Checkliste: So wird das Mitarbeitergespräch für Sie zur Chance

Mitarbeiterin und ihr Vorgesetzter sind in ein Gespräch vertieft.

Gehören Sie auch zu denjenigen, die dem jährlichen Feedbackgespräch mit einem gewissen Unbehagen entgegensehen? Denken Sie um und betrachten Sie das Gespräch als Gelegenheit, um beim Chef zu punkten! Die richtige Einstellung allein reicht dafür allerdings nicht aus. Wie schon der chinesische Philosoph Konfuzius sagte: In allen Dingen hängt der Erfolg von den Vorbereitungen ab.
Wichtig ist, sich das vergangene Jahr im Job noch einmal zu vergegenwärtigen. So haben Sie im Mitarbeitergespräch nicht nur die richtigen Antworten parat, sondern gewinnen im besten Fall sogar noch wertvolle Erkenntnisse über die eigene Arbeit.

Möglicherweise ist Ihnen gar nicht mehr bewusst, was Sie im vergangenen Jahr alles geleistet haben. Aber auch auf Kritik sollten Sie vorbereitet sein. Wir haben für Sie eine Mitarbeitergespräch-Checkliste erstellt, die hilft, Ihren Vorgesetzten von sich und Ihren Ambitionen zu überzeugen.

1. Allgemeine Vorbereitung auf die Situation

Wie läuft das Gespräch in der Regel ab? In den meisten Unternehmen gibt es bestimmte Standards für Mitarbeitergespräche. Wie lange dauern sie? Worüber wird gesprochen? Machen Sie sich bei Ihrer Vorbereitung auf das Mitarbeitergespräch mit dem firmeninternen Prozedere vertraut. So können Sie beispielsweise besser einschätzen, wieviel Zeit Sie haben, um über Ihr Anliegen zu sprechen. Auch wenn Sie schon länger im Unternehmen arbeiten, kann es sich lohnen, sich über den Ablauf des Jahresgesprächs zu informieren um nicht von etwaigen Neuerungen überrascht zu werden.

Tipp für Mitarbeiter größerer Unternehmen: Schauen Sie mal ins Intranet Ihres Arbeitgebers. Große Unternehmen stellen dort häufig einen Leitfaden fürs Mitarbeitergespräch ein.

Wer sitzt mir gegenüber? Stellen Sie sich auch auf Ihren Gesprächspartner und seine eventuellen Eigenheiten ein. Manch ein Chef reagiert beispielsweise auf Kritik sehr empfindlich, andere schätzen ein offenes Wort. Wenn Sie die Vorlieben und Abneigungen Ihres Vorgesetzten kennen und darauf Rücksicht nehmen, kann dies den Verlauf des Gesprächs positiv beeinflussen.

2. Rückblick auf die eigene Arbeit

Was habe ich bislang geleistet? Einer der wichtigsten Punkte bei der Vorbereitung auf das Mitarbeitergespräch: Analysieren Sie Ihre eigene Leistung. Falls vorhanden, nehmen Sie das Protokoll oder die Zielvereinbarungen des letzten Gesprächs zur Hand. Welche Ziele haben Sie erfüllt? Vielleicht sogar übertroffen? Seien Sie aber auch ehrlich, wenn Sie hinter Vorgaben zurückgeblieben sind.

Nachweisbare Erfolge zusammenstellen. In welchen Bereichen waren Sie besonders gut? Wo haben Sie Ziele möglicherweise sogar übertroffen. Es ist hilfreich, die eigenen Erfolge belegen zu können. Vielleicht können Sie Zahlen vorweisen, zum Beispiel von Ihnen veranlasste Einsparungen oder Effizienzsteigerungen, von denen das Unternehmen jetzt profitiert. Wenn Ihr Gespräch genug Raum dafür bietet, können Sie eine kurze Präsentation vorbereiten. Das ist zwar nicht unbedingt erforderlich, kann Ihnen aber das Gespräch erleichtern.

Antworten auf kritische Fragen vorbereiten. Wo gearbeitet wird, passieren Fehler. Versuchen Sie nicht, Misserfolge zu vertuschen. Es steht Ihnen frei, selbst zu thematisieren, was nicht gut gelaufen ist oder zu warten, bis der Chef Sie darauf anspricht. In jedem Fall aber gilt: Stehen Sie dazu, wenn Sie für einen Misserfolg verantwortlich sind. Und stellen Sie gleichzeitig heraus, was sie daraus gelernt haben. Bereiten Sie sachliche Erklärungen vor, ohne Kollegen zu beschuldigen oder bloßzustellen. Spielen Sie aber nicht den Sündenbock für die Fehler anderer. Und denken Sie stets daran, dass Kritik im Feedbackgespräch durchaus positiv sein kann und Sie im Job voranbringt.

