Lebenslauf bleibt einflussreicher als Social-Media-Profil

August 18, 2016

Die Sommerurlaubszeit bietet eine ideale Gelegenheit, über die berufliche Zukunft nachzudenken und den nächsten Karriereschritt vorzubereiten. Obwohl eine Reihe von Unternehmen in Zeiten des Fachkräftemangels Empfehlungen für Bewerber über persönliche Netzwerke und Social-Media-Profile erhalten, sind diese Kanäle nicht ausschlaggebend für die endgültige Einstellungsentscheidung. Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung ist weiterhin ein überzeugender Überblick über die bisherigen beruflichen Stationen.

Tipps, wie Bewerber ihre Bewerbung auf den aktuellen Stand bringen können

Die Sommerurlaubszeit bietet eine ideale Gelegenheit, über die berufliche Zukunft nachzudenken und den nächsten Karriereschritt vorzubereiten. Obwohl eine Reihe von Unternehmen in Zeiten des Fachkräftemangels Empfehlungen für Bewerber über persönliche Netzwerke und Social-Media-Profile erhalten, sind diese Kanäle nicht ausschlaggebend für die endgültige Einstellungsentscheidung. Laut der aktuellen Arbeitsmarktstudie von Robert Half, für die 200 deutsche HR-Manager befragt wurden, hat bei 43 % weiterhin der Lebenlauf den größten Einfluss. Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung ist daher ein überzeugender Überblick über die bisherigen beruflichen Stationen.

Auf einer Skala von 1 (größter Einfluss) bis 6 (geringster Einfluss) steht der Lebenslauf bzw. die Berufserfahrung mit 2,22 auf Platz 1 der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Entscheidung für einen Bewerber. Zu den weiteren Top-3-Kriterien gehören der Eindruck im Vorstellungsgespräch und Kompetenztests, die HR-Manger mit einem Mittelwert von 2,44 und 2,98 bewerten. Die geringste Wirkung auf eine Einstellungsentscheidung hat hingegen das Social-Media-Profil (5,25).

Viele Kandidaten schicken aktuell eher noch einen Lebenslauf, als dass sie sich mit ihrem Social-Media-Profil bewerben. So prägt der Lebenslauf den ersten Eindruck bei Personalverantwortlichen und gibt häufig den Ausschlag, ob ein Bewerber zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird“, unterstreicht Sven Hennige, Senior Managing Director Central Europe & The Netherlands bei Robert Half die Bedeutung des klassischen CVs. „Kandidaten sollten also genug Zeit investieren, um durch einen inhaltlich und strukturell stimmigen Lebenslauf hervorzustechen. Dies gilt trotz des geringeren Einflusses auch für das Social-Media-Profil. Wenn ein Bewerber in die engere Auswahl kommt, prüfen Personalverantwortliche häufig ebenfalls die digitale Visitenkarte eines Kandidaten. Negative oder unstimmige Aspekte können dann im Zweifel ein jähes Ende für die Bewerbung bedeuten.

Robert Half gibt Tipps, wie Bewerber ihren Lebenslauf auch mit Blick auf ihr Social-Media-Profil optimieren können:

Wenn Sie Ihren Lebenslauf aktualisieren, überarbeiten Sie Ihr Social-Media-Profil direkt mit. Einige Tipps für den Lebenslauf, wie die Vermeidung von Tippfehlern oder ehrliche Angaben, gelten auch für die digitale Visitenkarte. Stellen Sie sicher, dass sich beide nicht widersprechen. Auch wenn Sie sich gerade nicht aktiv bewerben, sollten Sie Ihr Profil auf Xing oder LinkedIn bei Neuerungen wie Beförderungen oder erworbenen Zusatzqualifikationen stets aktualisieren.

1. Länge

Ein Lebenslauf sollte sich maximal auf zwei Seiten erstrecken. Halten Sie Ausbildungsabschnitte und Qualifikationen, die für den Job irrelevant sind, kurz. Streichen Sie auch Angaben wie den Familienstand oder die Nationalität – diese sind im Lebenslauf nicht notwendig.

2. Zeitliche Lücken

Haben Sie im Lebenslauf Zeitabschnitte ausgelassen, weil sie keinen Bezug zur Karriere haben? Vermeiden Sie Spekulationen, die möglicherweise gegen Sie sprechen, und schließen Sie die Lücken wahrheitsgemäß – sei es mit der sechsmonatigen Weltreise zwischen zwei Jobs oder der mehrjährigen Elternzeit.

3. Sorgfalt

Der Lebenslauf sollte keine Rechtschreib- oder Grammatikfehler aufweisen. Nutzen Sie die Autokorrekturfunktion in Word, um Tippfehler zu verbessern. Bitten Sie nach der Überarbeitung des Lebenslaufs einen Freund oder Bekannten, ihn auf Fehler zu prüfen.

4. Layout

Besticht Ihr jetziger Lebenslauf durch ein extravagantes Design mit eigenen Logos oder vielen Farben? Verabschieden Sie sich davon und halten Sie das Layout schlicht. Es soll den Lebenslauf unterstützen und nicht vom Inhalt ablenken. Eine einheitliche Schriftart und -größe sowie ein stringenter Aufbau machen hingegen einen ordentlichen Eindruck.

Überprüfen Sie auch die Gliederung ihres Lebenslaufes. Ordnen Sie ihn gegebenenfalls in thematische Blöcke wie Berufserfahrung und Ausbildung. Es gilt, die Erfahrungen beginnend mit der aktuellen Angabe aufzulisten und relevante Aufgabengebiete in wenigen Worten zu beschreiben. Damit die Formatierung des Lebenslaufs beim Versand nicht verschoben wird, sollten Sie das Dokument nach der Überarbeitung in ein PDF umwandeln.

5. Ehrlichkeit

Überprüfen Sie die angegebenen Qualifikationen in Ihrem Lebenslauf. Haben Sie etwa eingerostete Französischkenntnisse aus der Schulzeit noch als konversationssicher angegeben? Passen Sie das Sprachniveau in dem Fall lieber auf „Grundkenntnisse“ an. Im Vorstellungsgespräch oder später im Job kann diese kleine Lüge schnell ans Tageslicht kommen. Seien Sie insgesamt ehrlich und löschen Sie die Qualifikationen, über die Sie nicht mehr oder nur wenig verfügen.

6. Foto

Ein Bewerbungsfoto darf nach dem Gleichstellungsgesetz nicht mehr vorausgesetzt werden, ist in Deutschland jedoch nach wie vor üblich. Daher empfiehlt es sich, ein Lichtbild im Lebenslauf aufzunehmen, um einen ersten persönlichen Eindruck zu hinterlassen. Wenn Ihr derzeitiges Bewerbungsfoto schon etwas in die Jahre gekommen ist, sollten Sie gegebenenfalls ein neues Foto machen lassen. Bei Bewerbungen in den USA und in Großbritannien sind Bewerbungsfotos hingegen unüblich.

Weitere Tipps für den Lebenslauf