Studie: Drei Viertel der Angestellten möchten 2016 ein höheres Gehalt

März 30, 2016

Die deutsche Wirtschaft ist derzeit solide aufgestellt und wächst. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im Jahr 2015 um durchschnittlich 1,7 %. Die weiterhin positiven Prognosen für 2016 beflügeln die Lohnerwartungen der Arbeitnehmer. Mehr als drei Viertel der befragten Büroangestellten wollen 2016 nach einer Gehaltserhöhung fragen.

Tipps für eine erfolgreichere Gehaltsverhandlung

Die deutsche Wirtschaft ist derzeit solide aufgestellt und wächst. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im Jahr 2015 um durchschnittlich 1,7 %. Die weiterhin positiven Prognosen für 2016 beflügeln die Lohnerwartungen der Arbeitnehmer, wie die aktuelle Jobstudie des spezialisierten Personaldienstleisters Robert Half zeigt. Mehr als drei Viertel (78 %) der befragten Büroangestellten wollen 2016 nach einer Gehaltserhöhung fragen.

Für 67 % der Befragten ist der Grund für die Frage nach einem Gehaltsplus die Übernahme zusätzlicher Aufgaben und damit einer höheren Verantwortung, für die sie bisher noch nicht entlohnt wurden. Mit deutlichem Abstand werden auch die gestiegenen Kosten für den individuellen Lebensstil (18 %) und die allgemeinen Lebenshaltungskosten (10 %) als Motive für einen höheren Gehaltswunsch angeführt. 5 % der Befragten glauben, dass ihr Gehalt nicht dem marktüblichen Niveau entspricht.

Zeitpunkt für Gehaltsverhandlungen clever wählen

Die Gründe für eine Gehaltsverhandlung können vielfältig sein, doch sollten Mitarbeiter den richtigen Zeitpunkt dafür wählen. Laut einer von Robert Half in Auftrag gegebenen Arbeitsmarktstudie, für die 200 CFOs in Deutschland befragt wurden, sind der Beginn eines neuen Projekts oder die Übernahme eins neuen Verantwortungsbereichs (26 %) besonders geeignet. Für fast ein Viertel der Finanzchefs (24 %) stellt das Mitarbeitergespräch den passenden Rahmen dar.

Robert Half hat 200 CFOs gefragt: Wann wäre der beste Zeitpunkt für Mitarbeiter, um nach einer Gehaltserhöhung zu fragen?

Jederzeit 17 %
Während des Mitarbeitergesprächs 24 %
Zu Beginn eines größeren Projektes oder bei Übernahme einer neuen Verantwortung 26 %
Am Ende eines größeren Projektes 17 %
6 Monate nach Übernahme von mehr Verantwortung 14 %
Zum Ende des Geschäftsjahres 3 %
Nie 1 %

Quelle: Robert Half, Arbeitsmarktstudie 2016, Befragte: 200 CFOs in Deutschland

Sven Hennige, Senior Managing Director Central Europe & The Netherlands bei Robert Half, betont: „Gehaltsgespräche bedürfen für beide Seiten – Vorgesetzten und Mitarbeiter – einer guten Vorbereitung. Sie sollten daher nicht spontan vom Mitarbeiter eingefordert werden. Besser ist es, regelmäßige Gespräche zu nutzen oder einen guten Grund, wie ein herausforderndes neues Projekt, zum Anlass zu nehmen. Zudem empfehlen wir, einen festen Termin für das Gespräch zu vereinbaren. Schon bei der Terminvereinbarung sollte klar sein, dass das Gehalt thematisiert werden soll.

Gehaltbudgets: Fachkräftemangel und Mitarbeiterbindung unwichtig

Doch nicht nur individuelle Argumente spielen bei der Entscheidung über eine Gehaltserhöhung eine Rolle. Für ein Unternehmen sind auch externe ökonomische Variablen wichtig. Für 58 % der befragten Finanzvorstände ist die wirtschaftliche Situation eines Unternehmens der entscheidende Faktor dafür, ob zusätzliche Vergütungsbudgets zur Verfügung gestellt werden. Das wirtschaftliche Klima (43 %) spielt im Vergleich eine etwas geringere Rolle. Bemerkenswert ist, dass der Fachkräftemangel und die Mitarbeiterbindung nur für 19 % der Befragten Gründe sind, die Gehaltsbudgets zu erhöhen.

