Jeder fünfte IT-Profi ist unzufrieden mit dem Weiterbildungsangebot seines Arbeitgebers

Juni 25, 2014

Gerade aufgrund kurzer Innovationszyklen haben Weiterbildungen im IT Bereich eine große Relevanz. Bei einigen Unternehmen herrscht jedoch Nachholbedarf.

Studie von Robert Half Technology: Mit Fortbildung die Herausforderungen bis 2020 meistern

Kurze Innovationszyklen, steigende Anforderungen, ein wachsender Bedarf an Fachkräften – kontinuierliche Weiterbildung ist für IT-Fachkräfte unverzichtbar. Einige Firmen unterschätzen jedoch, wie wichtig ihren Angestellten das Thema ist: 21 % der IT-Mitarbeiter äußern sich unzufrieden oder sogar sehr unzufrieden über das Weiterbildungsangebot ihres Unternehmens. Das hat eine Umfrage des spezialisierten Personaldienstleisters Robert Half Technology unter 257 IT-Arbeitnehmern in Deutschland ergeben.

Über die Hälfte der Mitarbeiter ist andererseits der Meinung, dass ihre Firma ihre Hausaufgaben gemacht hat: 12 % der Befragten geben ihrem Unternehmen in Sachen Weiterbildung sehr gute Noten. 42 % bezeichnen sich als eher zufrieden mit dem Weiterbildungsangebot ihres derzeitigen Arbeitgebers.

Cloud Computing und Datensicherheit ganz oben auf der Wunschliste

Für Unternehmen ist es umso wichtiger, in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter zu investieren, da entsprechende Angebote für IT-Fachkräfte eine große persönliche Relevanz haben. Immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben bezeichnen 44 % der Befragten als größte Herausforderung für sich selbst, um für die Herausforderungen bis zum Jahr 2020 gewappnet zu sein. In zwei Themenbereichen sehen die IT-Profis in den kommenden Jahren für sich persönlich einen besonderen Weiterbildungsbedarf: 46 % der Befragten möchten ihre Kenntnisse beim Thema Cloud Computing vertiefen. Auf den Plätzen zwei und drei der wichtigsten Schulungsthemen liegen für die IT-Fachkräfte Datensicherheit (40 %) und Datenbankadministration (32 %).

Angesichts des steigenden Bedarfs an Fachkräften und immer spezifischeren Anforderungen, sollten Unternehmen nicht unterschätzen, wie wichtig Weiterbildung für ihre IT-Fachkräfte ist″, kommentiert Sven Hennige, Managing Director Germany & Central Europe bei Robert Half. „Dabei ist es wichtig, dass Firmen die Wünsche der Mitarbeiter so weit wie möglich berücksichtigen und maßgeschneiderte Schulungen anbieten. Damit steigern sie die Motivation und schaffen gleichzeitig zusätzliches internes Know-how. Wer in diesem Bereich mit einem exzellenten Angebot aufwarten kann, hat einen Wettbewerbsvorteil – nicht zuletzt dann, wenn es darum geht, Mitarbeiter zu finden und langfristig zu binden.

Weiterbildungsangebot für zukunftsfähige Unternehmensstrategie

IT-Mitarbeiter sehen Fortbildung nicht nur für sich persönlich als Erfolgsvoraussetzung. Auch in der Unternehmensstrategie sollte das Thema Priorität haben: Die Hälfte der Befragten ist der Meinung, dass eine deutliche Erhöhung des Weiterbildungsangebots eine Grundvoraussetzung dafür ist, um ihr Unternehmen auf die kommenden Herausforderungen bis zum Jahr 2020 vorzubereiten. Damit halten die IT-Fachkräfte die Weiterbildung für noch erfolgversprechender als eine generelle Erhöhung des IT-Budgets (43 %). Daneben nennen die Befragten die Weiterentwicklung von Virtualisierungs- und Cloud-Computing-Projekten (40 %) sowie die Neueinstellung von IT-Mitarbeitern (36 %) als wichtigste Strategien für eine zukunftsfähige IT-Abteilung.

Fünf Tipps für Ihre Weiterbildung von Robert Half Technology

  1. Welches Ziel möchte ich mit der Weiterbildung erreichen?
    Machen Sie sich zunächst klar, was genau Sie mit einer Fortbildung erreichen wollen. Geht es Ihnen darum, Ihr Know-how an aktuelle berufliche Herausforderungen anzupassen oder möchten Sie Ihre Kompetenzen ausbauen, um beruflich aufzusteigen?
  2. Welche Art von Weiterbildung ist für mich die richtige?
    Erstellen Sie eine Liste mit Ihren Erfahrungen, Fähigkeiten und Qualifikationen. Berücksichtigen Sie Ihre persönlichen Stärken und Schwächen. Wichtig ist auch, dass Sie überlegen, welcher Lerntyp Sie sind. So können Sie entscheiden, ob Sie lieber einen Präsenz- oder Online-Kurs belegen. Doch immer gilt: Bringen Sie viel Selbstdisziplin mit!
  3. Wer übernimmt die Kosten?
    Sprechen Sie zuerst mit Ihrem Arbeitgeber. Oft besteht die Möglichkeit, dass er die Kosten für die Fortbildung ganz oder zumindest teilweise übernimmt. Die besten Chancen haben Sie, wenn Sie überzeugende Argumente dafür liefern, dass sich Ihre neuen Kenntnisse auch für das Unternehmen auszahlen werden. Ansonsten bieten Bund und Länder verschiedene Programme zur finanziellen Unterstützung bei der beruflichen Weiterbildung.
  4. Woran kann ich die Qualität einer Weiterbildung erkennen?
    Erste Anzeichen für eine hochwertige Weiterbildung sind klare Angaben zu konkreten Inhalten, Lernformen und Methoden. Erkundigen Sie sich auch, mit welchem Zertifikat die Fortbildung abgeschlossen wird – vor allem, ob es in Ihrer Branche anerkannt wird. Hilfreich ist es auch, einen Kollegen zu fragen, der schon einmal eine ähnliche Weiterbildung gemacht hat.
  5. Welcher Anbieter ist der richtige?
    Wichtig ist zunächst, dass die Fortbildung des Anbieters Ihren Wünschen und Zielen soweit wie möglich entspricht. Achten Sie bei der Wahl des Anbieters außerdem auf die Qualifikationen der Dozenten und – bei Präsenzveranstaltungen – die technische Ausstattung der Unterrichtsräume. Nutzen Sie vor einer endgültigen Entscheidung eventuelle Probe- und Schnuppermöglichkeiten.

Studienergebnisse zu den Herausforderungen der IT-Abteilung bis zum Jahr 2020 aus Sicht von CIOs, CTOs und IT-Mitarbeitern enthält die Publikation „IT Insights“, die kostenlos auf unserer Website heruntergeladen werden kann.