Vorstellungsgespräch gut gelaufen? Diese Anzeichen sprechen für eine Zusage

Von Christina Holl on 8. Januar 2021

Nach dem Bewerbungsgespräch auf Rückmeldung zu warten, kann zermürbend sein. Bevor Selbstzweifel beginnen und an Ihnen nagen, rufen Sie sich lieber die Gesprächssituation noch einmal in Erinnerung. Denn in der Regel lässt sich bereits während des Vorstellungsgesprächs deuten, ob es gut oder schlecht läuft. Bei welchen Anzeichen können Sie auf eine Zusage hoffen?

Die Position passt zu Ihnen, Sie waren perfekt vorbereitet auf das Vorstellungsgespräch, konnten alle Fragen souverän beantworten. Der Termin war ein voller Erfolg – denken Sie zumindest direkt im Anschluss. Doch dann beginnt das Warten auf die Rückmeldung. Und mit jedem Tag, an dem Sie nichts von Ihrem potenziellen neuen Arbeitgeber hören, wachsen die Zweifel. Ist das Gespräch wirklich so gut gelaufen?

Das erste Bauchgefühl stimmt häufig, ist aber nicht immer ein verlässlicher Indikator. Womöglich kennen Sie auch jemanden, der nach einem vermeintlich schlechten Vorstellungsgespräch eine Zusage erhalten hat. Bevor Sie sich weiter verrückt machen, sollten Sie Ihr Job-Interview noch einmal Revue passieren lassen und es auf positive und negative Anzeichen abklopfen. Es gibt nämlich einige typische Anhaltspunkte, die darauf hinweisen, dass ein Vorstellungsgespräch gut gelaufen ist.

Das Gespräch dauert länger als geplant

Vorstellungsgespräche unterliegen einem engen zeitlichen Ablauf. Womöglich haben Ihre Gesprächspartner Anschlusstermine und müssen sich deshalb relativ strikt an den Zeitplan halten. Meist wird Ihnen im Vorfeld mitgeteilt, wie viel Zeit für das Gespräch eingeplant ist. Üblich sind je nach Job und Unternehmen 30 bis 60 Minuten.

Dauert das Gespräch deutlich länger als angekündigt, dürfen Sie sich freuen: Sie haben das Interesse Ihres Gesprächspartners geweckt. Auch wenn die Personalverantwortlichen Ihre Fragen ausführlich beantworten und sich viele Notizen machen, sind dies untrügliche Anzeichen dafür, dass Ihr Vorstellungsgespräch gut gelaufen ist.

Endet das Gespräch hingegen früher als angekündigt, ist das ein schlechtes Zeichen. Denn in den seltensten Fällen dürfte der Grund dafür sein, dass Sie so überzeugend aufgetreten sind, dass sich der Personaler alle weiteren Fragen spart. Wenn Ihr Gesprächspartner der Meinung ist, dass Sie genau der oder die Richtige für den Job sind, würde er die angesetzte Zeit nutzen wollen, um Sie besser kennenzulernen. 

Sie sind mit dem Gesprächspartner auf einer Wellenlänge

Wenn Sie sich mit jemandem gut verstehen, merken Sie das an vielen Kleinigkeiten: Das Gespräch verläuft ungezwungen, Ihr Gegenüber und Sie haben in vielen Punkten ähnliche Ansichten, stellen womöglich sogar gemeinsame Interessen fest. Im besten Fall teilen sie sogar denselben Humor und machen den ein oder anderen Scherz.
Das zeigt nicht nur, dass Sie dem Interviewer sympathisch sind, sondern auch, dass die Unternehmenskultur zu Ihnen passt. Auch wenn der Personaler Sie mehrfach mit Ihrem Namen anspricht, ist das ein positives Signal. Es bedeutet, dass er sich Ihren Namen schnell eingeprägt hat.

Diese Fragen signalisieren starkes Interesse an Ihnen

Auch an den Fragen lässt sich einiges ablesen. Das gilt sowohl inhaltlich also auch für die Art, wie gefragt wird. Je konkreter es wird, desto mehr können Sie auf eine Zusage hoffen. Wenn der Personaler den Konjunktiv weglässt und statt “Wann könnten Sie bei uns einsteigen?” bereits fragt “Wann können Sie anfangen?”, ist das ein deutliches Anzeichen für ein positives Vorstellungsgespräch.

Folgende und ähnliche Fragen deuten ebenfalls darauf hin, dass Ihr Vorstellungsgespräch gut gelaufen ist:

  • Warum bewerben Sie sich um die Stelle? - Mit dieser Frage möchte der Personaler Ihr Interesse ausloten.
  • Wie sind Ihre Gehaltsvorstellungen?
  • Würden Sie bitte noch ein weiteres Mal zum Gespräch vorbeikommen?
  • Können Sie uns Referenzen zur Verfügung stellen? - Tipp fürs Vorstellungsgespräch: Bereiten Sie schon vor dem Termin eine Referenzliste vor, sodass Sie deren Kontaktdaten direkt weitergeben können.
  • Haben Sie sich auch auf andere Stellen beworben?
  • Liegen Ihnen weitere Jobangebote vor? - Stellt der Personaler diese Frage, will er herausfinden, wie schnell er handeln muss, um Sie nicht zu verlieren.

