Unzufrieden im Job? Bessere Zeiten kommen nicht von selbst!

Von Alenka Mladina 12. Juli 2019

Viele Menschen sind unzufrieden im Job. Eigentlich Grund genug, für einen Arbeitgeberwechsel, sollte man meinen. Doch dazu kann sich laut einer Studie von Robert Half nicht jeder durchringen. Dabei ist es gar nicht so schwer, den Arbeitgeber zu wechseln. Mit ein paar Tipps und etwas Hilfe schaffen auch Sie das.

Gefangen zwischen Jobfrust und Jobwechsel 

Es ist ein Phänomen: Obwohl ein Drittel der deutschen Beschäftigten unzufrieden im Job ist, sucht nur gut die Hälfte von ihnen eine andere Stelle.

Was sind die Gründe dafür? 
Bequemlichkeit? Desinteresse? Schicksalsergebenheit?

Robert Half wollte es genau wissen und ist den Ursachen nachgegangen. Herausgekommen ist dabei eine Studie unter 1.001 Arbeitnehmern, die vom Marktforschungsinstitut YouGov im März 2019 dazu interviewt wurden. Das Ergebnis offenbart eine Reihe von Motiven, von denen allerdings eines besonders heraussticht.

Wer unzufrieden ist und sich dennoch keinen neuen Job suchen will, wägt offenbar genau zwischen den direkten Nachteilen seiner Arbeit und ihren indirekten Vorteilen ab. Auf diesen Nenner lässt sich die häufigste Antwort interpretieren:

52 % der befragten unzufriedenen Arbeitnehmer sagen, dass sie auf gewisse Vorzüge ihres derzeitigen Jobs nicht verzichten wollen. Dazu zählen sie flexible Arbeitsmodelle, die Höhe des Gehalts, den Standort und ähnliche Dinge.

Ein Drittel (32 %) hingegen glaubt nicht, dass sich seine Situation bei einem anderen Arbeitgeber bessern würde. Und weitere 21 % beklagen den Mangel attraktiver Arbeitgeber als Alternative in der Region.

Weitere Hemmnisse für eine Neuorientierung im Job sind der Umfrage nach:

  • Großer Aufwand für eine Bewerbung inklusive Bewerbungsverfahren (20 %)
  • Wohlfühlen im bisherigen Team (20 %)
  • Zu wenig Zeit, um eine Bewerbung zu schreiben (17 %)
  • Scheu vor dem Konkurrenzkampf im Rahmen des Bewerbungsprozesses (14 %)
  • Mangelnde Qualifikationen für einen neuen Job (10 %)

Das sind bemerkenswerte Aussagen, die nicht nur die Mitarbeiter beschäftigen sollten, sondern auch ihre Arbeitgeber. Schließlich wirkt sich Unzufriedenheit im Job negativ auf Arbeitsmoral, Motivation und damit auf die Produktivität aus. Dagegen sollten Führungskräfte eigentlich etwas unternehmen, sobald sie erste Anzeichen dafür wahrnehmen.

Einen neuen Job zu suchen ist schwierig 

In erster Linie sind allerdings die Arbeitnehmer selbst gefordert. Sie sollten sich nämlich nicht auf den Goodwill oder irgendwelche Bemühungen ihrer Chefs verlassen oder darauf hoffen, dass sich die Situation wie durch Zauberhand zum Guten wendet.

Besser ist es, sich auf eigene Faust eine neue Aufgabe zu suchen, die gleichzeitig herausfordert und Spaß macht. Andernfalls drohen auf Dauer nicht nur Langeweile oder Stress. Auch Depression und Burnout sind möglich.

Ein Jobwechsel ist heute allerdings so schwierig wie nie. Dabei stehen die Chancen theoretisch gut. Allein der anhaltende Fachkräftemangel und die fortschreitende Digitalisierung eröffnen neue Möglichkeiten. In vielen Branchen suchen die Personalabteilungen sogar händeringend nach Verstärkung für ihre Unternehmen.

Eine paradoxe Situation, für die auch die Firmen selbst verantwortlich sind: Ihre oft zu langen Bewerbungsprozesse wirken abschreckend auf potenziell Wechselwillige. Hinzu kommen nicht selten wenig attraktive Rahmenbedingungen. So weckt man kaum Interesse bei der Zielgruppe.

Und konkret: Wie finde ich den richtigen Job?

Aber alles Jammern nützt nichts. Sind Sie unzufrieden am Arbeitsplatz, dann sollten Sie sich schleunigst anderweitig umsehen und sich einen neuen Job suchen. Fragt sich nur, wie? Dazu folgende Tipps:

  • Beginnen Sie die Neuorientierung mit einer Selbstbeschau. Arbeiten Sie Ihre Stärken und Schwächen heraus. Dabei hilft es, wenn Sie die Nachteile Ihrer aktuellen Stelle analysieren. Was macht Sie da besonders unzufrieden?
  • Prüfen Sie, ob Ihre Stärken zu Ihren Neigungen passen. Das ist nämlich nicht automatisch so. Unter Umständen brauchen Sie für Ihren Traumjob noch gewisse Zusatzqualifikationen. Die sollten Sie sich angeeignet haben, bevor Sie sich auf Ihre Wunschstelle bewerben.
  • Suchen Sie nach Berufen, die zu Ihren ermittelten Stärken und Schwächen passen. Möglicherweise merken Sie dabei, dass eine berufliche Neuorientierung sinnvoll ist. Erweitern Sie dann Ihren Radarbereich. Möglicherweise ist auch eine andere Position bei Ihrem derzeitigen Arbeitgeber schon die Lösung des Problems.
  • Sprechen Sie mit Freunden und Bekannten über Ihre Situation. Vielleicht ergibt sich dabei eine interessante Anregung, auf die Sie allein nicht gekommen wären.
  • Nutzen Sie Berufsnetzwerke und Jobbörsen, um Ideen oder aktuelle Angebote für Ihre Neuorientierung zu finden.
  • Kontaktieren Sie einen Personalvermittler. Sprechen Sie offen mit ihm darüber, was Sie wollen und was Sie an Ihrer aktuellen Stelle stört.Damit erhöhen Sie Ihre Chance, Jobs zu finden, die wirklich zu Ihnen passen. Das ist für Bewerber bei Robert Half kostenlos und komfortabel dazu, weil Ihnen die Spezialisten viel Arbeit abnehmen.

Wichtig: Wenn Sie einen neuen Job suchen, sollten Sie das in Ihrem Unternehmen nicht an die große Glocke hängen. Das fördert eventuell Gerüchte. Sie wissen nie genau, wie Ihre Kollegen und vor allem Ihre Vorgesetzten darauf reagieren. Möglicherweise schlägt sich Ihre Offenheit in einem schlechten Zeugnis nieder.

 

Sie können sich trotz aller Tipps weiterhin nicht aufraffen? Dann machen wir es Ihnen besonders einfach. Laden Sie einfach Ihren Lebenslauf hoch, wir kümmern uns um den Rest. 

Lebenslauf senden

Falls Sie weiterhin vor einem Jobwechsel zurückschrecken, können Sie es zunächst mit einer weniger radikalere Lösung versuchen: Downshifting. Vereinbaren Sie mit Ihrem Chef, weniger Stunden zu arbeiten. Möglicherweise kehrt dadurch die Zufriedenheit auch im alten Job zurück.

 

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