Zweisam statt einsam: Treffen Sie die Jobentscheidung nicht alleine

Von Alenka Mladina 11. Oktober 2017

Sie denken seit geraumer Zeit über einen Jobwechsel nach, haben sich sogar bereits beworben und eine neue Stelle in Aussicht? Eine wunderbare Nachricht, doch in Ihnen machen sich auch Zweifel breit: Ist der neue Job wirklich besser?

Oftmals suchen Unentschlossene an dieser Stelle Rat bei Ihnen nahe stehenden Personen. Keine schlechte Idee, immerhin kennt der enge Freund oder Partner Ihre Situation und im besten Fall auch Ihre Bedürfnisse. Ein Fragenkatalog unterstützt Sie zusätzlich bei der gemeinsamen Entscheidungsfindung. Welche das sind, lesen Sie hier.

Wer kennt Sie oftmals besser als jeder andere Mensch? Vielleicht ist es eine Ihnen lange vertraute Person, vielleicht ist es der eigene Partner. Oft teilen wir mit diesen Menschen unseren Alltag, sie kennen unsere Ecken und Kanten und wissen um unser Innenleben – zumindest im Idealfall. Der Freund oder der Partner können ein Kompass in allen Lebenslagen sein – auch wenn es um das Thema Karriereplanung geht.

Jobwechsel: Ja oder nein? Fünf Fragen, die Sie gemeinsam klären sollten

Ob Sie ein Jobangebote annehmen oder ablehnen, das liegt ganz bei Ihnen. Ihr Partner oder Freund kann Ihnen jedoch als Ihr engster Verbündeter bei der Entscheidungsfindung helfen. Beleuchten Sie gemeinsam folgende fünf Punkte, um eine Entscheidung für oder gegen den neuen Job zu treffen.

1. Selbstreflexion: Warum wollen Sie den Job wechseln?

Reflektieren Sie zunächst den Ist-Zustand:

  • Warum wollen Sie sich wieder auf Jobsuche begeben?
  • Sind Sie unzufrieden und unglücklich?
  • Nervt der Chef?
  • Ist die nächste Gehaltserhöhung längst überfällig?
  • Sind die Aufgaben einfach zu langweilig?

Hinterfragen Sie, ob es sich dabei nur um eine vorübergehende Phase handelt oder ob dieser Zustand eigentlich schon sehr lange andauert.

Ein Beispiel: Sie haben ein Projekt mächtig vergeigt und mussten viel Kritik einstecken. Seitdem fühlen Sie sich unwohl und sehnen sich nach einem Neustart – woanders. Vor solchen Situationen sind Sie allerdings nirgends gefeit. Fehler sind menschlich und unterlaufen Ihnen auch im neuen Job.

Besprechen Sie Ihre Erkenntnisse mit der vertrauten Person Ihrer Wahl. Als Außenstehender hat er oder sie oft eine größere Distanz zu Ihren Problemen und ist somit eine unverzichtbare Hilfe bei der Einordnung Ihrer Jobwechsel-Gedanken.

2. Pro- und Kontraliste: Wie attraktiv ist das Jobangebot?

Legen Sie vor einem Wechsel alle Aspekte der neuen Stelle in die Waagschale. Dazu gehören unter anderem folgende:

  • das Gehalt
  • Benefits
  • die Unternehmenskultur
  • die Arbeitsumgebung

Die gute alte Pro- und Kontraliste ist hilfreich, um sich Vor- und Nachteile des alten sowie potentiell neuen Jobs übersichtlich vor Augen zu führen. Links schreiben Sie die für Sie relevanten Aspekte untereinander auf.

In einer Spalte markieren Sie dann, ob das für den jetzigen Job und in einer zweiten Spalte ob das bei der künftigen Stelle zutrifft. Zeigen Sie die Liste Ihrer Vertrauensperson oder ihrem Partner, um keine wichtigen Faktoren für Ihre Jobentscheidung zu vergessen.

Zählen Sie dann die markierten Punkte zusammen. Manchmal ergibt sich schon aus der Liste ein klares “Ja” oder “Nein”.

