Fußballfieber: Rote Karte für den Chef

Juni 16, 2014

71 % der deutschen Büroangestellten begrüßen es, die Spiele zusammen mit ihren Arbeitskollegen zu verfolgen, so das Ergebnis einer aktuellen Befragung.

Internationale Befragung von Robert Half zu den Erfolgsfaktoren von leistungsstarken Teams

Bei Sportereignissen wie der aktuellen Fußballweltmeisterschaft fiebern Mitarbeiter nicht nur im privaten Kreis mit: 71 % der deutschen Büroangestellten begrüßen es, die Spiele zusammen mit ihren Arbeitskollegen zu verfolgen. Das ist ein Ergebnis einer aktuellen Robert Half Befragung in sechs Ländern unter 1.581 Angestellten. Der spezialisierte Personaldienstleister hat untersucht, was die Erfolgsfaktoren erfolgreicher Sportteams sind und wie diese auf Unternehmen übertragen werden können.

  • Mehrheit der Angestellten (71 %) schätzt es, mit Kollegen Sportereignisse zu verfolgen, aber nur 4 % mit dem Chef
  • Bei Neueinstellungen erwarten 66 % von ihren Vorgesetzten, gleich stark auf die fachlichen und sozialen Fähigkeiten des Bewerbers zu achten
  • Philipp Lahm trauen die meisten Befragten zu, den besten Teamleiter auch im Geschäftsleben abzugeben, Bastian Schweinsteiger steht für starken Teamgeist

Der größte Vorteil beim gemeinsamen Schauen der Fußballweltmeisterschaft oder anderer Sportereignisse sind für mehr als jeden Dritten (35 %) der Aufbau guter Beziehungen mit Kollegen. Weitere 22 % sehen den größten Nutzen darin, Kollegen außerhalb des Büroalltags besser kennen zu lernen. Etwa jeder Zehnte (9 %) nutzt diese Gelegenheit, um Kontakte mit Kollegen anderer Abteilungen zu knüpfen.

Die Beziehungen zu Führungskräften scheinen dagegen von deutschen Angestellten nicht als wichtig erachtet zu werden: Nur 4 % legen Wert darauf, Vorgesetzte auch im privaten Umfeld näher kennen zu lernen. Ähnlich sehen es die holländischen Kollegen, auch hier legen nur 3 % Wert auf den privaten Kontakt mit Führungskräften. 

Für Büromitarbeiter in Chile hingegen sind Sportereignisse wie die aktuelle Fußballweltmeisterschaft sehr gut geeignet, Vorgesetzte außerhalb des Büros besser kennen zu lernen. So sieht dies dort mehr als jeder Fünfte (22 %) als gewinnbringend.

1.582 Arbeitnehmer aus 6 Ländern* wurden gefragt: Was ist der größte Nutzen, den Sie daraus ziehen können, wenn Sie Sportevents wie die WM zusammen mit Ihren Arbeitskollegen ansehen?

  Gesamt Deutschland
Besseres Verhältnis zu seinen Arbeitskollegen/Teammitgliedern aufbauen 16 % 35 %
Kollegen außerhalb des Büros besser kennenlernen  39 % 22 %
Mit Kollegen aus anderen Unternehmensbereichen in Kontakt kommen 15 % 9 %
Mit Führungspersonen – auch außerhalb des Arbeitsalltags – Kontakte knüpfen  9 % 4 %
Ich sehe keinen Nutzen 17 % 29 %
Keine Angabe  7 % 0 %

*Belgien, Brasilien, Chile, Deutschland, Frankreich, Niederlande

Arbeitnehmer verbringen zwar den Großteil des Tages im Büro, dennoch bleibt im Berufsalltag oft zu wenig Zeit, um Arbeitskollegen besser kennen zu lernen“, erklärt Sven Hennige, Managing Director Central Europe & Germany bei Robert Half. „Treffen im Kollegenkreis außerhalb des Büros – beispielsweise beim gemeinsamen Mitfiebern zur Fußballweltmeisterschaft in Brasilien – sind ideale Gelegenheiten, um mehr voneinander zu erfahren und in einer lockeren Atmosphäre die kollegialen Beziehungen auszubauen. Das wirkt sich aus meiner Erfahrung sehr positiv auf die Zusammenarbeit, das Klima am Arbeitsplatz und letztlich die Jobzufriedenheit der Arbeitnehmer aus.

Die Erfolgsfaktoren leistungsstarker Teams

Robert Half hat in der Befragung auch untersucht, was die Erfolgsfaktoren leistungsstarker Teams im Sport sind und wie diese auf Unternehmensteams übertragen werden können. 35 % der Befragten aus Deutschland sind der Ansicht, dass die Teamfähigkeit der wichtigste Erfolgsfaktor für den Gesamterfolg des Teams ist. Über alle Länder hinweg wird dieser Faktor mit 39 % sogar noch höher bewertet. Aus diesem Grund erwartet die Mehrheit der deutschen Büromitarbeiter (66 %) von ihren Vorgesetzten, bei Neueinstellungen gleichermaßen auf soziale und auf fachliche Kompetenzen zu achten. 20 % wünschen sich sogar, dass ihre Vorgesetzten Bewerber vorrangig aufgrund ihrer Soft Skills einstellen.

Sportliche Vorbilder für starken Teamgeist und Führungskompetenz

Ein weiteres interessantes Studienergebnis lieferte die Frage nach dem Fußballspieler, dem die Arbeitnehmer den größten Teamgeist zusprechen. 35 % der deutschen Befragten nannten Bastian Schweinsteiger. Philipp Lahm hingegen überzeugt auch über deutsche Grenzen hinweg: Ihm traut die Mehrheit (31 %) der Befragten aller sechs Länder zu, auch im Geschäftsleben aufgrund seiner Fähigkeiten strategisch zu denken, flexibel und vielseitig zu sein und ein Team zum Erfolg führen zu können.  

Weitere Befragungsergebnisse und was Teams vom Sport lernen können, hat Robert Half im Ratgeber „Erfolgsfaktor Dream Team“ zusammengestellt, der hier kostenlos zum Download bereit steht.