3. Ausblick auf die berufliche Zukunft

Ist eine Gehaltserhöhung drin? Vergleichen Sie Ihre aktuellen Aufgaben mit Ihrem Arbeitsvertrag. Haben sich diese stark erweitert oder ist sogar Führungsverantwortung hinzugekommen? Dann haben Sie gute Argumente für eine Gehaltserhöhung. Diese sollte zwar in einem separaten Gespräch ausgehandelt werden. Ansprechen können Sie das Thema jedoch schon im Mitarbeitergespräch.

Formulieren Sie Wünsche und Verbesserungsvorschläge. Ihr Chef wird fragen, ob Sie mit Ihrem derzeitigen Job zufrieden sind. Nutzen Sie die Chance, in diesem Gespräch seine ungeteilte Aufmerksamkeit für Ihre Wünsche und Ideen zu haben. Machen Sie sich daher vorab Gedanken darüber, was verbessert werden könnte – beispielsweise bestimmte Arbeitsabläufe oder die Kommunikation mit Kollegen etc. Überlegen Sie sich für Ihre Antworten im Mitarbeitergespräch Beispiele dafür, wann etwas nicht optimal gelaufen ist.

Tipp: Notieren Sie sich im Laufe des Jahres entsprechende Situationen mit Datum. So haben Sie im Mitarbeitergespräch konkrete Beispiele an der Hand.

Was sind Ihre Ziele für die Zukunft? Auch Ihre künftige berufliche Entwicklung ist wichtiger Bestandteil des Feedbackgesprächs. Wo wollen sie hin? Welche Position streben Sie an? Gemeinsam mit Ihrem Vorgesetzten werden Sie Ziele für das kommende Jahr festlegen. Es zeugt von Initiative, wenn Sie eigene Vorschläge einbringen. Vielleicht möchten Sie an einer Fortbildung teilnehmen oder eine andere Fördermöglichkeit nutzen? Dann ist das Mitarbeitergespräch der ideale Zeitpunkt, um den Chef darauf anzusprechen.

Bloß nicht: Sehen Sie unbedingt davon ab, sich beim Vorgesetzten über die Kollegen zu beschweren. Abgesehen davon, dass Lästereien generell einen schlechten Eindruck machen: Im Mitarbeitergespräch geht es um Sie – und nicht um die anderen. Hier haben wir Ihnen weitere praktische Tipps für Gespräch selbst zusammengestellt.

Auf einen Blick: Mitarbeitergespräch-Checkliste

Wir haben hier noch einmal die wichtigsten Punkte für ein erfolgreiches Mitarbeitergespräch zusammengefasst:

  • Bringen Sie die Standards für das Mitarbeitergespräch in Erfahrung: Zeitlicher Umfang, Inhalt, Gesprächspartner.
  • Bereiten Sie Ihre Gesprächsstrategie vor: Jeder Vorgesetzte legt Wert auf unterschiedliche Faktoren – nehmen Sie bei der Ausarbeitung der Argumente hierauf Rücksicht und achten Sie auf eine gute Gesprächsführung.
  • Bilanzieren Sie die eigenen Leistung des vergangenen Jahres: Welche gesteckten Ziele haben Sie erreicht – welche nicht?
  • Weisen Sie Ihre Erfolge nach: Konzentrieren Sie sich auf die größten Erfolge und belegen diese – wenn möglich – mit Zahlen.
  • Stellen Sie sich kritischen Fragen: Erforschen Sie die Gründe für Misserfolge und erarbeiten Sie Verbesserungsvorschläge. Aber suchen Sie nicht nach Ausreden.
  • Listen Sie Wünsche und Verbesserungsvorschläge auf: Lassen sich tägliche Arbeitsabläufe durch gezielte Maßnahmen verbessern? Das Gehalt sollten Sie in einem separaten Termin diskutieren.
  • Definieren Sie Ziele für das kommende Jahr: An welchen Leistungen möchten Sie sich messen lassen und welche Karrierepläne verwirklichen?

 

Und wenn Ihnen das Feedbackgespräch zeigt, dass Sie mit Ihrem derzeitigen Arbeitgeber langfristig nicht glücklich werden, ist es an der Zeit, sich nach einer neuen Herausforderung umzusehen. Laden Sie hier Ihren Lebenslauf hoch

 

* Im vorliegenden Text wird durchgängig die männliche Form benutzt. Im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes sind diese Bezeichnungen als nicht geschlechtsspezifisch zu betrachten.

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