Wie Sie unzufriedene Mitarbeiter motivieren

Von Alenka Mladina 13. März 2017

124 Milliarden Euro: So viel kosten laut einer Studie unmotivierte Mitarbeiter. Mehr Freude am Arbeitsplatz sorgt dafür, dass Ihr Team produktiver arbeitet und bessere Ergebnisse erzielt. Lesen Sie hier Tipps, wie Sie als Führungskraft die Arbeitsmoral Ihrer Mitarbeiter stärken.

Zu Ihren wichtigsten Aufgaben als Vorgesetzter gehört die Mitarbeitermotivation. Denn unzufriedene Mitarbeiter schaden Ihrem Unternehmen: Sie fehlen häufiger, sind Kunden gegenüber weniger serviceorientiert und haben gedanklich oft bereits gekündigt. Insgesamt belaufen sich die Kosten unmotivierter Mitarbeiter laut einer Studie auf 123 Milliarden Euro. Was Mitarbeiter im Job glücklich macht, haben wir bei Robert Half in einer Studie ermittelt.

Die gute Nachricht vorneweg: Viele deutsche Angestellte sind glücklich mit ihrer Arbeit. Auf einer Glücksskala von 0-100 erreichen sie immerhin eine 71,2. Gleichzeitig denkt jedoch ein Viertel (26 %)der Arbeitnehmer darüber nach, sich innerhalb der nächsten sechs Monate einen anderen Job zu suchen.

Im Hinblick auf den Fachkräftemangel in vielen Bereichen ist es höchste Zeit für Sie als Vorgesetzter, Maßnahmen zu ergreifen. Schaffen Sie deshalb ein positives Arbeitsumfeld und binden Sie Ihre Mitarbeiter an sich als Arbeitgeber.

Die Vorteile eines motivierten Teams für Ihr Unternehmen

Eine Gallup-Studie hat 49 Unternehmen in 34 Ländern untersucht und verglichen, wie die Arbeitsmoral der Mitarbeiter den Unternehmenserfolg beeinflusst. Das Ergebnis: Die besonders engagierten Teams erzielen bessere Leistungen als die weniger motivierten Mitarbeiter. Das trifft unter anderem auf folgende Kategorien zu:

  • 10 % bessere Kundenbewertungen
  • 22 % mehr Profit
  • 21 % höhere Produktivität

Glückliche und motivierte Mitarbeiter leisten also nachweislich bessere Arbeit als unzufriedene Kollegen, fehlen weniger und setzen sich nachhaltig für Ihr Unternehmen ein. Zudem tragen sie zum guten Ruf Ihrer Firma bei, indem sie im Freundes- und Bekanntenkreis oder in den sozialen Medien positiv über Sie als Arbeitgeber berichten.

Studie: Die Geheimnisse der glücklichsten Unternehmen und Mitarbeiter

Erfolgreiche Mitarbeitermotivation – so gelingt sie Ihnen

Die Ursachen für unzufriedene Mitarbeiter und eine schlechte Arbeitsatmosphäre in Ihrem Team können unterschiedlich sein. Fehlende Anerkennung, Über- oder Unterforderung oder zu wenig Mitspracherecht spielen ebenso eine Rolle wie Fairness und Respekt.

Als Vorgesetzter können Sie nicht alle Faktoren beeinflussen. Wenn Sie jedoch folgende Punkte berücksichtigen,tragen Sie wesentlich dazu bei, dass ihre Mitarbeiter glücklich arbeiten:

Kommunizieren Sie miteinander

Suchen Sie regelmäßig das Gespräch mit Ihren Mitarbeitern. Achten Sie darauf, dass dieses Gespräch ein Dialog ist. Informieren Sie Ihre Mitarbeiter regelmäßig über anstehende Veränderungen und kommunizieren Sie offen.

Fragen Sie Ihre Mitarbeiter nach deren Meinung. Das zeigt ihnen, dass sie ihre Meinung schätzen. Sie fühlen sich ernst genommen und fair behandelt.

Unterstützen und fördern Sie

Die Arbeitsmoral sinkt, wenn sich Ihre Mitarbeiter unter- oder überfordert fühlen. Berücksichtigen Sie die unterschiedlichen Kompetenzen in Ihrem Team und verteilen Sie die Aufgaben dementsprechend. Ken Mitarbeiter wird Weiterbildungen und Mentoren-Programme helfen Ihren Angestellten dabei, sich weiterzuentwickeln und neue Fähigkeiten zu erwerben.

Schaffen Sie eine angenehme Arbeitsatmosphäre

Im Schnitt verbringen Ihre Mitarbeiter mehr Zeit im Büro als zuhause. Deshalb ist es wichtig, dass sie sich am Arbeitsplatz wohlfühlen. Laut unserer Studie “Glücklich arbeiten” ist die Wahrscheinlichkeit, dass Mitarbeiter glücklich arbeiten und motiviert sind um 2,4 Mal höher, wenn die kollegialen Beziehungen gut sind.

Achten Sie darauf, ob Ihre Mitarbeiter gut zusammenarbeiten. Reagieren Sie sofort, wenn es Unstimmigkeiten gibt und gehen Sie den Auslösern dafür auf den Grund.

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran

Achten Sie auf die psychische und physische Gesundheit Ihrer Mitarbeiter. Sitzen Ihre Angestellten zum Beispiel viel vor dem Computer, ermuntern Sie sie, öfter aufzustehen. Oder halten Sie Meetings auch mal im Stehen ab. Dadurch ruhen sie ihre Augen aus und vermeiden Rückenschmerzen.

Versuchen Sie zudem, Überstunden zu begrenzen. Fällt Mehrarbeit über einen längeren Zeitraum an, vermeiden Sie Demotivation im Team, wenn Sie Zeitarbeiter einstellen. Gehen Sie außerdem als gutes Vorbild voran, indem Sie das Büro nicht selbst erst zu später Stunde verlassen.

Loben, loben, loben

Zeigen Sie Ihren Mitarbeitern regelmäßig, dass Sie ihre Arbeit wertschätzen. Loben sie Ihr Team ehrlich, direkt und zeitnah. Jedes ernst gemeinte Lob sorgt für ein positives Gefühl, das über Tage oder Wochen anhält.

Motivierte Mitarbeiter erzielen bessere Leistungen und identifizieren sich mit Ihnen als Arbeitgeber. Dadurch steigern sie den Erfolg Ihres Unternehmens. Setzen Sie die Zufriedenheit Ihrer Mitarbeiter im Job auf Ihrer Prioritätenliste deshalb weit nach oben – und freuen Sie sich über ein besonders engagiertes und produktives Team.

Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter und welche Erfahrungen haben Sie bisher damit gemacht? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

Studie: Die Geheimnisse der glücklichsten Unternehmen und Mitarbeiter

Bildquelle: ©  nimis69 / Getty Images

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