Der Chef will Sie sprechen? 5 Tipps, die bei Nervosität sofort wirken

Von Alenka Mladina 4. Mai 2016

Eigentlich sind Sie ja ein ganz cooler Typ. Im Umgang mit Ihrem Chef sind Sie das aber gar nicht? Schließlich wollen wir vor ihm einen guten Eindruck machen. Und gerade weil wir uns so große Mühe geben, scheitern wir manchmal: Auf eigentlich einfache Fragen wollen wir eine brillante Antwort geben. Und denken erst einmal nach... 

Und denken weiter nach...

Was war die Frage gleich nochmal? Ohje, wir kennen und fürchten sie alle: die peinliche Pause. Wir spüren, wie unser Gesicht sekündlich einen immer tieferen Rotton annimmt.

Oder letztens. Da ist der Chef mit in den Aufzug gestiegen. Sie haben sich freundlich begrüßt, doch dann fällt Ihnen einfach kein passendes Thema für das weitere Gespräch ein. Betretens Schweigen und schon wieder so eine peinliche Situation.

Wenn Sie sich schon einmal in einer ähnlichen Lage wiedergefunden haben, sollten Sie unbedingt weiterlesen. Mit unseren 5 Nie-mehr-nervös-Tipps werden Sie künftig keine peinliche Stille oder aufsteigende Kopfröte fürchten müssen.

Nie-mehr-nervös-Tipp 1: Vergessen Sie nicht, der Chef ist auch nur ein Mensch

Ertappen Sie sich manchmal dabei, wie Sie die Bemerkungen Ihres Chefs wieder und wieder analysieren: Ist er mit meiner Leistung wirklich zufrieden? Oder war da ein Anflug von Ungeduld in seiner Stimme? In den letzten Tagen ist seine Stimmung merklich angespannt – hat das mit mir zu tun?

Wenn Sie nach jeder Äußerung Wortwahl und Tonfall des Vorgesetzten sezieren, führt das in eine gefährliche Gedankenspirale. Sie werden noch genauer hinhören und ihn genau beobachten. Das sind nicht gerade Verhaltensweisen, die zu einer entspannten Atmosphäre führen. Gewöhnen Sie sich das erst gar nicht an. Denn auch Chefs sind Menschen.

Ein genervter Tonfall kann tausend Gründe haben: Ärger mit dem eigenen Vorgesetzten, privater Stress oder ein anderes Projekt, das nicht nach Wunsch verläuft. Bleiben Sie locker und positiv, das verbessert Ihre Ausstrahlung.

Grübeln Sie auch nicht weiter nach, ob Ihr Chef tatsächlich mit Ihrer Leistung zufrieden ist. Vereinbaren Sie ein Feedbackgespräch und gehen Sie mit Kritik positiv um!

Nie-mehr-nervös-Tipp 2: Achten Sie auf die Körpersprache

Genaue Beobachtung kann Ihnen aber auch im Umgang mit dem Chef helfen – wenn Sie wissen, auf welche Signale Sie achten müssen. Die Körpersprache gibt Ihnen viele hilfreiche Hinweise. Einen individuellen Code gibt es dabei nicht. Eine hochgezogene Augenbraue kann je nach Mensch Missfallen oder Interesse ausdrücken. Verschränkte Arme sind nicht immer eine ablehnende, sondern oft einfach eine bequeme Körperhaltung.

Bevor Sie Ihren Chef interpretieren, sollten Sie deshalb seinen Körpercode entschlüsseln. Nutzen Sie dazu Situationen, in denen er beispielsweise eindeutig gut gelaunt oder eindeutig angespannt ist. Dann wissen Sie wofür die hochgezogene Augenbraue steht und können beim nächsten Mal richtig darauf reagieren. Ein kleiner Scherz ist der Stimmung schließlich oft zuträglich – allerdings vielleicht nicht gerade dann, wenn der Chef besonders schlechte Laune hat.

Nie-mehr-nervös-Tipp 3: Nutzen Sie Smalltalk-Tricks

Keine Frage wird häufiger gestellt als „Wie geht es dir/Ihnen?“. Egal, ob vor dem Meeting oder bei der flüchtigen Begegnung im Flur – meist beginnen Gespräche auf diese Weise. Wenn Ihre Antwort darauf lautet „Gut, und Ihnen?“ endet die Unterhaltung schnell in einer Sackgasse.

