Zusatzleistungen: Weiterbildung verdrängt flexible Arbeitszeiten von Platz eins

Januar 20, 2015

Um Know-how aufzubauen, setzt ein Großteil deutscher Unternehmen bei seinen Zusatzleistungen auf Zuschüsse zur Aus- und Fortbildung. Mehr lesen.

Aus- und Fortbildung wird in deutschen Unternehmen immer wichtiger

Mit 6,4 % war die Arbeitslosenquote seit der Wiedervereinigung für den Monat Dezember noch nie so niedrig wie 2014. Für Unternehmen wird es daher immer schwieriger, Mitarbeiter mit dem richtigen Know-how zu finden. Doch sie sind nicht nur für das Unternehmenswachstum maßgeblich, sondern unterstützen auch beim Aufbau einer attraktiven Arbeitgebermarke. Um das notwendige Wissen intern aufzubauen, setzt inzwischen ein Großteil deutscher Unternehmen bei seinen angebotenen Zusatzleistungen auf Zuschüsse zur Aus- und Fortbildung für seine Angestellten. Dies bestätigt die aktuelle Arbeitsmarktstudie im Auftrag von OfficeTeam, einem Geschäftsbereich von Robert Half, wonach gut die Hälfte der Unternehmen (52 %) diesen Benefit anbietet.

Darüber hinaus planen weitere 13 % der HR-Manager in Deutschland, die Unterstützung für Weiterbildungen zukünftig auszubauen. Wird diese Planung umgesetzt, werden somit fast zwei Drittel der Unternehmen (65 %) ihren Mitarbeitern Zuschüsse gewähren. Damit würden Fortbildungsmöglichkeiten zur Zusatzleistung Nummer eins in deutschen Firmen aufsteigen.

Weniger Unternehmen planen flexible Arbeitszeiten

Platz eins bei den Zusatzleistungen belegt aktuell mit 53 % noch das Angebot für flexible Arbeitszeiten und Telearbeit. Beim Blick in die Zukunft bahnen sich hier jedoch Veränderungen an: Nur 7 % der HR-Manager planen, ihren Mitarbeitern zusätzlich flexible Arbeitsmodelle anzubieten. Damit wären Möglichkeiten zur zeitlichen Flexibilität zukünftig nur bei 60 % der Firmen im Programm und würden damit seltener angeboten als eine Unterstützung zur Weiterbildung.

Mentoring-Programme mit Potenzial

Obwohl ein Großteil der deutschen Unternehmen finanzielle Unterstützung bei der Fortbildung anbietet, vernachlässigen viele Firmen noch den internen Wissenstransfer zwischen erfahrenen und neuen Mitarbeitern durch Mentoring-Programme. Diese Zusatzleistung zur fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung bieten momentan lediglich 14 % der Unternehmen an. Jedoch haben HR-Manager das Potenzial des Mentoring erkannt: 13 % planen, zukünftig Programme zu entwickeln.

OfficeTeam hat HR-Manager gefragt: Welche Boni und Zusatzleistungen bietet bzw. plant Ihr Unternehmen, um Mitarbeiter zu gewinnen und zu binden?

  Angebot In Planung
Flexible Arbeitszeiten oder Telearbeit 53 % 7 %
Aus- und Fortbildungsunterstützung 52 % 13 %
Mentoring-Programme 14 % 13 %

Quelle: OfficeTeam, Arbeitsmarktstudie 2014, Befragte: 200 HR-Manager; Mehrfachnennungen möglich; hier wird nur eine Auswahl der Zusatzleistungen angegeben

Fortbildung sichert Unternehmenserfolg

Auf einem Kandidatenmarkt, wie wir ihn derzeit in Deutschland haben, ist es für Unternehmen wichtiger denn je, dass Mitarbeiter mit Weiterbildungen auf dem neuesten Stand bleiben“, so die Einschätzung von Inessa Kulich, Associate Director bei OfficeTeam. „Durch die kontinuierliche Aneignung von aktuellem Know-how tragen Fachkräfte maßgeblich zum Unternehmenserfolg bei, denn nur mit produktiven Mitarbeitern können Unternehmen weiter wachsen und sich am Markt eine Spitzenposition sichern. Dies wiederum bietet auch den Mitarbeitern gute Karrierechancen. Sie können sich in einer wachsenden Firma weiterentwickeln und so langfristig immer wieder neue spannende Aufgaben übernehmen.