Fehler im Anschreiben

Darauf sollten Sie im Anschreiben besser verzichten

Mann überlegt, zerknülltes Papier am Tisch

Das Anschreiben ist in den meisten Fällen der erste Kontakt eines Bewerbers mit einem Unternehmen. Allerdings mit unterschiedlichen Vorzeichen: Während  sich der Bewerber intensiv mit der Firma, der Stelle und dem Ansprechpartner auseinander setzen konnte, hat der Leser des Anschreibens nur wenige Minuten Zeit, den Kandidaten kennen zu lernen und um zu entscheiden, ob er für die Stelle geeignet ist.

Daher sollte das Anschreiben möglichst perfekt sein, zumindest aber alle relevanten Informationen und keine Fehler enthalten. Und davon gibt es einige.

Fehler 1: Standard-Anschreiben

Absolutes No-Go beim Verfassen des Anschreibens ist das „Musteranschreiben“, das in leicht abgewandelter Form an verschiedene potenzielle Arbeitgeber verschickt wird. Ein erfahrener Personaler merkt bereits nach wenigen Sätzen, dass Sie sich nicht mit dem Unternehmen oder der Stelle auseinander gesetzt haben und sortiert Ihre Bewerbung aus.

Nehmen Sie sich daher unbedingt die Zeit, intensiv zu recherchieren und das Anschreiben Ihrer Bewerbung exakt auf diese eine Stelle zuzuschneiden. Auch wenn das natürlich viel Zeit in Anspruch nimmt: Das Chance, dass Ihre Bewerbung ausscheidet, ist mit einem Standard-Anschreiben ungleich höher. Der Aufwand lohnt sich also.

Fehler 2: Falsche Namen

Ihre Qualifikation ist hervorragend, die Stelle passt exakt zu Ihnen und auch sonst spricht alles für Sie. Aber wenn in Ihrem Anschreiben der Name des Unternehmens falsch geschrieben ist oder in der Anrede aus einem „Herrn“ versehentlich eine „Frau“ wird, stehen Ihre Chancen dennoch ausgesprochen schlecht. Denn solche scheinbaren Kleinigkeiten zeugen von mangelnder Aufmerksamkeit oder Oberflächlichkeit – und das kann nicht im Sinn Ihres zukünftigen Arbeitgebers sein.

Prüfen Sie das Anschreiben Ihrer Bewerbung daher genau und geben Sie es einem Freund zur Korrektur. Besonderes Augenmerk verlangen Eigennamen und Jobtitel.

Fehler 3: Zurückhaltung

Bescheidenheit ist eine Tugend, die im Anschreiben einer Bewerbung nichts zu suchen hat. Sie präsentieren sich als den besten Kandidaten für eine Stelle, auf die sich womöglich hunderte andere bewerben. Mit Leistungen aus falsch verstandenem Anstand hinterm Berg zu halten, schadet nur.

Aber Vorsicht: Überzeugend für sich zu argumentieren, heißt nicht übertreiben. Bleiben Sie unbedingt bei den Tatsachen und nennen Sie Fakten. Mit Superlativen, denen der Nachweis fehlt, wecken Sie höchstens Misstrauen, kein Interesse.

Fehler 4: Ausschweifende Sprache

In der Kürze liegt die Würze. Kommen Sie schnell auf den Punkt und formulieren Sie exakt. Der Leser dankt es Ihnen, wenn Sie ihn nicht lange auf wichtige Informationen warten lassen.

Ob die Sätze im Anschreiben Ihrer Bewerbung zu lang sind, können Sie leicht prüfen: Lesen Sie das fertige Anschreiben laut vor. Verhaspeln Sie sich oder geht Ihnen die Luft aus, sollten Sie nachbessern.

Fehler 5: Den Lebenslauf wiederholen

Viele Kandidaten nutzen das Anschreiben der Bewerbung, um sich über vergangene Positionen oder Erfolge auszulassen und auf ihre Erfahrung hinzuweisen. Das ist nicht grundsätzlich falsch, aber nur dann wirkungsvoll, wenn es direkten Bezug auf die neue Stelle hat. Alle anderen Informationen dieser Art stehen im Lebenslauf, der immer Teil der Bewerbung ist. Langweilen Sie den Leser also nicht mit Redundanz, sondern glänzen Sie im Anschreiben mit pointierten Hinweisen auf gesuchte Eigenschaften.

Kleiner Tipp: Viele Personaler lesen zunächst den Lebenslauf und dann das Anschreiben einer Bewerbung. Passen Sie daher auch den Lebenslauf jeder Stellenausschreibung an und stimmen Sie ihn mit dem jeweiligen Anschreiben ab. So punkten Sie mit der perfekten Kombination aus Fakten und Fähigkeiten.

Fehler 6:  Mehr als eine Seite schreiben

Alles, was für Sie spricht, muss sich in wenigen Sätzen zusammenfassen lassen. Das bedeutet, ist Ihr Anschreiben länger als eine DIN A4-Seite, müssen Sie kürzen. Aufs Wesentliche zu reduzieren, Prioritäten zu setzen und Wichtiges von unwichtigem zu trennen sind Eigenschaften, die für jeden Job relevant sind. Ob Sie sich als IT-Spezialist, Buchhalter oder Assistenz bewerben – diese Fähigkeiten erwarten Chefs in jeder Position. Wenn Sie sich schon beim Anschreiben nicht entscheiden können, was Ihre besten Argumente sind, wie sollen Sie das dann im Job schaffen?

Kürzen Sie rigoros alles unwichtige, vermeiden Sie Konjunktive (hätte, könnte, würde) und schreiben Sie aktiv (nicht „wurde ich mit der Aufgabe betraut“, sondern „übernahm ich die Aufgabe als …“), dann schrumpft das Anschreiben meist von ganz alleine um einige Zeilen.

Wenn Sie diese 6 Fehler vermeiden, sind Sie auf dem besten Weg zum perfekten Anschreiben.

 

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