Und plötzlich ist der Headhunter am Telefon

Recruiterin am Telefon

Sie sitzen im Büro am Schreibtisch. Ihr Tagespensum haben Sie bereits erledigt, doch bis Feierabend ist es noch eine Weile hin. Sie holen sich einen weiteren Kaffee und surfen ein wenig im Netz. Ja, sie mögen Ihren Job – doch insgeheim sehnen Sie sich nach einer Herausforderung. Erst kürzlich haben Sie Ihr Profil bei XING aktualisiert. Plötzlich klingelt das Telefon. Am Apparat: Ein Headhunter, der Sie für eine neue Stelle abwerben möchte. Wie reagieren Sie richtig?

Erfragen Sie Kontaktdetails

Zunächst einmal gilt: Atmen Sie bei einem Headhunter-Anruf tief durch und bewahren Sie einen kühlen Kopf. Lassen Sie den Recruiter das Gespräch leiten. Nachdem er sich und sein Anliegen vorgestellt hat, wird er Sie fragen, ob Sie mit ihm zu einem anderen Zeitpunkt ausführlicher sprechen möchten. Da Sie im Büro sind, sollten Sie das Telefonat auf Ihren Feierabend oder die nächste Mittagspause vertagen. Tipp: Fragen Sie nach den Kontaktdetails des Recruiters. Dann können Sie sich selbst proaktiv bei ihm melden.

Nehmen Sie an unserer Umfrage teil und gewinnen Sie einen 100-Euro-Gutschein

Nehmen Sie an unserer Umfrage teil und gewinnen Sie einen 100-Euro-Gutschein

Anruf ist besser als E-Mail

In vielen Fällen erfahren Sie auch per E-Mail vom Headhunter. Ablauf ist dann folgender: Meldet sich der Headhunter schriftlich bei Ihnen, haben Sie Zeit, sich das Angebot näher anzusehen und sich eine erste Meinung zu bilden. Meist schicken die Recruiter eine Stellenbeschreibung mit – auch wenn hier nicht gleich das suchende Unternehmen offengelegt wird. Überlegen Sie sich gut:

  • Bringen Sie die gefragten Qualifikationen mit?
  • Interessieren Sie die Aufgaben?
  • Sind Sie generell bereit, den Job zu wechseln?

Beantworten Sie alle Fragen mit „Ja“, melden Sie sich bei dem Recruiter zurück. Eine telefonische Antwort auf die Anfrage des Headhunters ist besser als eine E-Mail. So zeigen Sie besonderen Einsatz – das hinterlässt einen positiven Eindruck. Außerdem haben Sie so einen Zeitvorteil gegenüber anderen Bewerbern.

Gleich zu Anfang gezielt nachfragen

Bei einem ausführlichen Telefonat mit dem Headhunter bilden Sie sich einen Eindruck der zu besetzenden Stelle. Scheuen Sie sich nicht, die Fragen zu stellen, die Ihnen wirklich wichtig sind. Schließlich ist der Bewerbungsprozess ein großer Aufwand für Sie – vor allem neben Ihrem aktuellen Job. Sollte die Stelle nicht zu Ihnen passen, finden Sie das mit gezielten Fragen gleich zu Anfang heraus. So ersparen Sie sich unnötige Arbeit.

Stellen Sie dem Personalberater zum Beispiel folgende Fragen:

  • Um welche Branche und welches Unternehmen handelt es sich?
  • Wo befindet sich der Arbeitsort?
  • Wie groß ist das Unternehmen? Wie groß ist das Team?
  • Was sind die Kernaufgaben?
  • Wäre ich allein verantwortlich für diese Aufgaben zuständig?
  • In welchem Bereich liegt das Gehalt?
  • Wie sind Sie auf mich aufmerksam geworden und was hat Sie davon überzeugt, dass ich der/die Richtige für den Job bin?
  • Wie ist das weitere Vorgehen, wenn nach diesem Telefonat beidseitiges Interesse besteht?

