Karneval im Büro: Teamstärkung oder Karrierekiller?

Februar 3, 2016

Abgeschnittene Krawatten, lustige Kostüme und Feierstimmung: Besonders in Karnevalshochburgen wie Köln, Düsseldorf oder Mainz geht die närrische Zeit auch nicht am Arbeitsplatz vorbei. Aber was sollten Mitarbeiter beachten?

Sechs Punkte, die Arbeitnehmer während der Faschingszeit beachten sollten

Abgeschnittene Krawatten, lustige Kostüme und Feierstimmung: Besonders in Karnevalshochburgen wie Köln, Düsseldorf oder Mainz geht die närrische Zeit auch nicht am Arbeitsplatz vorbei – aber nicht nur dort. Der spezialisierte Personaldienstleister Robert Half hat sechs Tipps zusammengestellt, was Arbeitnehmer während der „fünften Jahreszeit“ im Büro beachten sollten, damit die Faschingsfeier nicht zum Karriereknick wird.

Sven Hennige, Senior Managing Director Central Europe & The Netherlands bei Robert Half, kommentiert: „Karneval im Büro bietet eine gute Möglichkeit, Beziehungen zu Kollegen in ungezwungener Atmosphäre zu pflegen und das Team zu stärken. Eine unternehmensinterne Karnevalsfeier kann auch ein Zeichen der Wertschätzung und Belohnung der Mitarbeiter sein und maßgeblich zur Motivation beitragen. Chefs und Kollegen sollten jedoch darauf achten, dass Faschingsmuffel nicht zu ungewolltem Aktionismus gedrängt werden und sich alle Mitarbeiter wohlfühlen. Sind Karnevalsaktivitäten hingegen im Unternehmen untersagt, sollten sich Mitarbeiter daran halten.

Damit es während der Karnevalszeit keine bösen Überraschungen im Job gibt, sollten Arbeitnehmer auf diese sechs Verhaltenstipps achten:

1. Kostüm oder Arbeitskleidung?

Wenn der Vorgesetzte die Verkleidung erlaubt, sind karnevalsfreudige Arbeitnehmer auf der sicheren Seite. Gibt es keine offizielle Erlaubnis, sollten Angestellte abwägen, ob ein Kostüm für den Arbeitsplatz angemessen ist und das vorab mit ihrem Vorgesetzten besprechen. Firmenneulinge erkundigen sich nach dem Karneval-Dresscode am besten bei einem Kollegen, der bereits länger in der Firma arbeitet. Im Zweifelsfall sollten Arbeitnehmer sich jedoch für eine schlichte Faschingsgarderobe entscheiden, wie gestreifte Socken oder eine lustige Kopfbedeckung.

2. Sekt oder Selters?

In vielen Unternehmen im Rheinland dürfen Arbeitnehmer an Weiberfastnacht ab 11:11 Uhr feiern, wodurch auch einer Polonaise und Musik am Arbeitsplatz meistens nichts mehr im Wege steht. Mitarbeiter sollten aber ihre Grenzen kennen und bedenken, dass sie durch ein Fehlverhalten ihrem Ruf unter Umständen langfristig schaden können. Sie sollten sich in jedem Fall über firmeninterne Regelungen an Fasching kundig machen, um die gute Stimmung im Büro nicht zu gefährden.

3. Feiertag oder Arbeitstag?

In Deutschland sind Rosenmontag und Faschingsdienstag keine gesetzlichen Feiertage, wodurch Mitarbeiter keinen Rechtsanspruch auf freie Tage haben. Wer trotzdem unentschuldigt fehlt, kann sich mit dieser Arbeitsverweigerung eine Abmahnung vom Chef einhandeln. Arbeitnehmer sollten ihren Karnevalsurlaub daher frühzeitig mit Kollegen und Vorgesetzten absprechen. In Karnevalshochburgen wie Köln oder Düsseldorf geben Arbeitgeber ihren Mitarbeitern Rosenmontag jedoch oftmals frei oder schicken sie bereits mittags nach Hause, wie es etwa in München am Faschingsdienstag üblich ist.

4. Bützchen verteilen

Auch wenn es in Düsseldorf oder Mainz normal ist, jedem kleine Küsschen auf die Wange zu geben, sollten Arbeitnehmer sich mit den sogenannten Bützchen im Büro zurückhalten und niemandem diesen Brauch aufzwingen. Das gilt umso mehr für Vorgesetzte: Mitarbeiter finden ungefragte Bützchen möglicherweise unangenehm. Wenn überhaupt, sollten die Küsschen nur an befreundete Kollegen verteilt werden.

5. Das „Du“ anbieten

Bietet der Chef im Überschwang seinen Mitarbeiter das „Du“ an, ist am nächsten Tag Vorsicht geboten: Möglicherweise ist er dann schon wieder zum förmlichen „Sie“ gewechselt. Arbeitnehmer sollten daher abwarten, wie der Chef sich verhält. Reagiert der Vorgesetzte mit einem Vorwurf auf eine persönliche Anrede, ist auf jeden Fall wieder der Übergang zum „Sie“ angebracht.

6. Krawatte abschneiden

Arbeitnehmerinnen sollten nicht davon ausgehen, dass sie an Weiberfastnacht den Männern die Krawatte abschneiden dürfen – Tradition hin oder her. Bei fehlender Einwilligung des Besitzers können Mitarbeiterinnen sogar zu Schadensersatz verurteilt werden. Insbesondere bei ausländischen Geschäftspartnern, denen die Tradition unbekannt ist, sollten Mitarbeiterinnen darauf verzichten.