Trendberuf Interimsmanager: Sind Sie der Typ für die Selbständigkeit?

Von Christina Holl 29. Juli 2014

Mein Nachbar hat ein Angebot als Interimsmanager. Eigentlich ist er als Controller angestellt und macht seinen Job wirklich gern. Die Selbständigkeit hat ihn aber immer schon gereizt und die Vorstellung, sein eigener Chef zu sein. So könnte er sich seine Arbeitszeiten frei einteilen und hätte mehr Zeit für die Familie und Hobbies. Nur die passende Gründungsidee hat ihm bisher gefehlt und der Mut, ernsthaft über den Schritt in die Selbständigkeit nachzudenken.

Interimsmanager: Experten mit Neugier

In den vergangenen zehn Jahren hat mein Nachbar viel Erfahrung gesammelt. Auf seinem Gebiet macht ihm keiner etwas vor. Vieles ist bei ihm schon Routine. Trotzdem ist er immer noch sehr neugierig und verfolgt aktuelle Entwicklungen mit großer Aufmerksamkeit. Auch das zeigt ihm, dass es Zeit wird für etwas Neues.

Nun will er die einmalige Chance nutzen und sich ernsthaft mit der Selbständigkeit auseinandersetzen. Was wäre der große Unterschied zu seinem jetzigen Job? Er verbringt die meiste Zeit im Büro und macht oft Überstunden.

Stress hat er auch, besonders wenn er der Geschäftsführung wichtige Kennzahlen für strategische Entscheidungen liefern muss. Zudem trägt er die Verantwortung für ein deutschlandweites Controlling-Projekt und muss täglich neue Entscheidungen treffen. Das sind alles Dinge, die einem Interimsmanager auch abverlangt werden.

Gute Partner unterstützen Interimsmanager bei der Akquise

Der Unterschied wäre wohl, dass er sich selbst um Aufträge kümmern und Projekte akquirieren muss. Gerade für Interimsmanager gibt es allerdings erfahrene Partner am Markt. Sie haben sich auf die Vermittlung von Aufträgen spezialisiert, verfügen über ein umfangreiches Netzwerk und handeln die vertraglichen Bedingungen mit potenziellen Auftraggebern aus.

Die Honorare für Interimsmanager sind jedenfalls attraktiv. Nach erfolgreichen Projektphasen wären dann auch Auszeiten kein Problem. Die Arbeit wäre viel abwechslungsreicher, schließlich lernen Interimsmanager viele verschiedene Unternehmen und Branchen kennen.

Interimsmanagement ist ein Trendberuf mit Zukunftspotential

Ich bin gespannt, wie er sich entscheidet. Bereuen würde er diesen Schritt mit großer Wahrscheinlichkeit nicht. Denn Aufträge findet er bestimmt genügend: Der Dachverband deutscher Interimsmanager (DDIM) erwartet in 2014 ein Marktwachstum von 15 % im Bereich Interimsmanagement. Die Interimsmanager, mit denen wir zusammenarbeiten, sind froh über ihren Entschluss. Allerdings empfehlen sie, vor dem Schritt in die Selbständigkeit als Interimsmanager einige Fragen für sich zu klären:

  • Habe ich die fachlichen Voraussetzungen? Oder gibt es irgendwo elementaren Nachholbedarf? Welche Weiterbildungen wären wichtig? Welche Leistungen möchte ich anbieten?
  • Bin ich belastbar und kann ich gut mit Stress umgehen? Wie sieht es mit meinen Kommunikationsfähigkeiten aus? Fällt es mir leicht, mich auf neue Situationen, ein neues Arbeitsumfeld und neue Kollegen einzustellen?
  • Bin ich entscheidungsfreudig genug und kann ich mit der neuen Verantwortung umgehen, auch über ein paar Wochen keinen Auftrag zu haben? Oder wünsche ich mir das sogar?
  • Welcher Interimsmanager-Vermittler könnte die Akquise für mich übernehmen? (Für Sie als Interimsmanager ist die Projektvermittlung übrigens kostenfrei)
  • Habe ich genug Rückhalt in der Familie? Wie wirken sich die Veränderungen auf meine Work-Life-Balance aus?

Falls Sie Interesse an einer Zusammenarbeit mit einem Provider haben und im Finanz- und Rechnungswesen oder IT-Umfeld als Interimsmanager tätig sein möchten, unterstützen Sie unsere Personalberater gerne. Nehmen Sie dafür einfach Kontakt mit der nächstgelegenen Niederlassung auf.

Könnten Sie sich vorstellen, als Interimsmanager zu arbeiten? Und wenn nicht, warum?

 

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