Typische Fragen im Vorstellungsgespräch: Die 5 Klassiker

Von Alenka Mladina 7. November 2013

Wenn Bewerber die Zusage für ein Vorstellungsgespräch bekommen, interessiert sie vor allem eines: Auf welche Fragen muss ich mich vorbereiten? Nun, jedes Vorstellungsgespräch ist anders. Womit Sie auf jeden Fall rechnen können, sind die fünf beliebtesten Fragen von Personalern. Und auf diese können Sie sich mit unseren Tipps optimal vorbereiten.

Bestimmte Fragen tauchen in Bewerbungsgesprächen immer wieder auf. Personaler stellen diese Fragen, weil sie wichtige Informationen über Ihre menschlichen Qualitäten und Ihre Qualifikation für den Job liefern. Außerdem zeigen Ihre Antworten im Vorstellungsgespräch, ob Sie sich mit dem Unternehmen intensiv beschäftigt und sich gezielt für eine Bewerbung entschieden haben.

Damit Sie sich optimal auf Ihr Vorstellungsgespräch vorbereiten können, geben wir Ihnen hier einige Tipps, wie Sie auf die häufigsten Fragen richtig antworten.

Eine gute Vorbereitung braucht Zeit

Grundsätzlich gilt: Für die Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch sollten Sie sich ausreichend Zeit nehmen. Am besten, Sie machen sich kurze Notizen zu jeder möglichen Frage. Formulieren Sie Ihre Antworten nicht aus. Wenn Sie sich nur kurze Stichpunkte notieren, laufen Sie nicht Gefahr, ganze Sätze auswendig zu lernen und im Gespräch wenig authentisch zu wirken.

Starten Sie bei der Vorbereitung mit folgenden Überlegungen: Was interessiert Sie an dem Job? Was hat Sie dazu bewogen, sich um eben diese Stelle zu bewerben? Und: Wo sehen Sie Bezüge zu Ihrer jetzigen Position? Je intensiver Sie sich im Vorfeld mit möglichen Fragen auseinandersetzen, desto überzeugender präsentieren Sie sich im Vorstellungsgespräch.

Das sind die beliebtesten fünf Fragen im Vorstellungsgespräch

Typische Frage 1: Was ist Ihre größte Schwäche?

Wer spricht schon gern über seine Schwächen? Ist das eine Fangfrage? Nein, doch natürlich gibt es hierauf auch weniger geeignete Antworten.

Viele Bewerber wollen es besonders geschickt anstellen und nennen eine eigentliche Stärke als vermeintliche Schwäche. Zum Beispiel „Ich bin Perfektionist“ oder „Ich arbeite zu hart“. Doch damit beindrucken Sie Ihren zukünftigen Vorgesetzten nicht.

Solche Antworten werden in der Praxis so oft gebracht, dass geübte Personaler Sie mit einer Anschlussfrage kontern, um Ihnen eine ehrliche Antwort zu entlocken. Für eine gute Antwort müssen Sie sich gar nicht verbiegen: Nennen Sie eine ehrliche Schwäche. Erklären Sie anschließend, was Sie getan haben, um sie loszuwerden oder wie Sie damit umgehen. Aufgabe erfüllt.

Typische Frage 2: Was war eine schwierige Situation in Ihrem Job – und wie haben Sie diese bewältigt?

Diese Frage zielt darauf ab, was Sie als Herausforderung betrachten und wie Sie damit umgehen. Für den potenziellen Arbeitgeber ist das ein zentraler Aspekt. Wie haben Sie Probleme bislang erfolgreich aus dem Weg geräumt?

Beschreiben Sie im Vorstellungsgespräch zwei, drei Situationen aus Ihrer beruflichen Vergangenheit, die das veranschaulichen. Das können beispielsweise auch Projekte sein, die nicht abgeschlossen wurden, weil Sie festgestellt haben, dass der erhoffte Erfolg nicht eintreten wird oder die Projekte nicht umsetzbar sind (z.B. durch geänderte Rahmenbedingungen).

Erläutern Sie wie Sie die Situation gelöst haben. Oder Sie wählen ein Projekt, bei dem unerwartete Hindernisse aufgetaucht sind und erzählen, wie Sie diese aus dem Weg geräumt haben. Besonders überzeugend wirken Beispiele, die für den neuen Job relevant sind.

Typische Frage 3: Warum sollten wir gerade Sie einstellen?

Eine mögliche Variante dieser Frage – und auch etwas tückischer - ist: "Warum sollten wir Sie gegenüber anderen Bewerbern vorziehen"? Den Personalchef interessieren im Vorstellungsgespräch genau zwei Aspekte. Er will wissen, warum Sie sich auf den Job bewerben. Außerdem prüft er im persönlichen Gespräch, welchen Mehrwert Sie der Firma bringen würden. Alle anderen Fragen kreisen um diese beiden Punkte.

