„Scope Creep“: Deutsche CIOs sorgen sich über wachsenden Umfang von IT-Projekten

28. Mai 2013

Studie zeigt: Vor allem Apps und mobile Technologien machen CIOs zu schaffen

München, 28. April 2013. Eine Befragung unter CIOs deutscher Unternehmen im Auftrag des Personaldienstleisters Robert Half zeigt, dass die reibungslose Projektabwicklung in IT-Abteilungen zu einer wachsenden Herausforderung wird. Gut drei Viertel (76%) der Befragten zeigen sich besorgt über ein Phänomen namens Scope Creep. Damit ist die kontinuierliche Ausdehnung eines definierten Projektumfangs gemeint, die es den Verantwortlichen kaum erlaubt, eine Leistung innerhalb eines vereinbarten Zeit- und Budgetrahmens zu erbringen.

Welche IT-Abteilung beschäftigt sich derzeit nicht mit der Entwicklung von Apps oder anderen mobilen Lösungen? Software-Anwendungen liegen bei Verbrauchern, Geschäftspartnern – und häufig auch bei der eigenen Geschäftsführung – hoch im Kurs. Doch oft sind es gerade diese Projekte, die IT-Abteilungen vor immer größere Herausforderungen stellen, wie eine aktuelle internationale Befragung unter 600 CIOs, davon 100 aus deutschen Unternehmen, im Auftrag des Personaldienstleisters Robert Half zeigt: Sorgen bereiten insbesondere das vielfach ausufernde Projektmanagement. Immerhin 76% der Leiter deutscher IT-Abteilungen bekennen, das sogenannte Scope Creep bereite ihnen Probleme. Besonders akut ist das Phänomen bei mittelständischen Unternehmen – hier sind 87% der IT-Chefs alarmiert.

App-Entwicklungen als größte Herausforderung für das Projektmanagement

Nach Einschätzung der befragten CIOs sind Entwicklungen von Apps (36%) oder von Lösungen im Bereich mobiler Technologien (27%) sowie IT-Implementierungen (32%) besonders anfällig für ein schwer kontrollierbares Projektwachstum. Geringer sind die Herausforderungen bei der Erstellung von Webseiten (18%), der Analyse von Big Data (15%) sowie der Entwicklung von E-Commerce-Lösungen (14%).

IT-Abteilungen müssen heute vielfältigen Wünschen ganz unterschiedlicher Nutzer und Anspruchsgruppen gerecht werden. Gerade im Rahmen von Projekten wie der Entwicklung von Apps oder der Arbeit an einem System-Update sind unvorhergesehene Veränderungen in der Projektabwicklung kaum auszuschließen. Die verantwortlichen IT-Chefs stehen dabei vor der Herausforderung, ihre Teams so zu organisieren, dass sich die Planvorgaben mit Blick auf Personal und Budget einhalten lassen“, so Christian Umbs, Director bei Robert Half Technology mit Sitz in Frankfurt.

Probleme bereiten die Fähigkeiten der Mitarbeiter und das regulatorische Umfeld

Als wesentliche Ursachen von Scope Creep identifizieren die Leiter von IT-Abteilungen vor allem die fehlende personelle Kontinuität mit vielen Teamveränderungen (38 %). Darüber hinaus sind laut deutschen CIOs mangelnde Projektmanagementfähigkeiten bei den Mitarbeitern (37%), ein verändertes regulatorisches Umfeld (36%) sowie Defizite der Mitarbeiter hinsichtlich der Planung und Vorbereitung von Projekten (34%) zentrale Gründe für das Phänomen.

Hauptgründe für Scope Creep

Um Scope Creep aktiv zu begegnen und die Projektmanagementkompetenzen der Mitarbeiter zu verbessern, ergreifen die meisten IT-Chefs Schulungsinitiativen (43%). Zudem fördern sie eine engere Zusammenarbeit zwischen den an einem Projekt beteiligten Fachabteilungen (32%). Den zusätzlichen Arbeitsaufwand federn die CIOs mit weiteren festen Mitarbeitern (30%) sowie externen IT-Experten auf Projektbasis (18%) ab.

Scope Creep ist eine wachsende Herausforderung für IT-Abteilungen. Vielen CIOs drohen bei ausufernden Projekten anstrengende Konflikte mit internen und externen Kunden sowie dem eigenen Team. Insofern sollten CIOs ihre Mitarbeiter kontinuierlich für die neuralgischen Punkte des Projektmanagements sensibilisieren. Denn dauerhaft lässt sich das Spannungsverhältnis zwischen Budget, Zeit und Qualität nur mit guten Mitarbeitern auf fester oder interimistischer Basis lösen", schließt Christian Umbs mit einem Rat an die IT-Chefs.