Zweites Vorstellungsgespräch: Mit diesen Fragen sollten Sie rechnen

Von Alenka Mladina 12. September 2019

Strike! Die Einladung zu einem zweiten Vorstellungsgespräch ist da! Der Traum vom neuen Job wird konkreter! Gefühlt haben Sie in der ersten Runde schon alle typischen Bewerbungsfragen beantwortet. Welche Fragen sollen da im Zweitgespräch noch auf den Tisch kommen? Wir verraten Ihnen, worauf Sie beim zweiten Gespräch vorbereitet sein sollten:

Es wird konkreter – für Sie und den Arbeitgeber

Jetzt geht es um die sprichwörtliche Wurst!
 

Doch das ist noch lange kein Grund, in Panik zu verfallen. Machen Sie sich bewusst, dass Sie im vorherigen Gespräch das Interesse Ihres potenziellen neuen Arbeitgebers geweckt haben. Grundsätzlich kann er sich vorstellen, dass Sie die richtige Besetzung für die Stelle sind. Nun sollten Sie diesen Eindruck bestätigen. 

Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Ein launiges Plauderstündchen wird das zweite Gespräch nach dem Vorstellungsgespräch nicht. Sie sollten sich darauf ebenso gründlich vorbereiten, wie auf das erste persönliche Treffen mit dem möglichen neuen Arbeitgeber. 

Aber nun zu konkret zu den Fragen: Während es in der ersten Runde primär darum ging, Ihre in der Bewerbung angegebenen Fähigkeiten und Erfahrungen im Allgemeinen abzuklopfen, wird es im zweiten Vorstellungsgespräch konkreter.

Stellen Sie sich darauf ein, dass es in der zweiten Runde deutlich mehr in die Tiefe geht. Das kann Situationen aus ihren bisherigen beruflichen Stationen betreffen, aber auch Handlungsempfehlungen für fiktive Herausforderungen in Ihrem Job. 

Es ist möglich, dass Ihnen im zweiten Vorstellungsgespräch Fragen gestellt werden, die Sie schon in der vorherigen Runde beantwortet haben. Reagieren Sie auf keinen Fall genervt darauf und beantworten Sie sie einfach noch einmal. Möglicherweise waren einige Ihrer Gesprächspartner in der ersten Runde nicht dabei und kennen Ihre Antwort nicht. Oder man möchte einfach Ihre Aussage vom Erstgespräch überprüfen. 

15 häufige Fragen im zweiten Vorstellungsgespräch

Folgende Fragen werden so oder in ähnlicher Form in der zweiten Gesprächsrunde häufig gestellt:

1. Gibt es Themen aus unserem ersten Gespräch, die Sie noch einmal aufgreifen möchten?

Die Nachbereitung des Erstgesprächs ist ein wesentlicher Teil der Vorbereitung des zweiten Vorstellungsgesprächs. Wer zu dieser Frage nichts zu sagen hat, wirkt nicht sonderlich interessiert.

Gibt es Ideen, die Ihnen nach dem ersten Gespräch gekommen sind? Beispielsweise Lösungen für angesprochene Probleme? Haben Sie beim letzten Mal einen wichtigen Punkt vergessen? Jetzt ist die Gelegenheit!

2. Erzählen Sie uns noch einmal: Warum interessieren Sie sich für diese Stelle? Was qualifiziert Sie für diese Position?

Achtung Falle: Hier geht es nicht um Ihre Stärken im Allgemeinen. Die Frage ist vielmehr “Wie glauben Sie, Ihre Fähigkeiten und Stärken auf dieser Position gewinnbringend einsetzen zu können?” Nennen Sie möglichst konkrete Beispiele.

3. Was ist Ihre größte Schwäche?

Vor dieser ungeliebten Frage sind Sie auch im zweiten Vorstellungsgespräch nicht sicher. Sollten Sie bereits in der ersten Runde damit konfrontiert worden sein, wiederholen Sie die Antwort einfach. Sie wollen schließlich keine zusätzliche Schwäche auf den Tisch bringen. Hier haben wir Tipps für Sie zusammengestellt: “Schwächen im Bewerbungsgespräch - Beispiele und Antworten”

4. Erzählen Sie uns noch ein wenig mehr über Ihren aktuellen/letzten Job?

Ihren Lebenslauf kennen Ihre Gesprächspartner bereits, hier sollten Sie etwas mehr in die Tiefe gehen. Geben Sie eine kurze, strukturierte Übersicht über Ihre derzeitigen Aufgaben und Verantwortlichkeiten. Vorsicht: Vermeiden Sie dabei, sich negativ über Ihren Job oder Ihren Arbeitgeber zu äußern.

5. Auf welchen beruflichen Erfolg sind Sie besonders stolz?

Mit dieser einfachen Frage will Ihr Gegenüber gleich zwei Dinge in Erfahrung bringen. Zum einen, wo Sie Ihre Prioritäten setzen. Und zum anderen, wie gut Sie in der Lage sind, fachliche Zusammenhänge allgemeinverständlich zu erklären.

Denken Sie dabei an den Hintergrund Ihrer Gesprächspartner. Nicht alle dürften fachliche Expertise in Ihrem Bereich haben. Pluspunkte als guter Teamplayer können Sie sammeln, wenn Sie dabei auf andere hinweisen, die an diesem Erfolg ebenfalls beteiligt waren.

