Personaler müssen umdenken: Rekrutierung von Business Partnern

Eine beachtliche Anzahl der befragten CFOs zeigt sich besorgt über den Mangel an Finanzfachkräften mit Führungs- und Kommunikationskompetenzen (29 bzw. 20 %). Allein mit internen Kandidaten ist die bestehende Bedarfslücke in diesem Bereich nicht zu schließen. Aber auch die externe Rekrutierung ist problematisch: „Es ist sehr schwer, Personal mit Finanzfachkenntnissen zu finden, das in der Lage ist, dieses Wissen mit der Strategie des Unternehmens zu verknüpfen", beklagt Diederik Bossuyt von Belgacom.

Eine weitere Herausforderung – neben dem Mangel an Finanzfachkräften – besteht in der Frage, ob und wie Personaler die zentralen Kompetenzen eines guten Business Partners erkennen. Nach Ansicht von AstraZenecas Gary Rourke sollte sich der Auswahlprozess auf die Führungsqualitäten konzentrieren und das Potenzial der Kandidaten aufzeigen. Zudem sei im Business Partnering die Fähigkeit wichtig, kontinuierlich das Wissen zu erweitern. Von Bedeutung sei auch, wie flexibel sich die Kandidaten zeigen und ob sie persönliche Risiken eingehen, um die Geschäftsentwicklung oder die eigene Karriere voranzutreiben. „Das traditionelle Bewerbungsgespräch ist nicht unbedingt geeignet, das Urteilsvermögen oder den Antrieb und die Gestaltungskraft von Bewerbern zu analysieren", so Rourke.

Ein Umdenken ist nicht nur bei der Rekrutierung von Business Partnern, sondern auch mit Blick auf deren Laufbahn erforderlich. Für ambitionierte Finanzfachkräfte sind attraktive, klar definierte Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb der Finanzabteilung, aber auch im Unternehmen von großer Bedeutung. „Gute Arbeitgeber bieten bereits eine Karriereentwicklung in der Finanzabteilung sowie eine allgemeine Management-Ausbildung mit Finanz- und Unternehmensperspektive", sagt Frank Plaschke, Partner bei der Boston Controlling Group und weltweit verantwortlich für CFO-Themen. „Dank solcher Strategien entscheiden sich letztlich auch kompetente und ambitionierte Mitarbeiter dazu, Business Partner zu werden."

Gleichzeitig rekrutieren Unternehmen für die Finanzabteilung zunehmend Führungskräfte ohne klassischen Finanzhintergrund. Lloyds TSB zum Beispiel hat sich die Mobilfunkbranche genauer angesehen: „Uns ist aufgefallen, dass viele Mitarbeiter von Unternehmen aus dem Mobilfunksektor über ein solides Wirtschaftswissen verfügen, so dass sie auch gut in einer Bank arbeiten könnten", berichtet Finanzchef Stuart Rollings. „Das Konsumentenverhalten in der Mobilfunkbranche ähnelt dem im Finanzdienstleistungssektor – kontinuierliche Veränderungen und schnell wechselnde Kunden, die das Produkt permanent justieren und anpassen."

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