Kündigung: Wann Gegenangebote sinnvoll sind

18. Dezember 2013

Studie von OfficeTeam

München, 18. Dezember 2013 - Immer mehr deutsche Arbeitgeber unterbreiten wechselwilligen Mitarbeitern Gegenangebote. Wie eine von OfficeTeam in Auftrag gegebene Studie unter 200 HR-Managern herausfand, greifen heutzutage fast acht von zehn Personalverantwortlichen bei Kündigungen auf Gegenangebote zurück. Vor dem Hintergrund steigender Fluktuationsraten und einem verschärften Kampf um die besten Köpfe, hoffen viele Unternehmen so, abwanderungswillige Fachkräfte noch einmal umstimmen zu können.

Kündigt ein Mitarbeiter, unterbreiten heutzutage  76 % der Personalverantwortlichen in Deutschland ein Gegenangebot. Rund ein Drittel der insgesamt 200 befragten HR-Manager merkt sogar an, dass im Vergleich zu 2008 deutlich mehr Gegenangebote vorgelegt werden. Die Studie hat auch untersucht, mit welchen Anreizen Arbeitgeber versuchen, die Kündigung eines Mitarbeiters abzuwenden. In den meisten Fällen (56 %) bieten die Arbeitgeber abwanderungswilligen Fachkräften ein höheres Gehalt. Weiterhin werfen 46 % höhere Flexibilität, etwa Gleitzeiten oder die Möglichkeit, von zuhause aus zu arbeiten, in die Waagschale. Ein größerer Verantwortungsbereich und höhere Bonuszahlungen sind ebenfalls beliebte Inhalte eines Gegenangebots; sie werden in 36 % bzw. 28 % der Fälle offeriert.

Die Studie zeigt allerdings auch, dass die Entscheidung für einen Arbeitsplatzwechsel nicht primär auf Gehaltsfragen zurückzuführen ist. Die drei häufigsten Kündigungsgründe von Arbeitnehmern sind demnach eine unausgeglichene Work-Life-Balance (45 %), eine hohe Arbeitsbelastung und Stress (38 %) sowie mangelnde Anerkennung oder Unzufriedenheit über das Gehalt (33 %).

Erzielen Gegenangebote den erhofften Zweck?

Es stellt sich daher die Frage, ob Gegenangebote eine effektive Maßnahme zur Mitarbeiterbindung sind. Schließlich geben 53 % der befragten HR-Manager an, dass nicht einmal jeder vierte Mitarbeiter das Angebot annimmt, wenn er sich im Vorfeld bereits für einen Jobwechsel entschieden hat. Es bleibt daher fraglich, ob Gegenangebote und die darin angebotenen Anreize geeignet sind, um abwanderungswillige Mitarbeiter noch einmal umstimmen zu können.

„Gegenangebote sind aus unserer Erfahrung durchaus ein probates Mittel, um Mitarbeiter zu halten. Sie erfüllen diesen Zweck allerdings nur dann, wenn sie individuell auf die Bedürfnisse und Anforderungen des jeweiligen Mitarbeiters eingehen und adäquate Anreize bieten. Viel sinnvoller beim Thema Mitarbeiterbindung ist aus unserer Sicht, dass bereits frühzeitig entsprechende Maßnahmen eingeführt werden. Arbeitgeber sollten dafür in regelmäßigen Abständen die Zufriedenheit und Loyalität ihrer Mitarbeiter abfragen und dementsprechend Angebote bereitstellen. Grundsätzlich gilt aber auch, dass ein gesundes Maß an Fluktuation für jedes Unternehmen wichtig ist. Denn neue Mitarbeiter bringen auch neue Impulse und Know-How mit“, empfiehlt Sven Hennige, Managing Director Central Europe & Germany von Robert Half.