufe und Anforderungen an den Job. Welche Aufgaben erwarten Sie? Wie setzt sich das Team zusammen? Hören Sie interessiert zu und unterbrechen Sie ihn nicht. Nehmen Sie eine offene, gerade Sitzposition ein, halten Sie lockeren Blickkontakt und machen Sie sich gegebenenfalls Notizen.

4. Rückfragen-Phase: Durch eigene Fragen im Vorstellungsgespräch punkten

Die vierte Phase dient dem offenen Austausch und der Diskussion. Jetzt sind Sie wieder an der Reihe. Mit Rückfragen beweisen Sie, dass Sie sich nicht nur gut auf das Gespräch vorbereitet haben, sondern auch dem Gesprächsverlauf aufmerksam gefolgt sind. Gleichzeitig erfahren Sie mehr über das Unternehmen und Ihren zukünftigen Arbeitsplatz. Fragen, wie

„Warum ist diese Stelle vakant?“
„Wie sieht der Einarbeitungsprozess aus?“ oder
„Wie werden Mitarbeiter bei Ihnen gefördert?“

signalisieren Eigeninitiative und echtes Interesse. Vermeiden Sie dagegen Fragen, die sich um Arbeits- und Urlaubszeiten oder um die erste Gehaltserhöhung drehen – das wirkt, als wären Sie nur an Freizeit und Geld interessiert, nicht aber am Job.

5. Abschluss-Phase: Auf den letzten Metern nicht versagen

Abschluss-Phase: Sie haben es fast geschafft: Das Vorstellungsgespräch neigt sich dem Ende zu. Langsam verfliegt Ihre Anspannung. Doch Vorsicht: Reden Sie sich die restliche Nervosität jetzt nicht einfach von der Seele, das wirkt unprofessionell.

Bewahren Sie Ihre Souveränität bis zum letzten Moment. Fragen Sie nach dem weiteren Verlauf des Bewerbungsprozesses und wann Sie mit einer Rückmeldung rechnen können. Bedanken Sie sich für das Gespräch und bekräftigen Sie noch einmal Ihren Wunsch, für das Unternehmen tätig werden zu wollen. Das Bewerbungsgespräch endet erst, wenn Sie den Raum verlassen.

Kein Jobinterview gleicht dem anderen. Manchmal schiebt sich die Präsentationsphase des Unternehmens vor Ihre Selbstdarstellung, das andere Mal verschmelzen zwei Phasen zu einer. Das klassische Bewerbungsgespräch verläuft in der Regel jedoch nach diesem Schema ab. Das hilft Ihnen dabei, sich optimal vorzubereiten: Spielen Sie die einzelnen Sequenzen Ihres Jobinterviews schon im Vorhinein durch und legen Sie sich Antworten auf mögliche Fragen zurecht. So überzeugen Sie garantiert und punkten auf voller Linie beim Vorstellungsgespräch.

 

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