Achten Sie auf die Körpersprache

Jeder Mensch kommuniziert auch non-verbal – und zwar immer, das geschieht unterbewusst. Und die meisten Signale können Sie auch in Videointerviews wahrnehmen. Lächelt Ihr Gesprächspartner oft? Lehnt er sich nach vorne, wenn Sie etwas erzählen? Hält er Augenkontakt? All das sind Kennzeichen dafür, dass Sie eine gute Figur machen. 

Bei einem Vorstellungsgespräch vor Ort im Unternehmen lässt sich auch aus der Verabschiedung einiges deuten: Ein freundliches Lächeln können Sie positiv deuten. Aufschlussreich bei der Verabschiedung ist auch die Erklärung zum weiteren Vorgehen: Wird Ihnen mitgeteilt, wann in etwa Sie mit einer Rückmeldung rechnen können? Ein vages “Wir melden uns” ist leider ein eher schlechtes Zeichen.

Ihnen werden weitere Kollegen vorgestellt

Ein untrügliches Anzeichen dafür, dass Sie realistische Jobchancen haben: Ihr Gesprächspartner stellt Ihnen Kollegen vor, die eigentlich nicht als Gesprächspartner für das Job-Interview vorgesehen waren. Zu diesem Zeitpunkt werden Sie als möglicher Mitarbeiter in Betracht gezogen. 

Gleiches gilt, wenn man Ihnen im Anschluss an das Gespräch noch eine kleine Führung durch den Betrieb  anbietet. Das Unternehmen möchte Sie offenbar überzeugen. Bei einem uninteressanten Bewerber würde sich der Personaler die Zeit für eine Bürobesichtigung nicht nehmen. 

Natürlich sollten Sie Ihren potenziellen neuen Kollegen gegenüber einen guten Eindruck machen – egal ob bei einer realen Bürotour oder in einer virtuellen Konferenz. Grüßen Sie freundlich und stellen Sie auch eine Frage zum Team oder zur Zusammenarbeit. Nutzen Sie die Gelegenheit, um ein genaueres Bild von der Unternehmenskultur zu bekommen. Könnten Sie sich vorstellen, mit diesen Personen täglich zusammenzuarbeiten?

Sie werden aufgefordert, bei Fragen anzurufen

Überreicht man Ihnen eine Visitenkarte, ist das noch nicht zwangsläufig ein positives Anzeichen. In vielen Unternehmen gehört das zum Standard. Achten Sie darauf, was der Interviewer sagt, wenn er Ihnen die Karte gibt. „Hier ist meine Durchwahl. Zögern Sie nicht, mich bei Fragen anzurufen oder zu mailen“, klingt so, als wären Sie auf dem Weg zu einem zweiten Vorstellungsgespräch. Dieses Angebot sollten Sie nutzen. Warten Sie ein bis zwei Tage und schreiben Sie dann eine sorgfältig formulierte E-Mail mit sinnvollen Fragen.

Auch Aussagen wie „Lassen Sie mich bitte wissen, wenn Sie andere Angebote erhalten.“ deuten auf ernsthaftes Interesse an Ihnen hin.

Nachhaken oder lieber abwarten?

Das Vorstellungsgespräch ist gut gelaufen, finden Sie – und Sie möchten nichts lieber, als bei dem Unternehmen anzufangen? Können Sie noch etwas tun? Vielleicht anrufen? Die meisten Personalentscheider haben Verständnis dafür, wenn Sie sich nach dem Stand Ihrer Bewerbung erkundigen

Allerdings sollten Sie dies nicht bereits nach wenigen Tagen tun. Wurde Ihnen ein Zeitraum genannt, in dem Sie mit einer Antwort rechnen können, warten Sie diesen auf jeden Fall ab und schlagen Sie noch ein, zwei Tage drauf. Ansonsten empfehlen die meisten Personalverantwortlichen, sich mindestens sechs bis zehn Tage zu gedulden, bevor Sie nachhaken.

Bereits einen Tag nach dem Gespräch können Sie dem Personaler hingegen eine kurze Dankeschön-Mail schicken. Bedanken Sie sich darin noch einmal für das freundliche Gespräch und betonen Sie, dass Sie sich freuen würden, in dem Unternehmen anzufangen.

Ihr Vorstellungsgespräch ist nicht so gut gelaufen? Machen Sie sich nichts draus. Manchmal passt es eben nicht. Und die nächste Einladung ist womöglich nur einen Klick entfernt. Finden Sie mit uns Ihren Traumjob:
 

Bildquelle: @ Deklofenak - iStockphoto.com