7 Tipps für Frauen, um typische Karrierefehler zu vermeiden

Von Alenka Mladina 4. März 2019

Noch immer sind Frauen in vielen Führungsetagen unterrepräsentiert. Auch beim Gehalt liegen sie laut statistischen Auswertungen hinter männlichen Kollegen zurück. Damit Ihnen das nicht passiert, sollten Sie diese typischen Karrierefehler vermeiden.

Seit Einführung der sogenannten Frauenquote 2016 müssen frei werdende Führungsposten in Großkonzernen so besetzt werden, dass jedes Geschlecht mindestens zu 30 % vertreten ist. Henkel geht mit gutem Beispiel voran, denn sowohl an der Spitze des Aufsichtsrats als auch des Betriebsrats sitzen weibliche Führungskräfte.

Nach wie vor scheinen Frauen in den oberen Chefetagen unterrepräsentiert zu sein. Die ungleiche Verteilung der Führungsposten ist noch nicht alles, Stichwort "Gender Pay Gap".

Denn auch beim Gehalt bleiben laut Statistischem Bundesamt weibliche Arbeitnehmer deutlich zurück: So verdienen Frauen auf den Bruttostundensatz gerechnet durchschnittlich 21 % weniger als Männer.

Wir bei Robert Half sind der Meinung, dass das Geschlecht bei der Bezahlung oder bei der Stellenbesetzung keine Rolle spielen darf. Im Job geht es ausschließlich um die Qualifikation - und danach handeln wir.

Unsere Kollegin Rike Pröbstl ist selbst erfolgreiche Führungskraft bei Robert Half. Sie kennt viele Bewerberinnen, die mit Hürden auf dem Arbeitsmarkt kämpfen - etwa weil die Vereinbarkeit von Job und Familie nur unter hohem Krauftaufwand gelingt.

Sie weiß aber auch, dass Frauen, ebenso wie Männer im Übrigen auch, selbst ein paar Dinge ändern können, um ihre Karrierechancen zu verbessern.

Sie empfiehlt ambitionierten Frauen unbedingt diese Tipps im Job zu beherzigen

1. Behalten Sie Karriereziele niemals für sich

Ihr Vorgesetzter kann nicht wissen, was Ihre Karriereziele sind, wenn Sie nicht mit ihm darüber sprechen. Das Mitarbeitergespräch ist ein guter Zeitpunkt dafür.

Sagen Sie klar, was Sie erreichen möchten. Als Buchhalter oder Buchhalterin könnte das so lauten: “Ich möchte mich weiterentwickeln und Mitarbeiterverantwortung für das Buchhaltungsteam übernehmen.”

Lassen Sie sich die Entwicklungsperspektiven im Unternehmen erklären. Dann können Sie gemeinsam planen, wie Sie die nächste Etappe erreichen. Wichtig: Setzen Sie sich unbedingt konkrete Ziele, etwa mit dem SMART-Modell.

2. Hilfe annehmen ist kein Zeichen von Schwäche

Der Weg nach oben ist schwer genug - für Männer übrigens auch. Es ganz allein schaffen zu wollen, ist nicht nur fast unmöglich, sondern auch unnötig anstrengend.

Einfacher und schneller geht es mit einem erfahrenen Mentor an der Seite. Er (oder Sie) kann Ihnen wichtige Tipps für die nächsten Schritte geben – und Sie vor Risiken warnen: Schließlich müssen Sie nicht jeden Fehler selbst machen.

Immer mehr Unternehmen bieten Mentorenprogramme an. Falls es die in Ihrer Firma nicht gibt, sollten Sie Firmenveranstaltungen nutzen und sich mit erfahrenen Kollegen austauschen.

3. Gleichgesinnte außerhalb der eigenen Firma suchen

Auch in anderen Unternehmen oder sogar anderen Branchen gibt es Frauen, die dieselben Ziele haben oder bereits beruflich schon weiter gekommen sind als Sie.

Von Ihnen können Sie gute Ratschläge bekommen. Aber auch erfolgreiche Männer sind gute Anlaufstellen, um sich ein paar gute Tipps zu holen.

Hilfreich an Ihrem externen Netzwerk ist, dass sie einen frischen Blick von außen bekommen. Außerdem werden Sie auf Faktoren hingewiesen, die Ihnen selbst bisher nicht aufgefallen sind. Nach einer Weile im selben Umfeld werden wir schließlich alle ein wenig betriebsblind.

4. Verantwortung zeigen, Beförderung verdienen

Sie bringen konstant gute Leistungen und warten darauf, dass Ihr Vorgesetzter das mit einer Führungsaufgabe würdigt? Diese Taktik kann aufgehen. Bis Sie die Früchte Ihrer Arbeit ernten, warten Sie unter Umständen aber ziemlich lange.

Schneller geht’s, wenn Sie selbst danach greifen. Übernehmen Sie Verantwortung, wo es geht: Egal ob bei neuen Projekten innerhalb der Firma oder in leitenden Funktionen in gemeinnützigen Organisationen oder Sportvereinen – trainieren, beweisen und vor allem kommunizieren Sie Ihre Führungsqualitäten. Dann sehen Sie nicht mehr länger zu, wie immer nur die Kollegen befördert werden und kommen endlich selbst zum Zug.

5. Lernen, nein zu sagen

Landen ständig Aufgaben auf Ihrem Tisch, die eigentlich nicht zu Ihrer Stelle gehören? Dann wird es schwer, in Ihrem Verantwortungsbereich überdurchschnittliche Leistung zu zeigen und dadurch herauszustechen.

Hilfsbereitschaft ist eine schöne Tugend. Doch wenn Sie mit ihr zu großzügig umgehen, werden Sie ausgenutzt. Sie müssen lernen, nein zu sagen und Ihre Position zu behaupten.

6. Weiterbildung aktiv angehen

Führungskräfte von morgen brauchen Fähigkeiten, die künftig gefragt sind. Um aufzusteigen, sollten Sie nicht nur die richtige Einstellung und ein gutes Händchen beim Selbstmarketing mitbringen.

Sie müssen außerdem an sich arbeiten. Manches trainieren Sie im Arbeitsalltag (siehe Nummer 5). Wiederum andere Kompetenzen müssen Sie in Fortbildungen oder Online-Kursen erwerben.

Welche Fähigkeiten besonders gesucht werden, verraten Ihnen Vorgesetzte, Mentoren oder Kollegen aus dem Netzwerk.

Im Finanz- und Rechnungswesen beispielsweise erwarten CFOs von ihren Mitarbeitern künftig vor allem mehr Führungskompetenz, wie die Robert-Half-Studie “Finance 2020” zeigt.

7. Realistische Ziele stecken

Wenn Sie die Karriere-Hantel mit zu ehrgeizigen Ziele beladen, bleibt sie am Boden oder Sie brechen unter ihr zusammen. Beides kostet Kraft und Motivation – und lässt sich vermeiden.

Stecken Sie sich keine unrealistischen Ziele. Denken Sie in Etappen. Machen Sie einen Schritt nach dem andern. So behalten Sie ein verlässliches Gefühl dafür, was Sie erreichen können. Besonders wichtig ist, dass Sie Ihre Fähigkeiten berücksichtigen (siehe Punkt 6) und sich ein realistisches Zeitlimit setzen.

Bildquelle: © rawpixel.com/Pexels.com

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