Auch ein Vorstellungsgespräch dürfen Sie absagen

Von Alenka Mladina 22. März 2016

Sie sind mitten im Bewerbungsmarathon, da flattert die Zusage für Ihren Traumjob ein. Glückwunsch! Doch was tun Sie mit den noch ausstehenden Einladungen zum Vorstellungsgespräch? Wir verraten Ihnen, warum Sie auf jeden Fall absagen sollten – und wie.

Eine Einladung zum Vorstellungsgespräch ist ein schönes Kompliment! Und weil Sie mit jeder Einladung Ihren Traumjob einen Schritt näher kommen, nehmen Sie diese auch in der Regel sofort an. Manchmal kann es jedoch zu Situation kommen, dass Sie Ihre Bewerbung wieder zurückziehen möchten, weil …

  • Sie endlich vom jetzigen Arbeitgeber befördert wurden und Sie nicht mehr wechseln möchten
  • Sie umziehen, beispielsweise weil Ihr Partner eine neue Stelle antritt, und der Standort nicht mehr in Frage kommt
  • Sie aus sicheren Quellen erfahren haben, dass das Unternehmen doch nicht zu Ihnen passt
  • Sie Ihren Arbeitgeberwechsel aufgrund unerwarteter Ereignisse beispielsweise mit familiärem Hintergrund auf einen späteren Zeitpunkt verschieben
  • Sie inzwischen ein anderes Jobangebot angenommen haben

Was tun? Machen Sie jetzt nicht den Fehler, das Gespräch aus Höflichkeit abzusitzen. Lassen Sie den Termin auch nicht einfach platzen. Die einzig richtige Reaktion ist es, das Vorstellungsgespräch abzusagen. Dafür gibt es drei Gründe:

  1. Höflichkeit: Sie werden doch auch nicht gern versetzt, oder?
  2. Zweite Chance: Vielleicht möchten Sie sich später erneut bei dem Unternehmen bewerben. Bleiben Sie lieber in guter Erinnerung.
  3. Fairness: Geben Sie anderen Bewerbern die Chance, den frei gewordenen Platz einzunehmen. Der Arbeitgeber wird es ebenfalls schätzen, da der Bewerbungsprozess so nicht ins Stocken gerät.  

Wie Sie ein Vorstellungsgespräch elegant absagen

Natürlich kann es unangenehm sein, ein Vorstellungsgespräch abzusagen. Aber lassen Sie sich davon nicht verunsichern: Der Personaler wird Ihnen dankbar sein, wenn Sie sich mit einer guten Begründung bei ihm melden und es nicht einfach ausfallen lassen.

Denn ein Vorstellungsgespräch vorzubereiten, bedeutet viel Arbeit. Oft sind auch noch weitere Abteilungsleiter oder künftige Kollegen beteiligt. Wenn Sie frühzeitig absagen, kann jeder seine Zeit anderweitig verplanen.

Worauf Sie bei Ihrer Absage achten sollten

Sagen Sie so früh wie möglich ab. Am Tag des Vorstellungsgespräch selbst abzusagen, ist denkbar schlecht. Das sollten Sie nur tun, wenn Sie erkrankt sind oder andere unvorhersehbare Hindernisse auftauchen.

Stellen Sie zudem sicher, dass Ihre Absage den Gesprächspartner erreicht. Rufen Sie am besten an, auch wenn es Sie einige Überwindung kostet, und besprechen Sie das persönlich. Eine schriftliche Absage sollten Sie nur dann tun, wenn ein Anruf nicht möglich ist oder Sie vergeblich versucht haben, Ihren Gesprächspartner zu erreichen.

Wie Sie die Absage des Vorstellungsgesprächs begründen

Kommen wir zum delikaten Kern der Angelegenheit: der Begründung. Dieser Punkt bereitet den meisten Bewerbern Kopfzerbrechen: Sollen Sie ehrlich sein oder einen Vorwand erfinden?

Eins vorneweg: Personalverantwortlichen ist bewusst, dass Sie sich in der Regel bei mehreren Arbeitgebern bewerben – genauso, wie sich das Unternehmen verschiedene Bewerber zum Vergleich einlädt. Und auch eine unerwartete Beförderung ist ein guter Grund, doch nicht zu wechseln. Seien Sie in solchen Fällen höflich und ehrlich.

Etwas heikler ist die Angelegenheit, wenn dass Unternehmen für Sie als Arbeitgeber uninteressant geworden ist, weil Sie Schlechtes darüber gehört haben. Bleiben Sie in solchen Fällen lieber diplomatisch und wählen eine unverfänglichere Begründung.

Bleiben Sie das Gespräch über höflich, auch wenn Ihr Gegenüber sichtlich enttäuscht wirkt. Erklären Sie, dass es Ihnen leid tut und Sie sich sehr über die Einladung gefreut haben. Zwischenzeitlich hätte sich aber eine andere Situation ergeben, nämlich (knapp begründen) und daher ziehen Sie Ihre Bewerbung zum jetzigen Zeitpunkt zurück. 

Wie Sie ein Vorstellungsgespräch schriftlich absagen

Wie oben bereits erwähnt, eine telefonische Absage ist immer besser als eine schriftliche. Falls Sie trotzdem den Vorstellungstermin lieber schriftlich ablehnen, sollten Sie dabei vor allem darauf achten, dass Sie das Bewerbungsgespräch so früh wie möglich absagen. Zum anderen sollten Sie sich inhaltlich an einer Bewerbungs-Email orientieren:

  • Wählen Sie einen aussagekräftigen Betreff. Zum Beispiel: „Absage des Bewerbungsgesprächs am XX.XX.XXXX“
  • Bedanken Sie sich für die Einladung: „Vielen Dank für Ihre freundliche Einladung zum Vorstellungsgespräch.
  • Sagen Sie deutlich, worum es geht: „Ich bin mir mittlerweile mit einem anderen Unternehmen einig geworden und ziehe deshalb meine Bewerbung bei Ihnen zurück.“
  • Vergessen Sie nicht die Grußformel: „Ich hoffe, auf Ihr Verständnis und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg."

Wie Sie unnötige Absagen vermeiden

Sie können die unangenehme Situation, ein Vorstellungsgespräch absagen zu müssen, vermeiden. Überlegen Sie dafür vorab sorgfältig, welche Einladungen Sie annehmen. Einen Termin bei einem Unternehmen bestätigen, obwohl Sie dort niemals arbeiten möchten, sollten Sie auch aus "Trainingsgründen" nicht tun.

Sparen Sie sich und dem Unternehmen die Zeit lieber, denn ein solches Treffen ist für keine der beiden Seiten produktiv. Konzentrieren Sie sich lieber auf die Jobs, die Sie wirklich interessieren.

Haben Sie schon einmal ein Vorstellungsgespräch abgesagt? Wie war die Reaktion? Wir sind gespannt auf Ihre Erlebnisse, gleich hier unten im Kommentarfeld oder an [email protected].

Bildquelle: © pathdoc / Fotolia.com

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