Wann Sie ein Jobangebot ausschlagen sollten: 6 untrügliche Zeichen

Von Alenka Mladina 27. April 2015

Bei einem Jobangebot sollten Sie nur dann zugeschlagen, wenn Kopf und Bauch „Ja“ sagen. Sonst stellt sich der vermeintliche Traumjob womöglich schon nach kurzer Zeit als Alptraumjob heraus. Welche Anzeichen dafür sprechen, ein Jobangebot abzusagen.

Ein neuer Job ist eigentlich wie ein neuer Partner. Zumindest lassen sich ein paar Parallelen ziehen: Denn wenn es zwischen Ihnen und dem Gegenpart – ob im Job oder beim Partner – nicht passt, gibt es spätestens dann Ärger, wenn die Anfangseuphorie verflogen ist.

Die Folge ist oft eine Trennung und die läuft umso komplizierter ab, je später sie passiert. Besser, Sie erkennen frühzeitig, dass die Beziehung bzw. das Arbeitsverhältnis keine große Zukunft hat. Für Ihre Partnerwahl möchten wir Ihnen keine Ratschläge geben. Aber hier sind 6 sichere Anzeichen, wann Sie ein Jobangebot besser absagen sollten.

1. Wenn die Kommunikation mit dem Unternehmen unprofessionell ist, sollten Sie darüber nachdenken, das Jobangebot abzusagen

Egal ob vor, während oder nach einem Vorstellungsgespräch: Zieht sich die Kommunikation zwischen Ihnen und dem neuen Unternehmen unnötig in die Länge, ist sie unprofessionell.

Empfinden Sie dies als mangelnde Wertschätzung, sollten Sie das als erstes Warnsignal sehen. Das anfängliche Verhalten Ihres potenziellen neuen Arbeitgebers spiegelt sich in der Regel im späteren Joballtag wider.

Ein No-Go ist auch, wenn sich das Unternehmen nicht die Zeit nimmt, sich um Ihre Anliegen zu kümmern – ganz egal, ob es dabei um die Anfahrtsbeschreibung zum Vorstellungstermin geht oder die Zusendung Ihres  Arbeitsvertrags. Unprofessionell ist es auch, wenn Sie den Eindruck haben, der Arbeitgeber würde Ihren Lebenslauf im Vorstellungsgespräch das erste Mal in der Hand halten.

Auch, wenn der Termin für das Bewerbungsgespräch immer wieder verschoben oder abgesagt wird, ist das nicht nur ärgerlich, sondern ein eindeutiges Signal, dass Sie nochmal darüber nachdenken sollten, ob Sie das Jobangebot wirklich annehmen möchten.

2. Ist das Image des Arbeitgebers angekratzt, sollten Sie genau prüfen, ob Sie das Jobangebot wirklich annehmen möchten

Natürlich ist es für Sie zunächst ein Kompliment, wenn ein Unternehmen Sie kennenlernen möchte. Bevor Sie sich auf einen neuen Arbeitgeber einlassen, sollten Sie sich erst einmal ausführlich über ihn erkundigen.

Mit einer Recherche im Internet und der Presse finden Sie etwa heraus, wie der potenzielle neue Arbeitgeber finanziell dasteht und wie im Allgemeinen über die Firma berichtet wird. Diese Informationen sollten Sie in Ihre Überlegung, ob Sie das Jobangebot tatsächlich annehmen oder lieber absagen sollten, einbeziehen.

3. Ein besonders untrügliches Anzeichen für die Jobabsage: Die Chemie stimmt nicht

Im Vorstellungsgespräch ist es wie beim ersten Date: Der Funke springt entweder über oder eben nicht. Stimmt die Chemie schon im Bewerbungsgespräch nicht, ist das keine gute Basis für eine glückliche Zukunft und Sie sollten das Jobangebot besser absagen. Nur wer das Gefühl hat, nicht nur fachlich sondern auch mit seiner Persönlichkeit und Wertvorstellung ins Unternehmen zu passen, wird später seine beste Leistung bringen.

Dabei geht es nicht nur um Sympathien gegenüber dem neuen Chef oder den neuen Kollegen. Auch Anforderungen und Ziele beider Seiten sollten übereinstimmen. Ihnen ist es wichtig, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen? Dann sollten Sie sicher sein, dass ihr neuer Job das auch ermöglicht. Sie sind Fan geregelter Arbeitszeiten? Dann nehmen Sie kein Jobangebot an, das von Ihnen Flexibilität verlangt.

Sprechen Sie an, was Ihnen wichtig ist und achten Sie darauf, wie Ihr Gegenüber auf Ihre Fragen reagiert. Nickt er Ihre Anfragen nur lächelnd ab, oder nimmt er sich Zeit, Ihre Anliegen ausführlich zu besprechen? Meist merken Sie recht schnell, ob die Chemie zwischen Ihnen und dem neuen Arbeitgeber stimmt. Auch hier sollten Sie Ihrem Bauchgefühl trauen und das Jobangebot im Zweifelsfall absagen.