6. Welche Veränderungen haben Sie in Ihrem aktuellen/letzten Job angestoßen?

Hier geht es um die Balance zwischen Anpassungsfähigkeit und der Kompetenz, Aufgaben offensiv anzugehen, wenn es sein muss. Gute Beispiele sind Herausforderungen, bei denen Sie einen komplett anderen Ansatz verfolgt haben als Ihre Kollegen und damit sehr erfolgreich waren.

7. Was war die schwierigste Entscheidung, die Sie in Ihrer beruflichen Laufbahn treffen mussten?

Jetzt steht Ihre Entscheidungsfähigkeit im Mittelpunkt – aber nicht nur. Gleichzeitig will der Fragesteller Ihre Integrität prüfen. Wählen Sie ein Beispiel, das mit der Unternehmenskultur des potenziellen neuen Arbeitgebers vereinbar ist.

8. Was hätten Sie rückblickend tun können, um ein schlechtes Arbeitsverhältnis zu verbessern?

Sind Sie in der Lage, mit unangenehmen Situationen sachlich und objektiv umzugehen und abzuschließen? Und besitzen Sie die Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen?

Das soll hier abgeklopft werden. Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, einen lang gehegten Groll zu thematisieren. Das könnte den Eindruck erwecken, dass Sie mit bestimmten Personen nicht klar kommen. Machen Sie deutlich, dass Sie versuchen, Persönlichkeitskonflikte im Job zu vermeiden – und sie nicht als Entschuldigung dafür nutzen, dass sie in diesem Job nicht vorangekommen sind.   

9. Arbeiten Sie lieber alleine oder im Team?

“Beides” dürfte die perfekte Antwort sein – sofern sie der Wahrheit entspricht. Machen Sie deutlich, dass Sie selbstständiges Arbeiten zu schätzen wissen, aber durchaus teamfähig sind.

10. Was würde Ihren aktuellen/letzten Arbeitgeber Ihrer Meinung nach erfolgreicher machen?

Achtung, jetzt bloß nicht überheblich werden. Hier geht es vor allem darum, herauszufinden, ob Sie die Unternehmensziele kennen und sie bei Ihrer täglichen Arbeit im Hinterkopf haben. Denken Sie unternehmerisch!

11. Beschreiben Sie uns doch einmal einen typischen Arbeitstag in Ihrem aktuellen/letzten Job.

Der Hintergrund ist einfach: Ihr Gesprächspartner will abklopfen, wie Ihr derzeitiger/letzter Arbeitsalltag zur neuen Stelle passt – und ob Sie vielleicht falsche Vorstellungen von der Position haben, weil sich Ihr jetziger Job doch sehr davon unterscheidet.

12. Wie sieht Ihre ideale Arbeitsumgebung aus?

Daraus soll ersichtlich werden, ob Sie sich im Unternehmen wohlfühlen würden. Regel Nummer eins bei dieser Frage: Seien Sie ehrlich! Wer beispielsweise viele Freiheiten braucht, wird in einer Firma mit starren Strukturen auf Dauer nicht glücklich. Wenn Sie meinen, dass es passt, orientieren Sie Ihre Antwort an der Unternehmenskultur. 

13. Waren Sie jemals in einer beruflichen Situation, in der Sie etwas tun mussten, bei dem Sie moralische Bedenken hatten?

Wenn Sie ein konkretes Beispiel haben: sehr gut! Erklären Sie, wie Sie mit der Situation umgegangen sind. Keine Sorge: Niemand erwartet, dass Sie sagen, Sie würden für Ihre Firma über Leichen gehen. Aber Ihr Umgang mit dieser Frage verrät dem Unternehmen möglicherweise einiges über Ihre Loyalität. 

14. Welches Gehalt haben Sie sich vorgestellt?

Bereiten Sie sich im zweiten Bewerbungsgespräch auf das Thema Gehalt vor. Sie sollten auf jeden Fall einen realistischen Betrag nennen können. Eine gute Orientierung bietet Ihnen die Gehaltsübersicht von Robert Half.

15. Mal angenommen, wir stellen Sie ein: Was wären Ihre Ziele für das erste Jahr auf dieser Position?

Wir hatten es eingangs erwähnt: Im zweiten Gespräch geht es ans Eingemachte. Mit Fragen nach konkreten Maßnahmen und Vorgehensweisen sollten Sie rechnen. Machen Sie Ihre Hausaufgaben und informieren Sie sich gründlich über die kurz- und langfristigen Unternehmensziele und aktuelle Herausforderungen. Daran sollten Sie Ihre Antwort ausrichten.

Keine Angst vor Smarties im Smart oder “Welches Tier wären Sie gerne?”

Übrigens: Die gefürchteten Brainteaser-Fragen à la “Wie viele Smarties passen in einen Smart?” können vorkommen.

Unternehmen, die im zweiten Vorstellungsgespräch eine Art Stresstest mit verwirrenden oder sogar provokanten Fragen veranstalten, erwarten keine korrekten Antworten darauf. Es geht ihnen lediglich darum, Ihre Problemlösungsfähigkeit und Ihre Reaktion zu testen. 

Einen guten Überblick über die Fragen, die im zweiten Bewerbungsgespräch auf Sie zukommen können, haben Sie jetzt bereits. Doch eine gute Vorbereitung umfasst noch ein wenig mehr. Was Sie außerdem beachten sollten, lesen Sie in unserem Blog-Artikel “Zweites Vorstellungsgespräch: So überzeugen Sie in der finalen Runde”

 

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Bildquelle: © evan__bray - Unsplash.com

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