Im Accounting ressourcenschonend weiterbilden

Von Alenka Mladina 19. November 2019

Im Rechnungswesen und in den Finanzabteilungen vieler Unternehmen ist die Digitalisierung in vollem Gange. Die Transformation sorgt dafür, dass sich Berufsbilder in diesem Bereich rasant ändern. Ihre Mitarbeiter benötigen völlig neue Kompetenzen. Wir zeigen Ihnen Möglichkeiten, wie Sie Ihr Finanzteam fit für die Zukunft machen – ohne dass die Weiterbildung zum Ressourcenfresser wird.

Kür statt Pflicht: Digitalisierung als Chance verstehen

Klar: Die Digitalisierung wirkt sich auf das gesamte Geschäftsleben aus. Doch Finanzabteilungen bekommen die Auswirkungen des digitalen Wandels ganz besonders zu spüren – unabhängig von Unternehmensgröße und Branche.

Überraschend ist das nicht, denn Rechnungswesen, Controlling und Steuerung beinhalten zahlreiche automatisierbare Aufgaben. Dies schreit nahezu nach dem Einsatz neuer Technologien.

Und die müssen Ihre Mitarbeiter künftig beherrschen – das erwartet zumindest der Großteil der Führungskräfte, die Robert Half in den USA im Rahmen einer Studie zum Thema Künstliche Intelligenz in der Arbeitswelt befragt hat.

Demnach gehen 81 % der Führungskräfte im Finanzbereich davon aus, dass sich ihre Mitarbeiter schnell an neue Technologien am Arbeitsplatz anpassen werden.

Gelingt das, eröffnet die Digitalisierung dem Finanzwesen ganz neue Chancen: Die Automatisierung von Routineaufgaben verschafft Ihren Mitarbeitern Zeit, sich wichtigeren strategischen und wertschöpfenden Aufgaben zu widmen – mitunter wiederum auch mit Unterstützung durch Künstliche Intelligenz. Voraussetzung sind natürlich entsprechende Kompetenzen und eine entsprechende Veränderungsbereitschaft.

Diese Veränderungen kommen auf Finanzabteilungen zu

In Sachen Digitalisierung übernehmen Finanzabteilungen oftmals eine Vorreiterrolle. In vielen Unternehmen ist der digitale Wandel hier schon heute deutlich weiter fortgeschritten als in anderen Unternehmensbereichen.

Doch auch wenn bereits diverse transformative Technologien im Einsatz sind, ist damit wohl erst der Grundstein für die Digitalisierung der Finanzwesens gelegt.

Maßnahmen wie die Umstellung auf papierlose Buchhaltung sind ein wichtiger erster Schritt. Doch es werden noch einschneidende Veränderungen folgen, die Einfluss auf den Arbeitsalltag von Finanzfachkräften haben werden, zum Beispiel

  • regelbasierte Systeme wie Robotic Process Automation (RPA) oder Software-Bots,
  • Big-Data-Analysetools und Self-Service Reporting,
  • In-Memory-Datenbanken,
  • Blockchain-Technologien wie Smart Contracts.

Mitarbeiter mitnehmen bei der Digitalisierung des Unternehmens

In jedem Fall werden Ihre Mitarbeiter im Finanzbereich völlig neue Kompetenzen benötigen.

  • Zum einen müssen sie die technischen Hilfsmittel beherrschen, die ihnen die Arbeit erleichtern sollen.
  • Zum anderen werden auf den Mitarbeiter der Zukunft neue Aufgaben zukommen, wenn Maschinen zeitraubende Standardprozesse übernehmen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, ist die Weiterbildung Ihres Finanz-Teams daher unerlässlich.

Die gute Nachricht: Der Großteil der Arbeitnehmer ist motiviert, Neues zu lernen und Veränderungen mitzutragen. Die aktuelle Robert Half Gehaltsübersicht zeigt, dass 45 % der Angestellten Weiterbildungsmaßnahmen als attraktiven Benefit bewerten.

Kostenlose Gehaltsübersicht herunterladen

Teilweise sind Mitarbeiter sogar bereit, Gehaltseinbußen hinzunehmen, wenn sie stattdessen Weiterbildungen erhalten.