4. Es ist ein Warnzeichen, wenn der Arbeitsvertrag von den Zusagen im Vorstellungsgespräch abweicht 

Der erste Schritt ist geschafft. Die erste Runde im Auswahlverfahren ist gut überstanden und Sie haben den Eindruck, dass Sie sowohl persönlich als auch fachlich zum neuen Unternehmen passen. Das ist eine gute Basis, aber noch keine Garantie für eine glückliche Zukunft. Bevor Sie ein Jobangebot annehmen oder absagen, geht es meist im zweiten oder einem der nächsten Vorstellungsgespräche darum, Bedingungen zu verhandeln, die Sie an Ihren neuen Job knüpfen.

Sprechen Sie das an, was Ihnen persönlich am Wichtigsten ist: Welches Gehalt stellen Sie sich vor? Wie viel Anspruch auf Urlaub haben Sie? Auch Zusatzleistungen, wie Firmenwagen, Boni oder Fortbildungen können Sie an diesem Punkt der Verhandlungen abklären.

Um im Gespräch nicht negativ mit überzogenen Forderungen aufzufallen, sollten Sie sich allerdings vorher über branchenübliche Konditionen informieren. Gerade bei der Frage nach dem Gehalt ist Fingerspitzengefühl wichtig. Welche Gehälter Sie im Finanz-, IT- und kaufmännisch/ administrativen Bereich erwarten können, erfahren Sie in unserer Gehaltsübersicht.

Finden Sie die Absprachen, die Sie mit dem Unternehmen getroffen haben, später nicht mehr im Arbeitsvertrag wieder, ist das ein weiteres Anzeichen dafür, dass Sie das Jobangebot absagen sollten.

5. Werden Sie wirklich langfristig glücklich in einem Job, der keine Karriereentwicklung bietet?

Natürlich muss nicht jeder Jobwechsel ein direkter Aufstieg sein. Allerdings sollte er Ihnen schon eine gewisse Perspektive bieten (Übrigens sind fehlende Karriereperspektiven der häufigste Kündigungsgrund). Auch wenn es auf lange Sicht gesehen vielleicht nicht Ihre Traumstelle ist, können Sie in Ihrem neuen Job Ihre Fähigkeiten erweitern, neue Kenntnisse über die Branche erwerben oder Ihr Auftreten während Meetings stärken.

Auch Kontakte, die Sie im Unternehmen knüpfen, können später einmal nützlich werden. Sollte sich der neue Job allerdings wie eine Sackgasse in Ihrem Leben anfühlen, dann ist er das wahrscheinlich auch. Bevor Sie das Jobangebot absagen oder zusagen, sollten Sie deshalb in Ruhe darüber nachdenken, wo Sie die neue Stelle in einem, drei oder fünf Jahren hinführt.

6. Nutzen Sie die Probezeit, um einen Job abzusagen, wenn die Aufgaben überhaupt nicht mit der Stellenanzeige übereinstimmen

In der Stellenausschreibung war von selbstständigem Arbeiten oder dem Einbringen von eigenen Ideen die Rede. Kaum sitzen Sie an Ihrem neuen Arbeitsplatz, ist davon allerdings nichts mehr zu spüren. Klar, dass Sie in diesem Fall frustriert sind. Wer sich als Projektmanager beworben hat, möchte auch ein Projekt steuern und nicht nur Anderen zuarbeiten. Sie sollten nicht das Gefühl haben, unterfordert oder gar ausgenutzt zu werden.

Um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, können Sie bereits im Vorstellungsgespräch geschickt nachhaken. Fragen Sie während des Bewerbungsgesprächs etwa, wie ein konkreter Arbeitstag aussehen würde. Oder wie Ihre Talente und Stärken gefördert werden. Wenn die Antworten ein ungutes Bauchgefühl produzieren, sollten Sie den Job lieber absagen und sich weiter umschauen.

Falls Sie die Stelle bereits angetreten haben, und nach ein paar Wochen feststellen, dass die Aufgaben ganz andere sind als in der Stellenanzeige beschrieben, sollten Sie zunächst das Gespräch suchen. Ändert sich innerhalb einer bestimmten Frist nichts, sollen Sie noch während der Probezeit kündigen oder Möglichkeiten für einen internen Wechsel prüfen.

Tendiert der Bauch dazu, das Jobangebot abzusagen?

Auch wenn Sie der aktuelle Job überhaupt nicht mehr reizt und ein neues Jobangebot sehr verlockend klingen mag – es ist wichtig, noch einmal in Ruhe zu überlegen, ob der neue Job auch wirklich zu Ihnen und Ihren Vorstellungen passt. Hören Sie nicht nur auf das, was Ihr Kopf sagt, sondern auch auf Ihr Bauchgefühl. Es weiß meist mehr über uns, als wir ihm zutrauen. Und wenn der Kopf oder der Bauch - oder sogar beide - zur Absage tendieren, ist es besser, sich weiter nach einem passenden Job umzusehen

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