Verändert Google Glass unsere Arbeitswelt?

Von Alenka Mladina 1. Mai 2014

Was ist nicht alles schon über Google Glass geschrieben worden. Ich möchte das Für und Wider hier gar nicht abwägen. Das können Sie an anderer Stelle viel besser nachlesen. Aber heute am Tag der Arbeit interessiert mich, wie dieser Mini-Computer den Arbeitsalltag im Büro verändern könnte.

Ein Blick ins Internet zeigt, dass ich nicht die Erste bin, die darüber sinniert. Viele haben sich schon Gedanken gemacht – seriöse und ganz schön schräge. Zweifelsohne in die Kategorie „schräg“ gehört das Youtube-Video von einem Vorstellungsgespräch.

Der Interviewer trägt eine Google Glass. Unsichtbar für die Bewerberin checkt er ihre Aussagen sofort online, überträgt das Gespräch live an die Kollegen und erhöht sogar die Raumtemperatur, um zu sehen, was sein Gegenüber sonst noch so zu bieten hat. Eine absolute Horrorvorstellung für jeden Bewerber. Diese Art der Nutzung lässt nichts Gutes für den Arbeitsalltag erahnen. 

Zukunft der Arbeit: Schneller und intelligenter?

Eher seriöse Gedanken machen sich da die Kollegen von CIO. Sie haben ganz verschiedene Möglichkeiten ausgemacht, die Zukunft der Arbeit mit der Google Glass schneller und intelligenter zu machen, z.B. mit Vertriebsschulungen für Mitarbeiter an verschiedenen Standorten.

Arbeitsalltag und Freizeit in einem

Wie würde ich wohl diese Brille im Arbeitsalltag nutzen? Witzig ist doch zum Beispiel folgende Vorstellung: Ich sitze an einem kleinen See auf einer Bank und schaue auf’s Wasser. Und während ich die Enten beobachte, gehe ich die Unterlagen für das nächste Meeting durch.Schön, wie sich die Sonne im Wasser spiegelt. Entspannung und Arbeit zugleich. Der Begriff Work-Life-Balance erhält eine ganz andere Richtung.

Ob so die Zukunft der Arbeit aussieht? So richtig glauben kann ich das nicht. Eher denkbar ist da schon diese Situation hier: Als ich zum Feierabend unser Haus verlasse, fällt mir auf dem großen Bildschirm in der Eingangshalle eine interessante interne Stellenausschreibung auf. Meine Brille scannt den Code und mit einem kurzen Befehl kann ich mich mit meinen hinterlegten Stammdaten direkt auf diese Stelle bewerben. Auf dem gleichen Wege kann ich mich zu Weiterbildungen oder Betriebsfahrten anmelden. Das nenne ich mal bequem.

Im Arbeitsalltag unauffällig die Kollegen checken

Oder wie wäre es damit? Auf dem Weg in die Kantine treffe ich wie jeden Tag den gleichen Kollegen. Ich kenne weder seinen Namen. Noch weiß ich, ich welcher Abteilung er arbeitet. Wir grüßen uns nur immer freundlich. Die Google-Brille würde mich per automatischer Gesichtserkennung auf seine Online-Profile leiten. Ich könnte seinen Namen und seine Position sehen.

Vielleicht ist er einer der Kollegen aus der IT-Abteilung, der immer so hilfsbereit ist und geduldig meine Fragen beantwortet. Ich könnte ihm mal für die tolle Unterstützung Danke sagen – natürlich in Echtzeit mit einer Message an sein Profil. Aber das ist dann doch etwas skurril. Dafür brauche ich keine Google-Brille. Ich werde ihn gleich morgen einfach mal ansprechen. Ein persönliches Gespräch ist doch immer noch das Beste.

Was denken Sie denn? Glauben Sie, die Google-Brille wird unseren Arbeitsalltag verändern?

 

Bildquelle: © martin_matthews - Fotolia.com

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