Auch der Personalberater wird Ihnen einige Fragen stellen. Überlegen Sie sich vor dem Gespräch, welche Punkte in Ihrem Lebenslauf ihn für diese Stelle besonders interessieren. Dann haben Sie bereits eine Argumentationsgrundlage dafür, dass Sie für die Position die nötige Erfahrung mitbringen.

Die Aufgaben des Headhunters

Bestimmt fragen Sie sich auch, wen Sie da am anderen Ende der Leitung haben, wenn Sie zum ersten Mal ein Recruiter anruft. Was ist ein Headhunter? Aufgabe eines Recruiters ist es, passende Bewerber für eine offene Stelle bei seinem Auftraggeber zu finden. Das Unternehmen, das einen Personalvermittler beauftragt, hat bestimmte Vorstellungen, nach wem der Personalberater suchen soll. Daher brauchen potenzielle Kandidaten:

  • Erfahrung in einem bestimmten Tätigkeitsbereich, zum Beispiel Controlling oder Systemadministration
  • Bestimmte Soft Skills, um nicht nur fachlich, sondern auch persönlich ins Team zu passen: Teamfähigkeit und Kommunikationsstärke oder Durchsetzungskraft und Belastbarkeit zum Beispiel.
  • Einige Hard Skills: Ein Buchhalter sollte HGB-sicher sein und sich zum Beispiel gut mit ERP-Systemen wie SAP auskennen.

Der Personalberater braucht ein gutes Verständnis dafür, welche Stelle zu besetzen ist und welche Qualifikationen dafür benötigt werden. Er muss sich gut in verschiedenen Branchen, mit den Aufgaben unterschiedlichster Positionen und auf dem Bewerbermarkt auskennen.

Bewerbersuche über soziale Netzwerke und persönliche Empfehlungen

Um geeignete Bewerber zu finden, sichtet er professionelle Netzwerke wie Xing oder LinkedIn und durchforstet Lebenslaufdatenbanken. Daher lohnt es sich für Sie, Ihre beruflichen Profile sorgfältig zu pflegen, wenn Sie entsprechende Jobangebote bekommen möchten.

„Sehr viele der Bewerber, die wir in Finanz-, IT- oder administrative Jobs vermitteln, bekommen wir zudem über Empfehlungen von Kandidaten, die wir betreuen. Deshalb pflegen wir unsere persönlichen Kontakte auch intensiv“, ergänzt Stefan Schulzendorf, Recruiter bei Robert Half.

Kurz gefasst ist der Personalberater ein Bindeglied zwischen Ihnen als interessierten, potenziellen Kandidaten und dem suchenden Unternehmen. Das heißt, er entscheidet nicht selbst, ob Sie eingestellt werden. Er gibt der Firma jedoch eine Einschätzung und bietet eine Vorauswahl an Bewerbern.

Daher geht es bei der ersten Kontaktaufnahme eines Personalberaters vorerst darum, Sie besser kennenzulernen und Ihnen ein gutes Jobangebot zu machen. Womöglich ist also die Anfrage eines Headhunters Ihr Weg zu einem Job, in dem Sie glücklicher arbeiten.

Ist der Headhunter seriös?

Kontaktiert Sie ein Recruiter, geht es nicht nur darum, was Sie können. Zuerst müssen Sie für sich selbst herausfinden, ob Sie mit diesem Personalberater zusammenarbeiten möchten. Es stellt sich die Frage, wie seriös der Headhunter und wie ernst gemeint seine Anfrage ist. Hat er Sie herausgepickt, weil Ihr Profil außerordentlich gut zu der Stelle passt? Oder streut er seine Anfrage breit, in der Hoffnung, dass sie irgendwo hängen bleibt?

Hören Sie deshalb besonders gut hin, wenn der Recruiter beantwortet, wie er auf sie aufmerksam geworden ist. Daran merken Sie, wie stark er sich bereits mit Ihrem Werdegang beschäftigt hat. Erwarten Sie nicht, dass er jede Ihrer Stationen in- und auswendig kennt. Einen gewissen Überblick sollte er jedoch haben.