Bei der zweiten Variante antworten Sie im Prinzip wie bei der ersten, leiten Ihre Antwort aber am besten so ein: „Inwiefern andere Bewerber ebenso gut qualifiziert für diesen Job sind, können nur Sie beurteilen. Für mich spricht, dass ich bereits erfolgreich im Bereich XXX gearbeitet habe, was zu einer Kosteneinsparung von XXX Euro (oder XX %) geführt hat….“

Die Kunst liegt hier darin, sich nicht auf Spekulationen in Bezug auf andere Bewerber einzulassen, sondern hier nochmal ganz klar die eigenen Stärken und die Eignung für den Job darzulegen. Generell: Bringen Sie möglichst kurz und knackig wesentliche Fakten über Ihre Fähigkeiten und Erfahrungen vor, je anschaulicher desto besser.

Typische Frage 4: Haben Sie sich auch bei anderen Unternehmen beworben?

Mit dieser Frage will der Interviewer herausfinden, wie stark Ihr Interesse für die Stelle ist und wie lange Sie voraussichtlich auf dem Bewerbermarkt verfügbar sind. In vielen Fällen werden Sie sich bei mehreren Unternehmen beworben haben.

Vielleicht liegt Ihnen auch schon ein konkretes Angebot vor. Wenn das der Fall ist, können Sie es ruhig zugeben. Handelt es sich bei dem aktuellen Vorstellungsgespräch um Ihren Wunschjob, sollten Sie das auch so kommunizieren.

Können Sie sich noch nicht entscheiden, sollten Sie keine Versprechungen abgeben und das Unternehmen in Sicherheit wiegen. Bekunden Sie durchaus Ihr Interesse und sagen Sie, dass Sie gern noch eine Nacht darüber schlafen möchten oder ein paar Tage Bedenkzeit benötigen.

Seien Sie auf jeden Fall ehrlich. Ist das das einzige Unternehmen, bei dem Sie sich beworben haben, fein. Begründen Sie kurz, warum Sie derzeit keine anderen Bewerbungen laufen haben (bspw. weil genau dieser Job Ihr Wunschjob ist und Sie die Chance ergreifen möchten, aber nicht unbedingt wechseln müssen).

Ihre Ehrlichkeit hat bei Vorstellungsgesprächen eine Einschränkung: Dem Personaler müssen Sie nicht auf die Nase binden, bei wie vielen Unternehmen Sie sich beworben haben. Eine große Anzahl an verschickten Bewerbungen mag zwar für Sie als aktivem Bewerber sprechen, wirkt in der Regel aber eher so, als ob Sie sich nicht bewusst und gezielt für eine Bewerbung bei diesem Unternehmen, in dieser Branche und für diesen Job entschieden haben.

Typische Frage 5: Welches Gehalt erwarten Sie?

Auf diese Frage können Sie sich gut vorbereiten. Erfahrungsgemäß ist bei einem Jobwechsel eine Steigerung von bis zu 10 % möglich, Sie sollten sich aber nicht darauf versteifen und eventuelle Zusatzleistungen prüfen. Außerdem schlägt sich eine Steigerung von 5 % immerhin auch schon positiv auf Ihrem Konto nieder.

Für realistische Gehaltserwartungen können Sie sich an zahlreichen Übersichten im Internet orientieren. Auch die kostenlose Robert Half Gehaltsübersicht zeigt marktübliche Vergütungen für über 100 Positionen im Finanz- und Rechnungswesen, IT und kaufmännischen Bereich.

Begründen Sie Ihre Gehaltsvorstellung im Vorstellungsgespräch immer mit der Qualifikation und dem Nutzen, den Sie zu bieten haben, niemals mit ihren finanziellen Verpflichtungen. Wenn Sie eine Wunschgehaltsspanne nennen, verschaffen Sie dem Gegenüber Handlungsspielraum.

Denken Sie darüber nach, ob sich Ihre Gehaltswünsche durch bestimmte Zusatzleistungen kompensieren lassen. Auf die Frage nach dem Wunscheinkommen können Sie dann antworten: „Für mich sind Zusatzleistungen ein entscheidender Punkt bei der Gehaltsfrage. Welche bieten Sie an?“ Anschließend können Sie Ihre Gehaltsforderung den angebotenen Leistungen anpassen.

Noch etwas zur Ehrlichkeit im Vorstellungsgespräch: Bewerberlügen werden schnell entlarvt!

Im Bewerbungsgespräch haben Sie es mit geschulten Fachleuten zu tun. Diese Profis merken sofort, wie glaubwürdig Sie sind. Legen Sie sich schlüssige Antworten, aussagekräftige Beispiele und Eigenschaften zurecht, die wichtig sind für den neuen Job. Aber bleiben Sie bei der Wahrheit und liefern Sie realistische Einschätzungen. Sonst bröckelt die Fassade im Vorstellungsgespräch sehr schnell.

Noch ein Hinweis: Am schwierigsten scheint die Frage „Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“ für Bewerber zu sein. Da diese Frage tatsächlich etwas kniffliger ist und etwas mehr Vorbereitung fordert, bereiten wir hierzu gerade einen neuen Blogtext vor. Schauen Sie daher unbedingt bald wieder vorbei.

Schreiben Sie uns, falls es noch eine typische Frage gibt, bei der Sie nicht genau wissen, wie Sie zu beantworten ist!

Lesetipp: Mit diesen Tipps misslingt Ihr Vorstellungsgespräch bestimmt

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