Robert Half hat 200 CFOs gefragt: Welche Faktoren würden zu einem höheren Vergütungsbudget in Ihrem Unternehmen führen?

Unternehmensleistung 58 %
Wirtschaftliches Klima 43 %
Politisches Klima 33 %
Unternehmensexpansion 28 %
Schwierigkeit, Fachkräfte zu finden und zu binden 19 %

Quelle: Robert Half, Arbeitsmarktstudie 2016, Befragte: 200 CFOs in Deutschland; Mehrfachnennungen möglich

Sven Hennige kommentiert: „Bei Gehaltsverhandlungen achten Arbeitgeber neben externen und internen Faktoren besonders auf die Leistungen und persönliche Entwicklung des Mitarbeiters. Wichtig ist auch sein Beitrag zum Unternehmens- oder Teamerfolg. Dies sollte der Mitarbeiter für sich im Vorfeld analysieren und Rückschlüsse auf die Angemessenheit der eigenen Gehaltsforderungen ziehen. Wenn dem Gehaltswunsch aus unternehmerischen Gründen nicht entsprochen werden kann, können andere Benefits, wie Home-Office, berücksichtigt werden.

Robert Half gibt 7 Tipps, wie Mitarbeiter Gehaltsverhandlungen erfolgreicher führen können

1. Individuellen Erfolge nachweisen

Zeigen Sie auf, wie sich Ihr Verantwortungsbereich erweitert hat oder welche Projekte Sie erfolgreich beendet haben. Hierzu können Sie zur Unterstützung Ihrer Argumente etwa Ihren Arbeitsvertrag, Zielvereinbarungen oder Protokolle von Mitarbeitergesprächen heranziehen.

2. Teamerfolg belegen

Hat Ihre Abteilung ein besonders erfolgreiches Jahr unter Ihrer Leitung oder seit Ihrem Antritt als Teamleiter gehabt? Ziehen Sie messbare Verbesserungen als Argumente heran, beispielsweise gestiegene Kunden-, Umsatz- oder Ertragszahlen.

3. Persönliche Motivation aufzeigen

Intrinsische Motivation des Mitarbeiters ist das A und O: Haben Sie konkrete Ziele, die Sie (zum Wohle des Unternehmen) erreichen wollen oder Projekte, die Sie gerne umsetzen würden? Hiermit etablieren Sie sich als Business-Partner Ihres Vorgesetzten und beweisen Ihr Engagement.

4. Gute Vorbereitung

Neben guten Argumenten für eine Gehaltserhöhung sollten Sie ein Gefühl dafür entwickeln, wie hoch ein für Ihre Position angemessenes Gehalt liegt. Hierfür bietet zum Beispiel die Gehaltsübersicht 2016 von Robert Half wertvolle Anhaltspunkte. Neben einem höheren Gehalt können Sie auch andere Zusatzleistungen in die Waagschale werfen, wie mehr Urlaub oder Home-Office.

5. Hartnäckig bleiben

Lassen Sie sich keine Unsicherheit in der Gehaltsverhandlung anmerken. Wenn Sie die Argumente auf Ihrer Seite haben, können Sie diese auch selbstbewusst vertreten. Wenn nach dem Gespräch die ausgehandelte Gehaltserhöhung oder Zusatzleistungen nicht realisiert werden, fragen Sie höflich, aber bestimmt nach, und suchen Sie ein zweites Gespräch.

6. Don‘ts: Privatausgaben, besser verdienende Kollegen und Kündigung

Führen Sie keine private Gründe oder besser verdienende Kollegen in einer Gehaltsverhandlung an – hier geht es ausschließlich um berufliche Aspekte und Ihre persönliche Leistung. Drohen Sie Ihrem Vorgesetzten auch nicht mit einer Kündigung, falls Sie keine Gehaltserhöhung bekommen. Das kann sich negativ auf die Zusammenarbeit und die Stimmung im Team auswirken.

7. Der richtige Zeitpunkt

Generell gilt es, einen Termin zur Gehaltsverhandlung zu vereinbaren, damit beide Parteien sich auf das Gespräch vorbereiten können. Achten Sie darauf, dass Sie Ihren Chef in einer Phase ansprechen, in der er ausreichend Zeit hat und nicht zu stark unter Stress steht. Der Anlass kann das Jahresgespräch oder die Übernahme eines anspruchsvollen Projekts sein. Auch gibt es in manchen Unternehmen festgelegte Zeitspannen, innerhalb derer Gehaltsrunden stattfinden.