Zurück ins Büro trotz Corona? - So klappt’s mit dem kollegialen Miteinander

Von Christina Holl on 18. August 2020

Sich gemeinsam über Papiere beugen, Hände schütteln oder in der Kaffeeküche die Köpfe zusammenstecken – das und mehr ist am Arbeitsplatz vorerst tabu. Stattdessen bestimmen Corona-Schutzmaßnahmen den Büroalltag. Lesen Sie hier, wie Sie trotzdem menschlich und kollegial miteinander umgehen können.

Passen Sie sich an die Umstände an 

Früher stellte sich die Frage nach angemessenem Verhalten im Büro vor allem im Hinblick darauf, mit den Kollegen gut auszukommen und betraf Dinge wie ...

  • … neuen Kaffee zu kochen, wenn die Kanne leer ist,
  • … keine intensiv duftenden Speisen im Großraumbüro zu verzehren und
  • … in angemessener Lautstärke zu telefonieren, um niemanden zu stören.

Heute hat die Pandemie unsere Arbeitswelt komplett umgekrempelt. Viele Menschen arbeiten separiert im Home-Office. Und wer weiter am normalen Arbeitsplatz präsent ist, muss sein soziales Verhalten den Corona-Schutzmaßnahmen anpassen – wie im privaten Umfeld auch. Sprich: Masken sowie Abstands- und Hygieneregeln bestimmen den Joballtag.

Ersetzen Sie das Händeschütteln

Wie eine aktuelle Studie von Robert Half zeigt, machen sich viele Beschäftigte in Pandemie-Zeiten Gedanken über den persönlichen Kontakt zu Kollegen und Geschäftspartnern. So wird beispielsweise das Händeschütteln – vor Corona ein Ausdruck von Herzlichkeit und Verbindlichkeit – mittlerweile von 70 Prozent der Arbeitnehmer kritisch gesehen.

Zwar ist die Gefahr einer Schmierinfektion mit dem Virus eher gering. Aber um sie sicher auszuschließen, sollte vom Händeschütteln abgesehen werden. Falls Ihr Gegenüber sich davon irritiert zeigt, sprechen Sie Ihre Zurückhaltung am besten offen an. Vielleicht etablieren Sie auch anstelle des Händeschüttelns ein neues Ritual, indem Sie zum Beispiel Ihre rechte Hand aufs Herz legen und dem anderen freundlich zunicken.

Begegnen Sie sich besser digital

Mehr als die Hälfte der Befragten überdenkt laut Studie auch die Teilnahme an Veranstaltungen (51 Prozent) oder Geschäftsreisen (53 Prozent) in den kommenden sechs Monaten. Verständlich: Da sich das Virus vor allem per Tröpfcheninfektion über die Luft überträgt, ist es vom gesundheitlichen Aspekt her am sichersten, Geschäftsreisen und persönliche Kontakte auf ein notwendiges Maß zu verringern. Vor allem in geschlossenen Räumen überträgt sich das Virus leicht. Dementsprechend sind 52 Prozent der Arbeitnehmer auch skeptisch, was die Nutzung von Gemeinschaftsräumen im Büro angeht

Um die Arbeitnehmer vor einer Ansteckung zu bewahren, sind Arbeitgeber zu Corona-Schutzmaßnahmen verpflichtet. Sie müssen sich jetzt überlegen, wie der persönliche Umgang untereinander künftig aussehen kann und wo direkte Kontakte beispielsweise durch Video-Meetings ersetzt werden können. Solche Überlegungen kommen den Bedenken vieler Arbeitnehmer entgegen: 70 Prozent ziehen laut unserer Studie einen Anruf oder eine E-Mail einem persönlichen Treffen vor. 

Büro-Knigge in Zeiten der Pandemie

Um die Infektionsgefahr am Arbeitsplatz weiter zu senken, können wechselnde Anwesenheitsphasen im Büro eingeführt werden. Dies entspricht dem Wunsch vieler Arbeitnehmer (48 Prozent) nach einer großzügigeren Raumaufteilung als vor der Pandemie: Wenn nur die Hälfte der Belegschaft vor Ort ist, ist auch nur die Hälfte der Plätze besetzt – und es ist viel einfacher, Abstand zu wahren.

Davon abgesehen, können Sie selbst mit Ihrem Verhalten am Arbeitsplatz dazu beitragen, die Infektionsgefahr für sich und andere zu minimieren. Folgende Maßnahmen sind nunmehr fester Bestandteil des Corona-Knigge fürs Büro:

  • Lüften Sie die Räumlichkeiten regelmäßig.
  • Gehen Sie niemals krank ins Büro.
  • Halten Sie Meetings im Freien ab.
  • Achten Sie auf Händehygiene.
  • Halten Sie Abstand.
  • Tragen Sie einen Mund-Nasenschutz, wenn Sie den notwendigen Abstand nicht einhalten können.
  • Führen Sie im Büro ein Begegnungsprotokoll, d.h. notieren Sie, mit wem Sie an welchen Tagen Kontakt hatten.

Auch wenn diese und weitere Corona-Schutzmaßnahmen wohl noch lange unseren Büroalltag bestimmen werden – versuchen Sie dennoch, den Kontakt zu Kollegen auf anderen Wegen aufrechtzuerhalten. Schließlich prägen uns menschliche Beziehungen auch am Arbeitsplatz. Vielleicht gibt es in Ihrer Firma ja ein Chatprogramm, mit dem sich der Plausch in der Kaffeeküche digital ersetzen lässt. Zumindest für die Zeit der Pandemie.

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Bildquelle: © Markus Winkler - unsplash.com

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