Sprechen Sie mit dem Headhunter auch über die konkreten fachlichen Ansprüche der Stelle und der Branche. So finden Sie heraus, wie gut er sich in Ihrem Bereich auskennt. Idealerweise sind Personalberater auf eine bestimmte Branche spezialisiert. Dadurch ist sichergestellt, dass sich der Recruiter mit den Aufgaben auskennt und richtig einschätzt, ob Sie für die Stelle der passende Kandidat sind. Ein professioneller Personalberater legt zudem großen Wert auf langfristige Beziehungen. Er begleitet Sie daher nicht nur durch den gesamten Bewerbungsprozess, sondern steht Ihnen auch danach zur Verfügung.

Rechtliche Frage: Darf mich der Headhunter einfach anrufen?

Manch einer fühlt sich überrumpelt, wenn ihn der Headhunter direkt bei der Arbeit anruft. Vielleicht steht ja auch gerade der Chef neben Ihnen. Stellt sich die Frage: Ist die Kontaktaufnahme durch den Recruiter eigentlich von Rechts wegen erlaubt? Die Antwort ist: Ja, er darf Sie auch bei der Arbeit anrufen – jedoch nur unter gewissen Voraussetzungen, wie eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 2004 zeigt.

Der Anruf soll nur einer ersten Kontaktaufnahme dienen – der Recruiter darf Sie also nicht konkret umwerben. Der Personalberater kann

  • sich vorstellen,
  • Ihnen erklären, warum er Sie anruft,
  • die Stelle kurz beschreiben und
  • Sie fragen, ob Sie generell offen für eine neue Stelle sind.

Das ist sogar erlaubt, wenn es sich um einen Job bei einem direkten Konkurrenten Ihrer Firma handelt. Das Gespräch darf allerdings nicht weitergehen, als Sie anschließend nach einer Kontaktmöglichkeit außerhalb des Unternehmens zu fragen. Spricht er mit Ihnen über Ihren Lebenslauf und Ihre Berufserfahrung, handelt er wettbewerbswidrig. Der Bundesgerichtshof hat außerdem entschieden, dass Headhunter Sie nicht persönlich an Ihrem Arbeitsplatz aufsuchen dürfen.

Kontakt zu halten lohnt sich

Gerade wenn Sie im Finanz- und Rechnungswesen, IT- oder administrativen Bereich tätig sind, gehören Sie zu den gefragtesten Kandidaten auf dem Arbeitsmarkt. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Sie aufgrund einer Empfehlung oder über die sozialen Netzwerke von einem Headhunter kontaktiert werden.

Möchten Sie die Stelle nicht wechseln oder das Jobangebot ausschlagen, sollten Sie – schon aus Höflichkeit – mit einer freundlichen Absage auf die Nachricht des Recruiters antworten.

Zudem lohnt es sich, den Kontakt zu halten, auch wenn Sie gerade nicht auf Jobsuche sind. Schließlich wissen Sie nie, ob Sie doch in ein paar Wochen oder Monaten bereit für eine neue Herausforderung sind. Die Jobsuche über einen Headhunter hat durchaus viele Vorteile:

  • In einem persönlichen Gespräch können Sie offen Ihre Wünsche äußern und besprechen mit dem Personalberater Ihre Karriereziele.
  • Der Personalberater erstellt eine Vorauswahl an passenden Jobs und Unternehmen.
  • Der Recruiter kann außerdem einschätzen, ob Ihre Gehaltsvorstellungen im Rahmen liegen oder welche Weiterbildungen Ihren Marktwert erhöhen würden. Von professionellen Personalberatern werden Sie außerdem ausführlich auf die Vorstellungsgespräche vorbereitet.
  • Auch nach der erfolgreichen Vermittlung steht Ihnen der Personalvermittler mit Rat und Tat zur Seite.

Sie möchten nicht auf die Anfrage des Headhunters warten, spielen aber mit Wechselgedanken? Dann laden Sie ganz einfach Ihren Lebenslauf bei uns hoch und wir übernehmen die Suche nach dem Traumjob im Finanz- und Rechnungswesen, IT- oder kaufmännischen Bereich.