Überlegen Sie sich doch vorab eine Antwort auf diese typische Einleitungsfrage, die in ein Gespräch überleitet, wie: „Sehr gut, ich war am Wochenende beim Wandern in den Bergen. Waren Sie auch schon einmal im Allgäu?“. Oder reden Sie über ein Thema, das Sie so richtig begeistert. Dann verschwindet die Nervosität ganz von allein und ein paar Minuten freundlicher Smalltalk sind so gut wie sicher.

Nie-mehr-nervös-Tipp 4: Seien Sie pünktlich und flexibel

Von einem vereinbarten Zeitplan abzuweichen, führt meist zu Verlegenheit. Wenn Sie zum Meeting mit dem Chef zu früh erscheinen, hat er sehr wahrscheinlich noch andere Dinge zu erledigen. Entweder schließt er diese Aufgaben hektisch ab oder er lässt Sie warten – beides ist ihm vermutlich nicht sonderlich angenehm. Kommen Sie zu spät, bringen Sie wiederum seine Folgetermine durcheinander. Beide Abweichungen vom vereinbarten Zeitplan erzeugen Stress, der nicht der beste Nährboden für ein gutes Gespräch ist.

Seien Sie deshalb immer wenige Minuten, bevor das Meeting angesetzt ist, da. Dann können Sie sich nach Ihrem Chef richten: Hat er doch schon früher Zeit, kann es gleich losgehen. Andernfalls müssen Sie eben ein paar Minuten warten.

In jedem Fall haben Sie ihr Möglichstes getan, um das Gespräch entspannt zu beginnen. Übrigens, sollten Sie merken, dass der Zeitpunkt  mit Ihrem Chef zu sprechen gerade äußerst ungünstig ist, müssen Sie nicht nervös werden. Bieten Sie selbstbewusst einen neuen Termin an. Womöglich wird Ihr Chef über Ihren Vorschlag sehr dankbar sein.

Nie-mehr-nervös-Tipp 5: Lösen Sie gemeinsam ein Problem

Wenn wir gute Arbeit geleistet haben, fällt es uns leicht, unserem Boss die Ergebnisse zu zeigen. Stehen wir hingegen vor einem Problem, das wir bisher noch nicht lösen konnten, sind unsere Auskünfte oft ausweichend und einsilbig.

In solchen Situationen steckt allerdings auch eine Chance: Bitten Sie Ihren Chef um Hilfe und lösen Sie die Herausforderung gemeinsam. Das schweißt zusammen und schafft Vertrauen - eine der wichtigsten Voraussetzungen für weniger Nervosität.

Sie sollten aber unbedingt abwägen, wann Ihr Vorgesetzter oder vielleicht ein Kollege Ihnen am besten helfen kann. Nehmen Sie die Zeit Ihres Chefs nur dann in Anspruch, wenn es auch Sinn macht. 

5 Sofort-Tipps gegen Nervosität, wenn der Chef ruft

  • Bleiben Sie locker, der Chef ist auch nur ein Mensch.
  • Körpersprache verrät die Stimmung. Beobachten Sie genau.
  • Üben Sie Smalltalk. Sprechen Sie über Themen, die Sie begeistern.
  • Verpassen Sie keine Termine mit dem Chef.
  • Schaffen Sie eine Vertrauensbasis.

Fällt es Ihnen auch manchmal schwer, locker mit dem Vorgesetzten umzugehen? Welche Tricks wenden Sie in solchen Situationen an? Wir freuen uns auf Ihre Empfehlungen in den Kommentaren.

Bekommen Sie Ihre Nervosität auch nicht mit unseren Tipps in den Griff, haben Sie eventuell den falschen Chef. Aktuell gibt es spannende Jobs im Finanz- und Rechnungswesen, IT- oder kaufmännischen Bereich mit Vorgesetzten, die besser zu Ihnen passen könnten. Sie können sich auch direkt initiativ mit Ihrem Lebenslauf bewerben

Bildquelle: © pathdoc / Fotolia.com

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