Burnout: Mehr als ein Drittel der Arbeitgeber sind besorgt um ihre Mitarbeitenden

Ein großer Teil der jährlichen Fehlzeiten im Büro ist auf psychische Erkrankungen zurückzuführen. 

Unsicherheit und Mehrfachbelastungen sind Auslöser für Burnout am Arbeitsplatz

Ein großer Teil der jährlichen Fehlzeiten im Büro ist auf psychische Erkrankungen zurückzuführen.  Den psychischen Erkrankungen voran geht häufig ein Burnout, ein weit verbreitetes Erschöpfungssyndrom. Unternehmen haben das Thema bereits als dringendes Handlungsfeld erkannt und beobachten die Lage ganz genau: 39 % der deutschen Führungskräfte halten es für wahrscheinlich, dass es bei ihren Mitarbeiter*innen in diesem Jahr zu einem Burnout kommen kann. Dies ist ein Ergebnis der aktuellen Arbeitsmarktstudie von Robert Half, einem spezialisierten Anbieter von Talentlösungen. 

Top-5-Gründe für einen Burnout

Als Hauptgrund für einen Burnout bei ihren Mitarbeitenden vermuten Manager*innen die Angst vor Entlassung (28 %) und die damit verbundene Unsicherheit, die bis ins Private hineinreicht. Knapp ein Viertel (23 %) sehen die schwierige Vereinbarkeit von Arbeit im Homeoffice bei gleichzeitiger Kinderbetreuung als Hauptgrund für eine hohe Belastung an. Darüber hinaus bewerten die Personalverantwortlichen die Verkleinerung von Teams (22 %), einen verstärkten subjektiven Leistungsdruck (21 %) und die Perspektivlosigkeit bezüglich der eigenen Rolle im Unternehmen (19 %) als ausschlaggebend für eine Erschöpfung. 

Als weitere Auslöser nennen die Führungskräfte nicht genommenen Erholungsurlaub (18 %), Mobbing (17 %), mangelnde Anerkennung (17 %) und eine unausgewogene Work-Life-Balance (15 %). 

Unternehmensindividuelle Gründe identifizieren

„Einige der genannten Gründe basieren auf individuellen Problemstellungen, aber viele fallen in den Bereich der Fürsorgepflicht von Arbeitgebenden. Es lohnt sich, diese Gründe zu identifizieren und aktiv gegenzusteuern“, sagt Emine Yilmaz, Vice President bei Robert Half. „Jetzt ist die Zeit für eine mutigere, transparente interne Kommunikation: Die Arbeitgebenden sollten aktiv das Gespräch mit jenen Mitarbeitenden suchen, die in den Burnout zu gleiten drohen. Und die Mitarbeitenden sollten keine Scheu davor haben, ihre Ängste oder Sorgen offen anzusprechen. Das wäre ideal und ein großer Schritt in Richtung Prävention.“

Mehr Unterstützung für Eltern und größeres Gesundheitsangebot

Das besondere Problem von berufstätigen Eltern haben viele der von Robert Half befragten Unternehmen bereits erkannt. 44 % bieten ihnen mehr Unterstützung an und 37 % ermöglichen eine flexiblere Gestaltung der Arbeitszeit. 27 % stellen vermehrt Wellness- und Gesundheitsangebote für alle Mitarbeitenden bereit. Auch der regelmäßige Austausch (16 %) wird gesucht. Eine Minderheit der Unternehmen (8 %) greift auf Zeitarbeitskräfte und Freelancer zurück, um das Arbeitspensum besser bewältigen zu können und Festangestellte zu entlasten. Emine Yilmaz: „Hier steckt noch Optimierungspotenzial: Zeitarbeitskräfte sind sehr flexibel einsetzbar und können sich aufgrund ihrer vielfältigen Arbeitserfahrungen schnell einarbeiten. Gleichzeitig decken sie Engpässe ab und ermöglichen hochbelasteten Mitarbeitenden ein wenig Luft zum Atmen.“

Typische Burnout-Indikatoren

Es gibt einige typische Warnzeichen, die auf einen Burnout hindeuten können, und auf die Führungskräfte bei den Mitarbeitenden achten sollten: 

•    Erschöpfung, Müdigkeit, innere Leere

•    Distanz zum Job, nachlassendes Engagement, passiv statt aktiv 

•    Schlechtere Leistung, Hang zu Überstunden

„Führungskräfte sollten darauf geschult sein, solche Warnzeichen systematisch zu erkennen. Wir empfehlen außerdem einen bereichsübergreifenden regelmäßigen Austausch auf Führungsebene“, sagt Emine Yilmaz. „Wer Burnout-Problematiken frühzeitig erkennt, nimmt langen Ausfallzeiten, inneren Kündigungen und hoher Mitarbeiterfluktuation den Nährboden.“

 

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