Wenn sich das Personalkarussell zu schnell dreht

Von Alenka Mladina 16. Oktober 2013

Die Fluktuation in deutschen Unternehmen nimmt zu: In den vergangenen drei Jahren verzeichnete knapp ein Drittel der deutschen HR-Manager einen Anstieg der Kündigungen ihrer Mitarbeiter (Quelle: Arbeitsmarktstudie von Robert Half). Wie Führungskräfte häufigem Personalwechsel frühzeitig entgegenwirken.

Um Fluktuation zu vermeiden, empfehlen wir Führungskräften vor allem zwei Strategien: Effektive Mitarbeitermotivation und ein gutes Gespür für eine drohende innere Kündigung. Wir stellen Ihnen konkrete Maßnahmen vor, die sich in unserer Beratungspraxis als effektive Mittel zur Reduzierung von Personalwechseln bewährt haben.

Flexible Arbeitszeiten reduzieren Fluktuation

Fluktuation ist häufig die Folge einer fehlenden Work-Life-Balance. Knapp jeder zweite Mitarbeiter kündigt aus diesem Grund. Denn die Bedürfnisse beim Ausgleich von Beruf und Privatleben sind bei jedem anders.

Für Eltern ist es wichtig, neben ihrem Job auch noch genügend Zeit für ihre Kinder zu haben. Andere Mitarbeiter wiederum verbringen viel Zeit für Hobbys oder lange Arbeitswege. Erhalten diese Mitarbeiter ein Jobangebot das den Beruf mit dem Privatleben besser vereinbart, ist eine Kündigung sehr wahrscheinlich. Prüfen Sie daher, ob Sie flexible Arbeitszeiten und Home Office anbieten können.

Stressabbau verhindert Personalwechsel

Was Sie mit einem klugen Talent Management in der Personalgewinnung bereits aufgebaut haben, sollten Sie auch in der Personalführung im Blick behalten. Setzen Sie Ihre Mitarbeiter so ein, dass sie ihre Stärken ausspielen. Die Aufgaben können fordern, aber nicht ständig überfordern. Denn Überlastung und Stress Ihrer Mitarbeiter führen zu mehr Fluktuation.

Begegnen Sie ungewollten Kündigungen mit einer Lobkultur

Einen Hauptgrund für Fluktuation sehen die meisten HR Manager aus der Arbeitsmarktstudie von Robert Half in mangelnder Anerkennung. Lob geht im Alltag oft unter. Schnell entsteht Unzufriedenheit, die in einem Jobwechsel enden kann. Pflegen Sie jedoch eine ehrliche Lobkultur, erzielen Sie damit große Wirkungen bei Ihren Mitarbeitern. Unterstützend wirken dafür gut vorbereitete und regelmäßige Mitarbeitergespräche. Ein quartalsweiser Turnus hat sich dabei bewährt, da Sie so zeitnah Feedback geben und auch kleinere Erfolge gebührend anerkennen.

Personalwechsel frühzeitig erkennen: Fünf Anzeichen

Die innere Kündigung eines Mitarbeiters wird bei aufmerksamer Beobachtung schnell sichtbar:

  1. Ihr Mitarbeiter zeigt plötzlich nicht mehr das gewohnte hohe Engagement.
  2. In internen Meetings meldet er sich nicht mehr mit Ideen zu Wort.
  3. Er nimmt interne Probleme nicht mehr ernst und macht sich eher darüber lustig.
  4. Seit einiger Zeit fehlt Ihr Mitarbeiter immer häufiger ohne erkennbaren Grund.
  5. Im Kollegenkreis zieht er sich zurück und geht privaten Gesprächen aus dem Weg.

Suchen Sie schon bei den ersten Anzeichen das Gespräch. Klären Sie die Gründe für die fehlende Motivation. Bei privaten Schwierigkeiten helfen häufig schon ein paar Tage Urlaub. Fühlt sich der Mitarbeiter unterfordert, überlegen Sie gemeinsam welche neuen Verantwortungen er künftig übernimmt. Zeigen Sie Ihrem Mitarbeiter auf, wo Sie ihn im nächsten und in fünf Jahren sehen.

Fluktuation ist auch eine Frage des Gehalts

Unzufriedenheit hat viele Ursachen. Auch wenn das Gehalt nicht der Hauptgrund für Fluktuation ist, so dürfen Sie es doch nicht unterschätzen. Denn schließlich schwingt auch hier die Anerkennung mit, die ein Arbeitgeber seinem Mitarbeiter zuteilwerden lässt. Unternehmen können ihre Fluktuationsrate daher weiter reduzieren indem Sie auf ein marktübliches Gehalt achten. Aktuelle Marktentwicklungen und Vergütungstrends verfolgen Sie übrigens in den jährlichen Gehaltsübersichten von Robert Half.

Auf welche Strategie setzen Sie, um ungewollte Personalwechsel zu verhindern?

 

Bildquelle: © Bauer Alex - Fotolia.com

Das könnte Sie auch interessieren