Vorstellungsgespräche: Bewerber, traut Euch und stellt die Gehaltsfrage

10. Juni 2015

Arbeitsmarktstudie 2015 von Robert Half

München, 10. Juni 2015 – Die folgende Situation zählt zu den Klassikern eines Vorstellungsgesprächs: Der Bewerber setzt sich im ersten Auswahlverfahren erfolgreich durch und trifft bei einem persönlichen Kennenlerntreffen erstmals auf seinen zukünftigen Vorgesetzten. Das bis dahin angenehme Gespräch nähert sich allmählich dem Ende, doch plötzlich wird der Bewerber unsicher: Soll er die Frage aller Fragen, nämlich die nach dem Gehalt, stellen oder nicht?

Einer Studie von Robert Half zufolge dürfen Job-Kandidaten in Bewerbungsprozessen selbstbewusst auftreten und die eigenen Gehaltsvorstellungen von sich aus ansprechen. Als idealen Zeitpunkt für die Frage zur Vergütung nennt die Mehrheit der befragten Personalverantwortlichen (47 %) die zweite oder darauffolgende Bewerbungsrunden. Lediglich 4 % der befragten Personaler sind der Ansicht, Gehaltsdiskussionen sollten stets vom Unternehmen initiiert werden. An der Arbeitsmarktstudie des Personaldienstleisters Robert Half haben 200 HR-Manager in Deutschland teilgenommen.

Robert Half hat HR-Manager gefragt: Wann ist es für Job-Kandidaten angebracht, im Bewerbungsprozess das Gehalt anzusprechen?

  Gesamt
Im zweiten oder in nachfolgenden Bewerbungsgesprächen. 47 %
Während des Bewerbungsprozesses oder im ersten Bewerbungsgespräch. 27 %
Im letzten Bewerbungsgespräch oder in der Angebotsphase. 22 %
Niemals. Eine Gehaltsdiskussion sollte immer vom Unternehmen ausgehen. 4 %

Quelle: Robert Half, Arbeitsmarktstudie 2015, Befragte: 200 HR-Manager

„Die Aussicht auf bessere Karriereperspektiven oder höhere Gehälter zählen zu den wichtigsten Gründen für einen Jobwechsel . Auch wenn Unternehmen aktuell bereit sind, steigende Gehälter zu zahlen, sollten Bewerber den eigenen Marktwert und die daraus resultierenden Gehaltsvorstellungen im Vorfeld wohlbedacht ausloten. Während zu hohe Forderungen zu einem frühzeitigen Ausscheiden aus dem Bewerbungsprozess führen können, lassen zu niedrige Vorstellungen auf mangelnde Erfahrung oder ein mangelndes Selbstbewusstsein des Bewerbers schließen. Die Erfahrung zeigt, dass Bewerber bei einem Arbeitgeberwechsel bis zu 10 % mehr Gehalt fordern können“, weiß Sven Hennige, Senior Managing Director Central Europe & The Netherlands bei Robert Half.

Die wichtigsten 3 Tipps zur richtigen Gehaltsvorstellung:

  • Fixe Summe oder Gehaltsspanne? Sie sollten sich auf keine fixe Summe festlegen, sondern vielmehr eine Gehaltsspanne definieren, die Ihren Vorstellungen entspricht. Überlegen Sie sich in diesem Zusammenhang auch, was Ihre Untergrenze ist und ob es ggf. nicht-monetäre Zusatzleistungen gibt, die Sie anstelle Ihrer Wunschsumme akzeptieren könnten. Eine Gehaltsübersicht für über 100 ausgewählte Berufe finden Sie hier.
  • Klein oder groß? Waren Sie vorher in einem großen Konzern beschäftigt und gehen Sie nun in ein mittelständisches Unternehmen? Wechseln Sie in eine andere Branche? Und ist der neue Arbeitsplatz womöglich mit einem Umzug in eine andere Stadt verbunden? All diese Aspekte sollten Sie in Ihren Gehaltsvorstellungen berücksichtigen.
  • Karriere oder Work-Life-Balance? Identifizieren Sie den Hauptgrund für Ihren Jobwechsel. Falls Sie aufgrund mangelnder Karriereperspektiven oder einer unausgeglichenen Work-Life-Balance eine neue berufliche Herausforderung suchen, sollten Sie diese Aspekte im Gespräch mit Ihrem zukünftigen Arbeitgeber unbedingt ansprechen. Zeigen Sie sich flexibel aber achten Sie darauf, nicht unter Ihre Mindest-Gehaltsvorstellung zu gehen.