Unternehmen sollten Schulungen für Mitarbeiter deshalb nicht als unvermeidbare Pflichtübung verstehen, sondern vielmehr als gute Möglichkeit, Mitarbeiter zu binden und sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren.

Kompetenzen aufbauen: 5 Möglichkeiten, die Ressourcen schonen

Das Team für die künftigen Anforderungen fit zu machen, muss nicht zwangsläufig über kostspielige Seminare geschehen. Es gibt andere Möglichkeiten, die sowohl ressourcenschonend sind und gleichzeitig für Arbeitnehmer attraktiv sind.

Fachkräfte erwarten nämlich verstärkt, dass Fortbildungsprogramme in Ihren Arbeitsalltag integriert werden, zum Beispiel in Form von:

  1. Microlearning: Ihre Mitarbeiter müssen nicht gleich alles können. Fördern Sie sie schrittweise. Ein zehnminütiges Video-Tutorial über hilfreiches neues Feature in einer neu eingeführten Software kann zum Beispiel ein guter Auftakt sein. Wichtig: Führen Sie solche Microfortbildungen konsequent weiter, beispielsweise mit einer neuen Lerneinheit pro Monat oder alle 14 Tage.
  2. Online-Trainings: Hoher Termindruck ist für viele Arbeitnehmer der größte Störfaktor im Job. Werden Ihre Mitarbeiter durch fixe Termine für Workshops oder anstrengende Seminare aus ihrer Arbeit gerissen, sorgt das für zusätzlichen Stress. Und in der Folge nicht selten für Frust und sogar ein Aufweichen der Arbeitsmoral. Wenn Sie Schulungen für Mitarbeiter über Online-Plattformen anbieten, auf die auch remote zugegriffen werden kann, lässt sich das vermeiden. So können sich Ihre Angestellten dann weiterbilden, wenn es in ihren Zeitplan passt, und das Gelernte gegebenenfalls in ihrer Freizeit noch einmal vertiefen.
  3. Mentoring-Programme: Wenn es im Unternehmen einzelne Mitarbeiter gibt, die bereits mit neuen Technologien arbeiten, bietet es sich an, diese zu Mentoren für ihre Kollegen zu machen. Ist ein Mentoring-Programm aus kapazitären Gründen nicht möglich, kann auch das sogenannte Job-Shadowing ein effektiver Ansatz sein. Bei diesem in den USA weit verbreiteten Ansatz lernt der der Protegé, indem er seinen Mentor einfach für eine geraume Zeit bei dessen Arbeit “beschattet”.
  4. Peer-to-Peer-Lernen (P2P-Lernen): Eng damit verbunden ist der Ansatz des P2P-Lernens; das kollaborative Lernen auf Augenhöhe. Das aus dem akademischen Bereich stammende Lernkonzept wird zunehmend auch in der Wirtschaft eingesetzt, da es gut auf die die individuellen Gegebenheiten anpassbar und zudem sehr kosteneffizient ist. Es kann beispielsweise mittels von Mitarbeitern geleiteten Workshops oder in Form von Team-Projekten umgesetzt werden.
  5. Finanzielle Unterstützung: Trotz der beschriebenen Möglichkeiten sollten Unternehmen realistisch bleiben. Nicht alle Kompetenzen lassen sich so einfach übermitteln. Wenn im Zuge der Digitalisierung sehr umfangreiche Veränderungen anstehen, geht es manchmal nicht ohne die Unterstützung externe Experten. Planen Sie ein Budget für die Weiterbildung ein.

Empathie und emotionale Intelligenz immer wichtiger

Es mag zunächst widersinnig klingen: In der digitalen Arbeitswelt von morgen werden Soft Skills für Finanzfachkräfte von elementarer Bedeutung sein. Denn menschliche Fähigkeiten wie Kreativität und Empathie lassen sich durch Algorithmen nicht ersetzen.

Zudem wird der digitale Wandel dafür sorgen, dass die Arbeitswelt kollaborativer werden wird. Agile Teams, Kollegen am anderen Ende der Welt – diese Entwicklung erfordert exzellente kommunikative Skills, emotionale Intelligenz und ausgeprägte Teamfähigkeit.

Mitarbeiter für die Digitalisierung fit zu machen, beinhaltet also weit mehr, als sie nur bezügliche technologischer Entwicklungen zu schulen.

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Bildquelle: ©Estée Janssens - unsplash.com

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