Auch Bewerber dürfen ein Vorstellungsgespräch absagen

Von Alenka Mladina 18. Mai 2018

Sie sind mitten im Bewerbungsmarathon, da flattert die Zusage für Ihren Traumjob ein. Glückwunsch! Doch was tun Sie mit den noch ausstehenden Einladungen zum Vorstellungsgespräch? Wir verraten Ihnen, warum Sie die auf jeden Fall absagen sollten – und wie.

In diesem Beitrag lesen Sie:

  • Wie Sie ein Vorstellungsgespräch elegant absagen
  • Ein Vorstellungsgespräch (nicht) kurzfristig absagen
  • Wie Sie die Absage des Vorstellungsgesprächs begründen
  • Wie Sie ein Vorstellungsgespräch schriftlich absagen
  • Wie Sie unnötige Absagen vermeiden

Eine Einladung zum Vorstellungsgesprächist ein schönes Kompliment! Und weil Sie damit Ihrem Traumjob einen Schritt näher kommen, nehmen Sie diese auch in der Regel sofort an. Manchmal kann es jedoch passieren, dass Sie Ihre Bewerbung zurückziehen möchten, weil …

  • … Sie endlich vom jetzigen Arbeitgeber befördert wurden und Sie nicht mehr wechseln möchten.
  • … Sie umziehen, beispielsweise weil Ihr Partner eine neue Stelle antritt und der Standort nicht mehr infrage kommt.
  • … Sie aus sicheren Quellen erfahren haben, dass das Unternehmen doch nicht zu Ihnen passt.
  • … Sie Ihren Arbeitgeberwechsel aufgrund unerwarteter Ereignisse, beispielsweise mit familiärem Hintergrund, auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.
  • … Sie inzwischen ein anderes Jobangebot angenommen haben.

Was tun? Machen Sie jetzt nicht den Fehler, das Gespräch aus reiner Höflichkeit durchzuziehen. Lassen Sie den Termin auch nicht einfach stillschweigend platzen. Die einzig richtige Reaktion ist es, das Vorstellungsgespräch abzusagen. Dafür gibt es drei Gründe:

  1. Höflichkeit: Sie werden doch auch nicht gern versetzt, oder?
  2. Zweite Chance: Vielleicht möchten Sie sich später erneut bei dem Unternehmen bewerben. Bleiben Sie lieber in guter Erinnerung.
  3. Fairness: Geben Sie anderen Bewerbern die Chance, den frei gewordenen Platz einzunehmen. Der Arbeitgeber wird es ebenfalls schätzen, da der Bewerbungsprozess so nicht ins Stocken gerät.

Wie Sie ein Vorstellungsgespräch elegant absagen

Natürlich kann es für Sie unangenehm sein, wenn Sie ein Vorstellungsgespräch absagen oder ein Jobangebot ausschlagen. Aber lassen Sie sich davon nicht verunsichern: Der Personaler wird Ihnen dankbar sein, wenn Sie sich mit einer guten Begründung bei ihm melden und das Interview nicht einfach ausfallen lassen.

Warum? Weil es ihn viel Zeit und Mühe kostet, ein Vorstellungsgespräch vorzubereiten. Oft sind daran weitere Abteilungsleiter oder künftige Kollegen beteiligt. Wenn Sie frühzeitig absagen, kann jeder seine Arbeitskraft anderweitig verplanen.

Ein Vorstellungsgespräch (nicht) kurzfristig absagen

Melden Sie sich so früh wie möglich. Besonders dann, wenn Sie das Vorstellungsgespräch kurzfristig absagen. Erst am Tag des Interviews zu widerrufen, ist denkbar schlecht. Das sollten Sie nur tun, wenn Sie plötzlich erkrankt sind oder andere unvorhersehbare Hindernisse auftauchen.

Stellen Sie zudem sicher, dass Ihre Absage den Gesprächspartner erreicht. Rufen Sie ihn am besten an, auch wenn es Sie einige Überwindung kostet, und besprechen Sie das persönlich. Einen schriftlichen Rückzieher sollten Sie ihm nur schicken, wenn ein Telefonat nicht möglich ist oder Sie vergeblich versucht haben, ihn zu erreichen.

Wie Sie die Absage des Vorstellungsgesprächs begründen

Kommen wir zum delikaten Kern der Angelegenheit: der Begründung. Dieser Punkt bereitet den meisten Bewerbern Kopfzerbrechen: Sollen Sie ehrlich sein oder einen Vorwand erfinden?

Eins vorneweg: Personalverantwortlichen ist bewusst, dass Sie sich in der Regel auch bei anderen Arbeitgebern bewerben. Das Unternehmen fährt schließlich ebenso mehrgleisig und lädt verschiedene Bewerber zum Vergleich ein.

Und auch eine unerwartete Beförderungist ein guter Grund, doch nicht zu wechseln. Seien Sie in solchen Fällen höflich und ehrlich – auch, wenn Sie das Vorstellungsgespräch absagen wegen einer anderen neuen Stelle oder weil Sie anderweitig kein Interesse mehr haben.

Etwas heikler ist die Angelegenheit, wenn das Unternehmen für Sie als Arbeitgeber nicht mehr infrage kommt, weil Sie Schlechtes darüber gehört haben. Seien Sie auch in solchen Fällen ehrlich, möglicherweise klären sich die Ungereimtheiten wieder auf.

Bleiben Sie freundlich, auch wenn Ihr Gegenüber sichtlich enttäuscht wirkt. Erklären Sie, dass es Ihnen leidtut und Sie sich sehr über die Einladung gefreut haben. Zwischenzeitlich hätte sich aber eine neue Situation ergeben – die Sie kurz erläutern –, und daher ziehen Sie Ihre Bewerbung zurück.

Wie Sie ein Vorstellungsgespräch schriftlich absagen

Wie oben bereits erwähnt, ist eine Absage per Telefon immer besser als eine per Post. Falls Sie trotzdem den Vorstellungstermin lieber schriftlich ablehnen möchten, sollten Sie zum einen darauf achten, dass der Brief so früh wie möglich vor dem Termin eintrifft. Zum anderen sollten Sie sich inhaltlich an einer Bewerbungs-Email orientieren:

  • Wählen Sie einen aussagekräftigen Betreff. Zum Beispiel: „Absage des Bewerbungsgesprächs am XX.XX.XXXX“.
  • Bedanken Sie sich für die Einladung: „Vielen Dank für Ihre freundliche Einladung zum Vorstellungsgespräch.“
  • Drücken Sie deutlich aus, worum es geht: „Ich bin mir mittlerweile mit einem anderen Unternehmen einig geworden und ziehe deshalb meine Bewerbung bei Ihnen zurück.“
  • Vergessen Sie nicht die Grußformel: „Ich hoffe auf Ihr Verständnis und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg."

Wie Sie unnötige Absagen vermeiden

Ein Vorstellungsgespräch absagen zu müssen, ist immer unangenehm. Überlegen Sie deshalb vorher gut, welche Einladungen Sie annehmen. Einen Termin bei einem Unternehmen zu bestätigen, obwohl Sie dort niemals arbeiten möchten, sollten Sie auch aus "Trainingsgründen" vermeiden.

Sparen Sie sich und dem Unternehmen die Zeit lieber, denn ein solches Treffen ist für keine der beiden Seiten produktiv. Konzentrieren Sie sich lieber auf die Jobs, die Sie wirklich interessieren.

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Bildquelle: © linkedinsalesnavigator - unsplash.com

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