Produktiv trotz Streik? Home-Office macht’s möglich

Juni 2, 2015

Home-Office-Angebote ermöglichen Mitarbeitern, auch an Streiktagen produktiv zu arbeiten.

Angebot an Telearbeit ist in den vergangenen drei Jahren gestiegen

In Zeiten von Bahn-, Kita- und Pilotenstreiks stellt der Weg zum Arbeitsplatz für viele Beschäftigte eine große Herausforderung dar. Mit Home-Office-Angeboten machen es Unternehmen ihren Mitarbeitern möglich, auch an Streiktagen produktiv zu arbeiten. Die aktuelle Arbeitsmarktstudie im Auftrag von Robert Half, für die 200 HR-Manager in Deutschland befragt wurden, zeigt, dass immer mehr Arbeitgeber flexible Arbeitsmodelle anbieten, die sowohl die Produktivität als auch die Kreativität steigern können.

Während 26 % der deutschen HR-Manager angeben, dass das Angebot für Home-Office in den vergangenen drei Jahren zugenommen hat, beobachten fast ebenso viele (25 %) einen Rückgang dieser Zusatzleistung. Unternehmen sollten die Vorteile, die mit dem Arbeiten von zu Hause verbunden sind, aber nicht ungenutzt lassen.

Flexible Arbeitszeiten und Home-Office werden in deutschen Unternehmen immer beliebter. Gerade auch bei unvorhergesehenen Ereignissen wie Streiks bieten sie Mitarbeitern die Möglichkeit, an wichtigen Projekten weiterzuarbeiten und Deadlines einzuhalten“, erläutert Sven Hennige, Senior Managing Director Central Europe & The Netherlands bei Robert Half. „Die richtige technische Ausstattung wie Laptop und Smartphone sind dafür allerdings eine wesentliche Voraussetzung.

Home-Office: Vorteile für Unternehmen und Mitarbeiter

Durch die oft ruhigere Umgebung und die dadurch bessere Konzentration auf eine Aufgabe, sieht mehr als die Hälfte der deutschen Personalmanager in einer steigenden Produktivität und Kreativität die größten Vorteile von Telearbeit: 58 % bzw. 57 % stellen in diesen Bereichen eine Verbesserung fest. Die größten Nachteile sehen die HR-Verantwortlichen mit 32 % und 30 % in der Kommunikation und der Zusammenarbeit im Team. Jedoch überwiegt auch in diesen Punkten eine positive Einschätzung bei den Befragten.

Robert Half hat HR-Manager gefragt: Was wären die Auswirkungen auf folgende Bereiche, wenn Sie Ihren Mitarbeitern flexible Arbeitszeiten oder Home-Office ermöglichen würden?

  Produktivität Kreativität Kommunikation Zusammenarbeit Effiziente Mitarbeiterführung
Verbesserung 58 % 57 % 38 % 35 % 35 %
Verschlechterung 17 % 17 % 32 % 30 % 22 %
Keine Veränderung 26 % 27 % 30 % 36 % 44 %

Quelle: Arbeitsmarktstudie 2015 von Robert Half, Befragte: 200 HR-Manager

Das Arbeiten von zu Hause bietet sowohl Unternehmen als auch Mitarbeitern Vorteile. Sie können wesentlich zu einer Verbesserung der Work-Life-Balance beitragen und haben gleichzeitig einen positiven Einfluss auf ihre Produktivität und Kreativität. Dies erhöht die Zufriedenheit der Beschäftigten und die Bindung an das Unternehmen. Gleichzeitig verbessern diese Angebote die Reputation der Arbeitgebermarke und unterstützen beim Recruiting neuer Fachkräfte“, ergänzt Sven Hennige. „Die Anforderungen an flexibleres Arbeiten sollten allerdings im Vorfeld zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten besprochen werden, so dass die Erwartungen für beide Seiten klar sind. Viele Unternehmen haben auch Richtlinien, die diese Modelle genau beschreiben.

Acht Tipps für ein erfolgreiches Home-Office

  1. Ziele setzen: Klar definierte Arbeitsergebnisse sollten Bestandteil jeder Home-Office-Vereinbarung sein.
  2. Separates Büro: Es sollte eine klare Abtrennung zwischen dem Arbeitsbereich und dem Rest der Wohnung geben. Zudem sollte der private Arbeitsplatz entsprechend vorbereitet und eingerichtet werden.
  3. Strukturierte zeitliche Abläufe: Der Tagesablauf im Home-Office sollte sich an den Abläufen im Büro orientieren, um in Einklang mit den Kollegen zu arbeiten. Das ist eine wichtige Voraussetzung für effizientes Arbeiten. Für die Strukturierung des Arbeitsalltags ist es außerdem hilfreich, eigene Rituale festzulegen – z. B. eine bestimmte Uhrzeit für den Arbeitsbeginn oder die Mittagspause.
  4. Pausen einplanen: Bei aller Konzentration sollte man sich zwischendurch – wie auch im Büro – eine kleine Pause gönnen.
  5. Kontakt mit Kollegen: Den Gesprächsfaden mit den Kollegen lässt man besser nicht abreißen. Telefonisch, per E-Mail oder über Social Media sollte man sicherstellen, durch die Abwesenheit nicht in Vergessenheit zu geraten.
  6. Work-Life-Balance: Auch im Home-Office sollte der Feierabend verbindlich sein. Geben Sie nicht der Versuchung nach, frühmorgens, spätabends und am Wochenende E-Mails zu lesen.
  7. Eignung prüfen: Unternehmen sollten eine Home-Office-Policy festlegen, in der genau definiert ist, wann es möglich ist, von zu Hause aus zu arbeiten, und wie es effektiv umgesetzt werden kann. Diese Richtlinien sollten im Vorfeld zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten besprochen werden.
  8. Klare Kommunikation und Verantwortung: Die räumliche Trennung bei der Heimarbeit macht das Kommunizieren herausfordernder. Die Abstimmung mit den Kollegen und dem Vorgesetzten wird im Home-Office wichtiger – gepaart mit viel Eigenmotivation und -engagement.