Wer Visionen hat …

Von Sven Hennige 10. Juli 2013

… sollte zum Arzt gehen. Die griffige These von Altbundeskanzler Schmidt trifft auf moderne CEOs und Managementmodelle nicht zu. In Zeiten von Megatrends wie Web 2.0, Big Data und Cloud Computing sind Unternehmen mehr denn je gefordert. Sie müssen Prozesse fortlaufend optimieren und ihre Strategie entlang des technologischen Wandels ausrichten.

In der Zusammenarbeit mit Geschäftsführern unterschiedlicher Branchen fällt mir dabei regelmäßig auf: Die Bewältigung dieser technischen und operativen Herausforderungen sind nur ein Teilaspekt für den langfristigen unternehmerischen Erfolg.

Maßgeblicher Aspekt ist nämlich der Führungsstil der CEOs und Unternehmenslenker.

Insofern bedarf die These von Schmidt einer Einschränkung: Die Fähigkeit des CEO, Mitarbeiter auf die gemeinsame Erreichung der Ziele einzustimmen und sie mit Visionen „abzuholen“, ist ein Schlüssel für eine erfolgreiche Leadership Strategie.

Visionen schaffen emotionale Bindung

Die klare Kommunikation der Vision verankert das Selbstverständnis und die Leitbilder des Unternehmens bei den Führungskräften und Mitarbeitern. In der Beratungspraxis habe ich erlebt, dass diese oftmals unterschätzte „weiche“ Aufgabe einen entscheidenden Mehrwert für eine funktionierende Unternehmenskultur ausmacht.

Warum? Weil Visionen der emotionalen Bindung der Mitarbeiter dienen. Sie geben dem Mitarbeiter überzeugende Gründe dafür, warum er sich für die Sache seines Arbeitgebers engagieren sollte. CEOs und Führungskräfte müssen daher eine Vision haben. Die darin enthaltenen unternehmerischen Ziele und die strategische Ausrichtung müssen sie klar kommunizieren – sei es in Bezug auf Marktanteile, Kundensegmente, Wachstum oder Qualitäts- und Serviceaspekte.

Ein solcher Bezugsrahmen vermag aber, neben der nach innen gerichteten Dimension, noch mehr. Er unterstützt bei der Positionierung als Arbeitgebermarke und bei der Gewinnung neuer Talente: Für High Potentials ist ein nachvollziehbares Vision-Statement ein wichtiger Motivationsfaktor sowie Orientierungsmerkmal für Karriere- und Entwicklungsperspektiven bei einem potenziellen Arbeitgeber.

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