Wie Chefs vorgehen, wenn ein Mitarbeiter kündigt

Von Alenka Mladina 19. Januar 2017

Kündigt einer Ihrer Angestellten, ist das ein Rückschlag für das gesamte Team. Die Arbeit muss jedoch wie gewohnt weitergehen.

Als Führungskraft haben Sie jetzt verschiedene Optionen: Übernehmen Sie selbst, stellen Sie intern ein, suchen Sie extern, verteilen Sie die Aufgaben um oder holen Sie sich vorübergehend Unterstützung von einer Zeitarbeitskraft? Lesen Sie hier, wie Sie nach einer Kündigung am besten vorgehen.

Die Stelle neu besetzen - intern oder extern

Ein Teammitglied zu verlieren, stellt Sie als Teamleiter vor eine Herausforderung – gleichzeitig eröffnet es Ihnen aber auch neue Möglichkeiten. Vielleicht sind aufgrund neuer Anforderungen sowieso neue Kompetenzen gefragt. Kündigt einer Ihrer Mitarbeiter, nutzen Sie den Anlass: Suchen Sie nach jemand Neuem, der nicht nur das Wissen der ausgeschiedenen Person ersetzt, sondern im besten Fall ergänzt.

Option 1: Holen Sie eine Person in die Abteilung, die bereits in Ihrem Unternehmen arbeitet. Die Arbeitsmarktstudie von Robert Half ergab, dass jeder zweite von 200 befragten Finanzmanagern (CFOs) intern nachbesetzt, wenn einer ihrer Arbeitnehmer gekündigt hat.

Die Vorteile: Ihr neues Teammitglied kennt die Strukturen in Ihrem Unternehmen. Der Mitarbeiter weiß bereits, wie er bestimmte Systeme bedient und hat wertvolle Kontakte in andere Abteilungen.

Option 2: Häufig müssen Sie die vakante Stelle ausschreiben und extern besetzen. 36 % der befragten Chefs in der Arbeitsmarktstudie wählen diese Option. Der Grund: Vielleicht fehlt in Ihrer Firma schlichtweg der passende Kollege, um den ausgeschiedenen Mitarbeiter bestmöglich zu kompensieren. Oder Sie finden intern niemanden, der wechseln möchte. In diesem Fall hilft Ihnen eine professionelle Personalvermittlung dabei, neue Mitarbeiter zu finden, die mit ihren persönlichen und fachlichen Skills perfekt passen.

Zeitarbeit zur Überbrückung

Einen Mitarbeiter ersetzen Sie nicht im Handumdrehen: Der neue Angestellte soll in die Fußstapfen des früheren Kollegen treten, am besten neues Expertenwissen und jede Menge praktische Erfahrung mitbringen. Gleichzeitig muss er gut ins Team passen. Wählen Sie Ihren Top-Kandidaten deshalb sorgfältig aus. Führen Sie Interviews mit mehreren Personen, um die ideale Besetzung zu finden.

Option 3: Nach der Kündigung brauchen Sie sofort Unterstützung – zum Beispiel weil dringende Projekte anstehen oder abgeschlossen werden müssen? In diesem Fall ist Zeitarbeit eine gute Alternative. Stellen Sie vorübergehend eine Zeitarbeitskraft ein, können Sie in Ruhe intern oder extern nach einem passenden Bewerber suchen. So vermeiden Sie Fehler beim Recruiting.

Nahezu jeder dritte Chef (27 %), der an der Arbeitsmarktstudie von Robert Half teilgenommen hatte, entscheidet sich bei der Kündigung eines Mitarbeiters für den Einsatz eines Zeitarbeitnehmers.

Aufgaben im Team umverteilen oder einfach selbst übernehmen?

Option 4: In der Arbeitsmarktstudie geben 63 % der befragten Arbeitgeber an, dass sie die Aufgaben der ausscheidenden Person an andere Teammitglieder verteilen. Dadurch sparen Sie die Kosten für eine Arbeitskraft. Außerdem vermeiden Sie so aufwendiges Recruiting, um einen Kandidaten für die vakante Stelle zu finden.

Aufgaben umzuschichten klingt deshalb nach einer unkomplizierten Lösung – hat allerdings einen entscheidenden Haken: In der Praxis funktioniert dies nur für eine temporäre Übergangsphase. Schließlich muss Ihr Team einen kompletten Mitarbeiter ersetzen – zusätzlich zu seinen originären Aufgaben.

Das kann für Unmut sorgen und das ganze Team demotivieren. Möglicherweise fallen Mitarbeiter wegen Überlastung und Krankheiten öfter aus. Im schlimmsten Fall riskieren Sie weitere Kündigungen.

Sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern und hören Sie sich mögliche Bedenken an. Sind alle mit der Lösung einverstanden, spricht nichts dagegen. Diesen Einsatz sollten Sie dann auch belohnen, etwa mit einer Bonuszahlung oder einer Gehaltserhöhung. Andernfalls empfehlen wir, möglichst rasch eine zusätzliche Fachkraft einzustellen.

Download Gehaltsübersicht

Option 5: Weil es häufig schnell gehen muss, wenn ein Mitarbeiter kündigt, übernehmen übrigens 24 % der Chefs laut der Studie die offenen Aufgaben selbst. Diese Option empfehlen wir nur im äußersten Fall, da dies nur eine vorübergehende Lösung sein darf.

Gleichzeitig sollte ein adäquater Ersatz gesucht werden. Sonst laufen Sie Gefahr, dass Ihnen die Zeit für wichtige strategische Aufgaben oder für die übrigen Teammitglieder fehlt.

Extratipp: Bevor Sie auf die Suche gehen,sollten Sie jedoch mit dem scheidenden Mitarbeiter noch ein Exitgespräch führen. Dabei erfahren Sie mehr über die Beweggründe, die zur Kündigung geführt haben, und k&ounnen dies bei der Personalsuche berücksichtigen. So gehen Sie dabei richtig vor: Leitfaden für ein erfolgreiches Exit-Interview.

 

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