Was tun, wenn die Gehaltserhöhung zu niedrig ausfällt?

Von Christina Holl on 1. April 2022
Geschätzte Lesedauer: 5 Minuten

Sie kommen aus der Gehaltsverhandlung – und sind unzufrieden: Zwar wurde Ihnen eine Gehaltserhöhung zugesprochen, aber ein wenig mehr Geld hätten Sie sich schon erhofft. Um trotzdem zu bekommen, was Sie möchten, brauchen Sie jetzt Geduld und Fingerspitzengefühl. So sollten Sie reagieren.

Nach der Gehaltsverhandlung: Prüfen, warum das Angebot zu niedrig ausfiel

Woran hat es bloß gelegen? Schließlich sind sie gut vorbereitet in die Gehaltsverhandlung gegangen. Dass Gehaltserhöhungen zwischen etwa drei und zehn Prozent realistisch sind, wussten Sie und haben sich daran orientiert. Und trotzdem ist das Ergebnis unter Ihren Erwartungen geblieben.

Ein objektives „zu niedrig” gibt es beim Thema Gehaltserhöhung jedoch nicht – sofern Sie nicht zum Beispiel im Öffentlichen Dienst arbeiten oder woanders nach Tarif bezahlt werden, sondern in einer Branche tätig sind, in der Gehälter frei verhandelt werden. Sind Sie unzufrieden mit Ihrem Einkommen, dann liegt das höchstwahrscheinlich am Missverhältnis zwischen der eigenen Einschätzung Ihrer Leistungen und dem, was Ihr Unternehmen Ihnen für Ihre Arbeitskraft faktisch zahlt. Nehmen Sie das Ergebnis der Gehaltsverhandlung nicht persönlich. Der Arbeitgeber bewertet allein Ihre Arbeitsleistung, nicht Ihre Persönlichkeit oder Ihr Empfinden.

Vermutlich hat Ihr*e Vorgesetzte*r die Entscheidung für die Gehaltserhöhung um die Prozentzahl X mit objektiven Fakten begründet. Vielleicht haben Sie das obere Ende der Gehaltsspanne bereits erreicht, die in Ihrem Unternehmen für Ihre Tätigkeit üblich ist? Überprüfen können Sie das zum Beispiel, wenn es dazu eine (anonymisierte) unternehmensinterne Übersicht gibt. Falls nicht, können Sie sich an der aktuellen Gehaltsübersicht von Robert Half orientieren.

Zu wenig Gehalt verhandelt: Gehaltserhöhung ablehnen oder annehmen?

In der konkreten Gesprächssituation geht es aber erst einmal um die Frage: Wie reagieren Sie auf das Ihrer Meinung nach unzureichende Angebot? Sollten Sie die Gehaltserhöhung als Arbeitnehmer*in ablehnen oder einlenken? Besteht bei einer Ablehnung der Gehaltserhöhung noch die Möglichkeit einer Nachverhandlung?

Im ersten Schritt bleibt Ihnen nicht viel anderes übrig, als die Gehaltserhöhung in der angebotenen Form zu akzeptieren. Die Alternative wäre, dass Sie leer ausgehen und sich Ihr Gehalt in den nächsten paar Monaten auf jeden Fall nicht erhöhen wird. Denn der Arbeitgeber ist Ihnen so weit entgegengekommen, wie er es in diesem Moment kann – oder möchte. Er hat seinen Standpunkt deutlich gemacht und wird auch nicht davon abrücken, wenn Sie insistieren.

Auf keinen Fall sollten Sie die Gehaltserhöhung rundheraus ablehnen und dabei schlimmstenfalls noch offen empört reagieren. Das wirkt unprofessionell und würde Ihr Verhältnis zum Arbeitgeber stark belasten. Denn schließlich ist dieser nicht dazu verpflichtet, Ihr Gehalt zu erhöhen.

Die Bitte um eine Nachverhandlung unter den derzeitigen Voraussetzungen – etwa gleich am nächsten Tag oder in der nächsten Woche – sollten Sie sich ebenfalls verkneifen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie sich jetzt kleinlaut und für immer mit der zugesagten Aufstockung abfinden müssen. Akzeptieren Sie sie für den Moment, aber bitten Sie Ihren Arbeitgeber um einen Ausblick:

  • Was müssen Sie leisten, welche Aufgaben oder Qualifikationen müssten dazukommen, um eine Ihrer Meinung nach angemessene Gehaltserhöhung zu rechtfertigen?
  • In welchem Zeitraum können Sie das realisieren?
  • Wann unterhalten Sie sich erneut über Ihr Gehalt?

Alternativen zur Gehaltserhöhung: Die Benefit-Strategie

Konzentrieren Sie sich vor diesem Hintergrund darauf, in den kommenden Monaten Leistung zu zeigen und Argumente für die nächste Gehaltsrunde zu sammeln. Dazu gehört auch, dass Sie sich überlegen, was Sie außer mehr Gehalt weiterbringen würde. Hier kommt das Thema Benefits ins Spiel. Mehr Urlaub, flexiblere Arbeitszeiten oder die Möglichkeit, bei Bedarf im Home-Office zu arbeiten – vielleicht lässt sich Ihr Arbeitgeber darauf ein.

Durch einige Zusatzleistungen können Sie sogar Geld sparen. Die wirken dann wie eine indirekte Gehaltserhöhung. Dazu gehören beispielsweise:

  • Zuschuss zu den Fahrtkosten oder zum Jobticket
  • betriebliche Altersvorsorge
  • betriebliche Gesundheitsförderung
  • Zuschuss zu Kosten für die Kinderbetreuung

Neuer Job: Verkaufen Sie sich nicht unter Wert

Ihren Marktwert sollten Sie immer im Blick behalten und sich langfristig daran orientieren. Sind Sie mit dem Gehaltsniveau bei Ihrem Arbeitgeber dauerhaft unzufrieden, prüfen Sie auch, was der Arbeitsmarkt sonst noch so zu bieten hat. Es ist sicherlich einfacher, im alten Job zu bleiben. Und vielleicht rechnet Ihr Arbeitgeber damit, dass Sie aus Loyalität bei ihm bleiben und vergleichsweise geringe Gehaltssprünge akzeptieren.

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Bildquelle: © Ibrahim Rifath - Unsplash.com


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