Kommentar: Fachkräftewoche - Potenziale entdecken

Oktober 26, 2015

Unter dem Motto "In Deutschland steckt mehr" veranstaltet das Bundesarbeitsministerium mit Partnern aus Politik und Industrie in Deutschland vom 26. Oktober bis zum 1. November 2015 eine Fachkräftewoche. Auf zahlreichen Veranstaltungen soll es um die Frage gehen, welche Potenziale für die Fachkräftesicherung bestehen und wie diese noch besser genutzt werden können.

 

Unter dem Motto "In Deutschland steckt mehr" veranstaltet das Bundesarbeitsministerium mit Partnern aus Politik und Industrie in Deutschland vom 26. Oktober bis zum 1. November 2015 eine Fachkräftewoche. Auf zahlreichen Veranstaltungen soll es um die Frage gehen, welche Potenziale für die Fachkräftesicherung bestehen und wie diese noch besser genutzt werden können.

Sven Hennige, Senior Managing Director Central Europe & The Netherlands bei Robert Half, kommentiert die Fachkräftewoche:

„Als Spezialist für die Vermittlung von Fach- und Führungskräften begrüßen wir die Initiative, denn der Fachkräftemangel ist längst am deutschen Arbeitsmarkt angekommen. Unsere Arbeitsmarktstudie zeigt, dass derzeit 89 % der Personalverantwortlichen es als große oder sogar sehr große Herausforderung sehen, qualifizierte Fachkräfte zu finden.“   

„Die Unternehmen müssen flexible Rahmenbedingungen schaffen, um alle Potenziale des Arbeitsmarkts auszuschöpfen. 29 % der Unternehmen bieten noch keine Teilzeitstellen an. Das macht es vor allem Frauen in höherqualifizierten Positionen und mit Familie schwierig, sich wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Auch die noch selten angebotenen Job Sharing-Modelle sind geeignet, dieses Dilemma zu mildern.“

„Gleichzeitig wird dem Erfahrungspotenzial älterer Arbeitnehmer vielfach zu wenig Anerkennung beigemessen. Durch den demographischen Wandel kann auf erfahrenere Fach- und Führungskräfte und ihr Know-how nicht verzichtet werden, zumal sie ihr Wissen an jüngere und unerfahrene Kollegen weitergeben können. Insbesondere bei der Nachfolgeplanung für das Management können ältere Arbeitnehmer als Mentoren fungieren bis die künftige Führungskraft ihre Rolle vollkommen erfüllt. Eine weitere Option ist es, auf Interim Manager – also externen Fach- und Führungskräften mit langjähriger Berufserfahrung – zurückzugreifen. Obwohl hier ein wachsender Trend in den letzten Jahren zu beobachten ist, wird dieses Potenzial noch zu wenig ausgeschöpft. Für eine effiziente Fachkräftesicherung empfehlen wir Unternehmen, sich eine stringente Personalpolitik zu überlegen, die den richtigen Generations-Mix in der Belegschaft abbildet.“

„Problematisch ist aus unserer Sicht zudem, dass Unternehmen häufig nach dem Alleskönner suchen. Dabei lassen sich Fachkenntnisse durch Weiterbildungen und eine professionelle Einarbeitung schnell aneignen. Personalverantwortliche sollten also offener sein für Bewerber, die vom Anforderungsprofil abweichen oder den Quereinstieg suchen, wenn sie die besten Fachkräfte für Ihr Unternehmen sichern möchten.“