Jobsuche

3. Marktposition: Wo steuert Ihr potenziell neuer Arbeitgeber hin?

Neben den persönlichen Faktoren liefern Ihnen aktuelle Unternehmensfakten eine wichtige Entscheidungsgrundlage. Denn die Entwicklung des Unternehmens kann Ihre Aufgaben und Ihren Erfolg maßgeblich beeinflussen: Eine kürzliche Finanzspritze deutet beispielsweise auf ein dynamisches Unternehmen hin, bei dem schnelle Karriereschritte möglich sind.

Es bedeutet allerdings auch, dass die Investoren bestimmte Ergebnisse erwarten und der Leistungsdruck deshalb möglicherweise höher ist. Prüfen Sie daher,

  • wie die finanzielle Situation ist,
  • ob das Unternehmen Marktführer ist,
  • wie die Entwicklung der letzten Jahre war und
  • wie die Prognose für die nähere Zukunft aussieht.

Bestimmt hilft Ihnen Ihr Freund oder Partner bei der Recherche gerne. Er findet unter Umständen sogar noch wichtige Aspekte, die Sie nicht bedacht hätten.

4. Arbeitsbedingungen: Wie sieht Ihr künftiger Arbeitsalltag aus?

Zugegeben, es ist schwierig, ein genaues Bild von Ihrem künftigen Arbeitsplatz zu gewinnen. Vielleicht hatten Sie die Gelegenheit, Räumlichkeiten und die Kollegen in spe bei Ihrem Vorstellungsgespräch schon kennenzulernen. Rufen Sie sich in diesem Fall die Arbeitsbedingungen noch einmal in Erinnerung und überprüfen diese kritisch.

  • Wie flexibel können Sie Ihre Arbeitszeit einteilen?
  • Besteht die Möglichkeit zum Home-Office?
  • Würde Ihr Partner mit Ihnen umziehen, falls dies erforderlich ist?
  • Kann das Home-Office ein ausschlaggebendes Argument sein?
  • Welche Fortbildungsmöglichkeiten gibt es außerdem?
  • Existieren Trainings- oder Mentoringprogramme?

Ein Tipp: Bitten Sie Ihren potenziellen neuen Arbeitgeber um einen Probetag. Diese Möglichkeit wird viel zu selten genutzt. Es kostet Sie zwar ein wenig Zeit, doch so können Sie sich einen realistischen Eindruck von dem Unternehmen und dem Arbeitsalltag dort verschaffen.

5. Aufstiegschancen: Wo könnten Sie in ein paar Jahren stehen?

Jede dritte Fachkraft kündigt nach Auffassung deutscher Manager den Job aufgrund von fehlenden Karriereperspektiven. Es geht bei einem Jobwechsel also auch um die langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten.

Gibt es beim potenziellen neuen Arbeitgeber attraktive Karrierepfade? Oder treten Sie vermutlich bald wieder auf der Stelle? Beziehen Sie Ihre Vertrauensperson in diese Einschätzung ein. Da er Sie gut kennt, weiß er, was Sie glücklich macht.

Zwar kennt er das neue Unternehmen genauso wenig wie Sie, aber dafür kennt er Sie. Als aufmerksamer Zuhörer weiß er im besten Fall um Ihre Arbeitsunzufriedenheit und kennt Ihre beruflichen Wünsche. Eine gute Basis, auf der er Sie bei der Entscheidungsfindung unterstützten kann. Außerdem: Werfen Sie einen Blick auf die Firmenhomepage, um sich über etwaige Karriereperspektiven beim potenziellen neuen Arbeitgeber zu informieren, Dort erfahren Sie mitunter mehr über die Personalstrukturen.

Entscheiden Sie sich letztendlich für einen Jobwechsel, finden Sie in diesem Artikel Tipps, mit denen der Start in den neuen Job zum Erfolg wird.

Hinweis: Aufgrund der besseren Lesbarkeit haben wir auf die gleichzeitige Nennung der weiblichen und männlichen Form verzichtet. Selbstverständlich sind bei jeglichen Personenbezeichnungen beide Geschlechter angesprochen.

Bildquelle: © pixdeluxe - Istockphoto.com

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